Fernsehen: Zwischen Job und Gefühlen: ZDF-Herzkino-Saison geht los

Caros Job ist es, Singles auf der Suche nach der Liebe zu helfen. Professionalität ist dabei kein Problem, denn "eine Wingwoman verliebt sich nicht". Oder vielleicht doch?

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"Man sieht es vielleicht nicht immer sofort, aber die Welt ist voll mit Liebe", sagt Caro Sander. Caro (Chiara Schoras) ist im neuen ZDF-Herzkino-Film eine Flirthelferin oder Verkupplerin - neudeutsch: Wingwoman. "Wer die Liebe sucht, dem helfe ich", ist ihre eigene, wohl passende Job-Beschreibung.

Neben Einfallsreichtum ist dabei vor allem Professionalität gefragt, denn: "Eine Wingwoman verliebt sich nicht" - und so lautet das Credo im gleichnamigen neuen Liebesfilm (Streamingstart 21.8.; am 30.8. um 20.15 Uhr im ZDF).

Nach rund drei Monaten Sommerpause ist das Herzkino im Zweiten zurück. In der romantischen Komödie, die die neue Saison einläutet, fangen Drehbuchautorin Oliwia Strazewski und Regisseur Wolfgang Eißler die Herausforderungen des Datings in der heutigen Zeit ein.

Im Blick sind dabei die Menschen, die sich in der Anonymität und Schnelllebigkeit einer Großstadt wie Berlin auf der Suche nach Nähe und Verbindung verlieren. Zwar ist das Ende des Streifens vorhersehbar und die Handlung nicht frei von Kitsch, doch ist der romantische Film sehr unterhaltsam.

"Es liegt an den Männern"

Mit vollem Einsatz und Raffinesse geht Caro in der Hauptstadt ihrem Job nach. Mal hängt sie hinter einem Baum im Park, um die Flirtversuche einer Klientin genauestens zu beobachten, mal stupst sie im wahrsten Sinne des Wortes andere ins Glück. Mal spielt sie die Schwester eines etwas ungeschickt wirkenden Klienten oder versucht, dessen Selbstbewusstsein auszubauen. Die geschiedene Mutter eine Teenie-Tochter geht sichtbar auf in ihrem Job. "Ich bin Wingwoman, und ich liebe es", sagt Caro selbst.

Die selbstlose Flirt-Coachin tut alles für ihre Klienten, damit sie die Liebe finden. Das gilt auch, als sie eines Tages die Star-Musikerin Anja Urbanski (Sarah Bauerett) als Klientin dazugewinnt - "Pianistin, Virtuosin, das Wunderkind".

Anja tritt unfreundlich auf und wirkt wie ein harter Brocken. Woran ihre Suche nach Liebe bislang scheitert? "An den Männern", sagt Anja. Und woran von ihrer Seite aus? "An den Männern." Sie will von ihrem Ruf als "Einmal-Anja" wegkommen, sagt sie - und guckt sich den Musiklehrer Marc Ahmadi (Tom Beck) als Ziel ihres Begehrens aus.

Ein Profi verliebt sich nicht

Ausgerechnet den Marc, mit dem Caro zuvor auch schon im wahrsten Sinne des Wortes zusammengestolpert ist. Der Vorfall hinterlässt Spuren - und zwar nicht nur in Form von Latte-Macchiato-Flecken auf der Bluse: Marc geht Caro nicht mehr aus dem Kopf. Stellt die Wingwoman Professionalität über ihre eigenen Gefühle?

An manchen Stellen übertreibt der Film, den der Sender "Urban Romance" nennt, mit Klischees und trägt vielleicht einen Tick zu dick auf. Gleichzeitig lädt er zum Schmunzeln ein: Anjas teils kaum zu ertragenes Auftreten eignet sich perfekt für kleine Fremdscham-Momente auf dem Sofa. Im Laufe der fast 90 Minuten dürften diese aber in ein warmes Gefühl ums Herz und ein Grinsen übergehen.

Parallel zur beinahe klassischen Liebesgeschichte ist im Film auch die Freundschaft zwischen zwei Frauen zentral. "Eine Frauenfreundschaft ist eine Verbindung von Herz zu Herz, eine Wahrhaftigkeit, die sich in totaler Offenheit zeigt, die sich gegenseitig berühren darf", sagte Chiara Schoras dem ZDF. Es werde immer wichtiger, dass Frauen zusammenrücken, Schulter an Schulter stehen, sich gegenseitig unterstützen und hochhalten sowie die Stimmen erheben gegen die Ungleichheit, die es leider immer noch zwischen den Geschlechtern gebe.

Drei weitere neue Herzkino-Filme

"Eine Wingwoman verliebt sich nicht" läuft am letzten August-Sonntag, wenn in der ARD der "Tatort" noch in der Sommerpause ist. Es ist der erste von vier neuen gleichzeitig veröffentlichten ZDF-Herzkino-Filmen. "Sie erzählen von Frauen unterschiedlichen Alters, die zwischen Selbstschutz und Sehnsucht ihren eigenen Weg zur Liebe finden", heißt es aus Mainz. Alle vier Filme können schon ab 21. August in Web und App des ZDF gestreamt werden und laufen dann an den vier Sonntagen 30. August, 6., 13. und 20. September.

Die "Herzkino"-Reihe im ZDF präsentiert seit rund 17 Jahren sonntagabends Liebesfilme, viele davon aus der Feder von Rosamunde Pilcher, Katie Fforde oder Inga Lindström (ein Pseudonym der deutschen Autorin Christiane Sadlo).

Den angestammten Sendeplatz für Romantisches gibt es noch länger, von Mitte der 80er bis etwa 2009 hieß es "Der große ZDF-Sonntagsfilm".

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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