TV-News: Romance statt Bromance? Neue Komödie mit Kross und Ullmann
Zwei beste Kumpels, eine neue Liebe und der Kampf um die Freundschaft. "Mein bester Freund, seine Freundin und ich" bei Netflix erzählt eine vertraute Geschichte. Reicht das für einen guten TV-Abend?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Manchmal sind es gerade die vorhersehbaren Filme, die einen Abend retten. Zwei Menschen verlieben sich, etwas steht der Beziehung im Weg und am Ende finden doch alle wieder zueinander. Man hat das Gefühl die Geschichte schon nach wenigen Minuten zu kennen – und schaut trotzdem weiter.
Vorhersehbare Filme leben schließlich nicht unbedingt davon, dass sie das Rad neu erfinden. Wir schauen sie, weil wir mit den Figuren mitfiebern, über die Witze lachen können oder uns in vertrauten Geschichten wiederfinden.
Jetzt gibt es auf Netflix "Mein bester Freund, seine Freundin und ich" (Streamingstart 14. August). An vertrauten Zutaten mangelt es der in und um Köln gedrehten Komödie nicht. Doch ist es eine Geschichte, die hängen bleibt?
Bromance gegen Beziehung
Olli (Kostja Ullmann) und Matze (David Kross) sind seit Kindheitstagen beste Freunde. Sie wohnen zusammen, arbeiten zusammen und wollen bald gemeinsam um die Welt reisen. Doch als Matze Rebecca "Becky" (Janina Uhse) kennenlernt, gerät die beste Freundschaft ins Wanken. Natürlich verlieben sich die beiden sofort. Und selbstverständlich verbringen sie fortan jede freie Minute miteinander.
Hinter der Ausgangslage steckt ein durchaus vertrauter Konflikt. Was passiert, wenn zwei Menschen, die ihr Leben lange gemeinsam gedacht haben, unterschiedliche Wege einschlagen?
Für Olli steht die Schuldige schnell fest. Becky taucht plötzlich überall auf, und Matze erkennt er kaum wieder. Abende verbringt er lieber mit ihr statt mit ihm. Dass Menschen sich verlieben und dadurch neue Prioritäten setzen, wäre eine mögliche Erklärung. Für Olli ist es nur eines: Beziehungs-Gehirnwäsche auf Kosten der Männerbeziehung.
Diese vermeintliche Gehirnwäsche wird zum wiederkehrenden Witz des Films. Immer wieder taucht der gemeinsame Freund Schmitti (Ferdinand Hofer) auf, der das wilde Partyleben gegen eine feste Beziehung und ein bürgerliches Leben eingetauscht hat. Der Running Gag: Betrinken und Dinge unternehmen sind strikt nur noch mit Erlaubnis der Partnerin möglich - oder heimlich.
Als Ausdruck von Ollis übertriebener Angst vor festen Beziehungen mit Frauen funktioniert das zwar, nach mehreren Variationen desselben Witzes nutzt sich das Muster allerdings ab. Man wagt sich die Frage zu stellen: Zieht dieser altbekannte Scherz 2026 überhaupt noch?
Bekanntes Rezept, wenig Würze
Schon der Titel erinnert an einen anderen Film: "Meine Braut, ihr Vater und ich" (Originaltitel: Meet the Parents) aus dem Jahr 2000. Auch dort konkurrieren zwei Menschen um die Zuneigung und Loyalität einer dritten Person. Seinen Humor zieht der Film aus peinlichen Situationen, Missverständnissen und Figuren, die konsequent über ihre eigenen Schwächen stolpern.
Auch "Mein bester Freund, seine Freundin und ich" versucht, aus einem solchen Konkurrenzkampf Komik zu gewinnen. Der Machtkampf zwischen Becky und Olli nimmt an Fahrt auf, nachdem eine Hausparty eskaliert und Becky erkennt, dass Olli sie am liebsten wieder loswerden würde. Beide wollen Matzes ungeteilte Aufmerksamkeit – koste es, was es wolle.
Doch die Geschichte wirkt schnell auserzählt und Figuren sowie Witze bleiben öfter flach. Schon nach wenigen Minuten glaubt man zu wissen, wie die einzelnen Charaktere ticken. Wirklich kennengelernt hat man sie deshalb noch lange nicht. Dafür nimmt sich der Film zu wenig Zeit. Auch das Schauspiel wirkt häufig überzeichnet. Pointen werden so demonstrativ ausgespielt, als hätte der Film Angst, jemand könnte den Witz versehentlich verpassen.
Genau darin liegt das Problem des Films: Nicht seine Vorhersehbarkeit macht ihn schwach, sondern dass er dem bekannten Muster wenig Eigenes hinzufügt.
Bei Streamingproduktionen der letzten Jahre entsteht nicht selten der Eindruck, dass Filme nur darauf bedacht sind, leicht konsumierbar zu sein. Das muss nichts Schlechtes sein. Schwierig wird es, wenn dabei kaum Figuren oder eine Geschichte entsteht, die länger als bis zum Abspann im Gedächtnis bleiben.
Gucken oder nicht gucken?
Lohnen kann sich "Mein bester Freund, seine Freundin und ich" trotzdem für Menschen, die gerade genau das suchen: einen leichten Film, dessen Erzählstränge überschaubar bleiben und bei dem man sich darauf verlassen kann, dass am Ende alles irgendwie gut wird.
Nicht jeder Film muss lange nachhallen. Manchmal reicht es, sich anderthalb Stunden unterhalten zu lassen. Wer genau das sucht, könnte mit "Mein bester Freund, seine Freundin und ich" einen entspannten guten Abend haben.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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