TV-News: "Naive Kneipen-Idee" – Doku über legendäres Wacken-Festival

1990 wollten zwei Metal-Fans in einem kleinen Kaff mit ihren Kumpels zu ihrer Musik feiern. Inzwischen ist daraus das größte Metal-Fest der Welt geworden – doch der Weg dorthin war matschig.

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Vom Schlittenhügel in der schleswig-holsteinischen Provinz zum größten Metal-Festival der Welt: Wacken ist heute legendär, doch der Weg dorthin war ähnlich matschig, wie es der Festival-Boden traditionell ist.

Eine neue Dokumentation, die ab dem 4. Juni bei Magenta TV zu sehen sein soll, erzählt die Geschichte eines kleinen Dorffestes, das zum heute wohl größten Metal-Gelage der Welt mit 85.000 Fans wurde und das in diesem Jahr zum 35. Mal stattfindet. Der Film von Regisseurin Cordula Kablitz-Post erzählt davon, wie zwei Musikfans sich auf einem Acker vor ihrer Haustür ihre eigene Welt erschufen.

"Die Party war die Motivation", sagt Thomas Jensen, einer der beiden Festival-Gründer. "Die Party mit unseren Kumpels, mit unserer Musik – und keiner soll uns nerven." Es sei "eine ganz naive Kneipen-Idee" gewesen. "Wir wussten eigentlich nix." Gestartet wurde 1990 mit einem ausgemusterten Bierzelt.

Gerichtsvollzieher stand irgendwann vor der Tür

Dass das Ganze nicht ganz ohne Nerverei ablief, zeigte aber spätestens das Jahr 1993. Jensens Mutter starb, Co-Gründer Holger Hübner hatte einen schweren Auto-Unfall – und auch mit dem Metal-Fest lief es nicht rund.

Das 1993er-Festival fand in der Hochzeit des Grunge und einer schweren Zeit für Heavy Metal statt, es sei "finanziell ein Desaster" gewesen. "Wir haben den Fehler gemacht, dass die Zuschauer auf den Campingplatz kamen, ohne den Eintritt zu bezahlen", sagt Hübner in dem Film. Schulden häuften sich, ein Gerichtsvollzieher habe irgendwann vor der Tür gestanden. "Das war auch nicht so geil."

Musikgrößen kommen zu Wort

Neben den beiden Gründern, die emotional, lebendig und überaus unterhaltsam erzählen, kommen in der Dokumentation Weggefährten und Musiker zu Wort, darunter Größen wie Iron-Maiden-Sänger Bruce Dickinson, Kiss-Mastermind Gene Simmons, Klaus Meine und Rudolf Schenker von den Scorpions und der 2015 gestorbene Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister. "Es hat eine magische Atmosphäre", sagt der in einem alten Interview. "Es regnet immer – und immer bleiben die Leute trotzdem."

Metal-Queen Doro Pesch strahlt richtig, wenn sie von ihrem Auftritt in den 1990er Jahren erzählt. "Das sind ein paar Die-Hard-Fans, die wollen ein Metal-Festival machen." Diese Idee habe sie – trotz kleiner Gage – fasziniert.

Neben vielen Rückblicken und nostalgischen Erzählungen zeigt die Doku, die ihre Weltpremiere am 9. Mai beim Dok.Fest in München feierte, die beiden Veranstalter beim Festivalgeschehen 2024 und gibt dabei einen Einblick, wie es ihnen gelang, Guns N’ Roses als Headliner für Wacken 2025 zu verpflichten.

Für die Jubiläumsausgabe haben sich beim Wacken Open Air (W:O:A) vom 29. Juli bis 1. August in diesem Jahr Judas Priest, Def Leppard, Powerwolf, Hämatom, In Flames, Saxon und Heavysaurus angekündigt.

Und dieses Mal soll es weniger matschig werden: Die Veranstalter wollen 10.000 Quadratmeter vor den beiden Hauptbühnen temporär durch Platten abdecken – entweder aus Kunststoff oder aus Holz.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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