TV-News: "Der Lehrer" kommt zurück aus der großen Pause

Großes Comeback im Klassenzimmer: Schauspieler Hendrik Duryn kehrt nach Jahren als RTL-"Lehrer" Stefan Vollmer zurück. Die Serie war einst etwas klanglos geendet - und soll nun neu durchstarten.

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Wenn ein Lieblingslehrer geht, kann das traumatisieren. Auf dem Pausenhof - aber auch vor dem Fernseher. So geschehen im Jahr 2020, als Schauspieler Hendrik Duryn überraschend ankündigte, den Dienst in der RTL-Serie "Der Lehrer" quittieren zu wollen. Bald schwächelten die Quoten der preisgekrönten Serie - und wenig später wurde sie in eine große Pause geschickt. Bis jetzt.

Pädagoge Stefan Vollmer - Typ: liebenswerter Chaot mit chronisch hochgekrempelten Anpacker-Ärmeln - entstaubt die alte Ledertasche und kehrt zurück in den Schuldienst. Hauptdarsteller Hendrik Duryn (58) spielt wieder die Rolle, die ihn und die Serie einst wahnsinnig populär gemacht hat - und die ihn irgendwie auch nie wirklich losließ. Am Mittwoch (21. Mai) starten die neuen Folgen auf RTL+, am 28. Mai dann im regulären RTL-Programm.

Ein klassisches Comeback, könnte man meinen. Duryn will davon jedoch nicht sprechen. "Wir kommen einfach wieder zu dem Punkt zurück, an dem wir schauen, was dieser Charakter gerade treibt", sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Stefan Vollmer hat für ihn längst ein Eigenleben entwickelt.

Weshalb Duryn damals ging

Die Frage ist natürlich, wie das zu bewerkstelligen war. Immerhin war Duryn einst mit etwas Theaterdonner aus der Serie ausgeschieden. Seit 2007 hatte er für "Der Lehrer" vor der Kamera gestanden. Vor sechs Jahren aber hieß es plötzlich, Duryn höre auf. Kurz darauf wurde ein neuer Pädagoge vor die Klasse geschoben - Schauspieler Simon Böer übernahm, allerdings ohne Fortune.

Die Serie wurde vorerst eingestellt. Duryn ließ durchaus erkennen, dass der Abgang irgendwie in ihm arbeitete. "Ich habe es nicht geschafft, ich war zu schwach", raunte er 2023. "Ich habe verloren." Zudem veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "Sie sind doch der Lehrer, oder?".

Als Gründe nennt er heute Verschiebungen hinter den Kulissen. Für frühere Staffeln habe man etwa 100 bis 120 Arbeitstage investiert, sagt er. Das sei auch notwendig gewesen. "Um die Geschichten so offen, dabei witzig und wahrhaftig zu entwickeln, braucht es eben Zeit. Ist wie mit einem guten Menü in einem guten Restaurant." Diese Zeit sei dann aber "nicht mehr gegeben" gewesen, wie er es formuliert. "Da musste ich meinen Hut nehmen und Leuten Platz machen, die das in viel kürzerer Zeit leisten konnten."

Nun haben beide Seiten aber offenbar wieder ein Rezept gefunden, das allen schmeckt. Duryn verbindet das auch mit der Berufung von RTL-Programmchefin Inga Leschek. "Ich nehme dort einen neuen Mut wahr, wieder selbstständig kreativ zu werden und an alte Erfolge anzuknüpfen", sagt er.

Sitzenbleiben? Nicht mit Vollmer

So viel zum Vorgeplänkel - bleibt die Frage, wie man den Zuschauern erklärt, was Stefan Vollmer nun eigentlich wieder vor eine Klasse voller Generation-Z-Sorgenkinder zieht. Eigentlich hatte sich der lässig-coole Kölner Pädagoge mit den stets offenen Überhemden ein neues Leben in Leipzig aufgebaut, sogar mit eigener Werkstatt.

Das Drehbuch fackelt da nicht lange. Vollmer läuft eine Schülerin vor das Auto. Er bleibt Vollmer-mäßig cool, will ihr helfen - und bemerkt dann, dass sie seine Geldbörse hat mitgehen lassen. Als er sich auf die Spuren der Diebin begibt, landet er in einer Klasse, in der ein heillos überforderter Lehramtsstudent den Lehrer geben muss. Vollmer stürmt ins Lehrerzimmer, um mit der Direktorin kurz die deutsche Bildungsmisere durchzuverhandeln. "Die Schüler sind ihnen völlig egal, oder?", blafft er sie an. Sie antwortet: "Die sind sich doch selber völlig egal." Es fallen Wörter wie "bürokratische Hürden" und "marode Infrastruktur".

Dass das nicht so bleiben kann, ist klar - Vollmer steigt wieder ein, um die Dinge geradezurücken. Er lehrt seinen neuen Schülern fortan wieder Stoff. Aber auch, wie ein Leben gelingen kann.

Wer wird hier "gefriendzoned"?

Die Autoren haben sich spürbar bemüht, der Serie ein sanftes Update zu verpassen. Teenager sprechen von "Crush" oder werden "voll gefriendzoned". Pepe Nietnagel hat weiland in "Die Lümmel von der ersten Bank" noch anders auf dem Pausenhof daher palavert.

Wer einen Sinn für universellere Lebensweisheiten hat, wird aber weiterhin zuverlässig von Vollmer abgeholt. "In jedem Moment unseres Lebens gibt es einen neuen Zug, der in die Zukunft fährt", gibt er seinen oft strauchelnden Schützlingen mit auf den Weg. "Ihr müsst einfach nur ein Ticket ziehen."

Damit bleibt der Charakter für das Publikum das, was er für seine Schüler ist: ein verlässlicher Anker. "Stefan Vollmer hat sich im Kern nicht verändert, und das war mir auch extrem wichtig", sagt Hauptdarsteller Duryn. Der Mann habe weder ein Burn-out noch müsse er traumatische Erlebnisse verarbeiten.

Er ist einfach wieder da. "Er hat ein festes Wesen, und wir schleichen uns jetzt einfach wieder in sein Leben ein, um zu sehen, wo er gerade steht", sagt Duryn. "Die Zuschauer können sich also darauf verlassen, dass sie genau den Typen wiedersehen, den sie kennen."

Zunächst gibt es sechs neue Folgen. Duryn und seine Leute haben aber auch schon darüber nachgedacht, wie es weitergehen könnte. "Was daraus wird, wissen wir nicht", sagt er. "Aber wir sind bereit." Damit es nicht noch einmal einen traumatischen Lehrerwechsel gibt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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