TV-News: Tod nach der Party - Neue Reihe "Havelland-Krimi" im ZDF

Am Ufer der Havel wird eine Studentin tot gefunden. War es ein Femizid? Das neue ZDF-Ermittlerteam in Brandenburg stößt auf einen alten Verdächtigen und überraschende Wendungen.

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Rotes Licht, wummernde Bässe, Party-Stimmung: Das spätere Opfer tanzt. Als sich die Studentin umdreht, ist gleich klar, da stimmt etwas nicht. Am nächsten Morgen wird sie tot an der Glienicker Brücke in der Havel gefunden - und das TV-Ermittlerteam vom neuen "Havelland-Krimi" hat seinen ersten Fall.

Die erste Folge namens "Hinter der Fassade" zeigt das ZDF am Samstag, 9. Mai um 20.15 Uhr und sie ist bereits verfügbar im Streamingportal des Senders.

"Sie war die Beste", sagt Professor Fabian Brenner (Daniel Sträßer) über die Tote, die im Studium anspruchsvolle Skulpturen aus Sandstein restauriert hat. Der Prof sei unheimlich gewesen und habe sich zu seiner Studentin hingezogen gefühlt, sagt Mitbewohnerin Cleo Morel (Bineta Hansen) aus. Ob sie wohl eine Affäre hatten?

Die Staatsanwältin kennt den Mann: Brenner war vor Jahren Hauptverdächtiger im sogenannten Glückskeks-Mord - mit dem Spruch "Du und ich für immer vereint". Die Tote damals war seine Partnerin, der Zettel steckte in ihrem Hals. Doch Brenner wurde freigesprochen; der Mordfall blieb ungelöst. Natürlich gerät der Professor jetzt erneut in den Fokus.

Superrecognizer, lässiger Kommissar und idealistische Referendarin

Zwei Frauen und zwei Männer gehören zu dem neuen Ermittler-Quartett in Brandenburg. Die erfahrene Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé) hält als Chefin die Fäden in der Hand. Sie ist ehrgeizig; Misserfolge hängen ihr nach: "Sie werden in Ihrer juristischen Laufbahn Fälle bearbeiten, die Sie nicht mehr loslassen", doziert sie vor ihren Studierenden.

An Paulos Seite ist Max Zeller (Jens Atzorn). Er ist vordergründig der lässige Kriminalhauptkommissar. Hinter der Fassade kämpft er als alleinerziehender Vater in seinem Privatleben, seitdem seine Frau bei einem Fahrradunfall ums Leben kam. Seinen Sohn nimmt er aus Not kurzerhand mit auf die Arbeit in die Rechtsmedizin.

Als Dritter im Bunde kam Kommissar Lennard Rösken (Anton Dreger) ins Team. Seine Spezial-Fähigkeit: Er ist ein Superrecognizer. "Ich muss ein Gesicht nur einmal sehen, um es wiederzuerkennen", erklärt er und zeigt sein Können in diesem Fall mehrmals. Er ist der Mann für die Daten und Fakten - und etwas spröde reserviert.

Unsichtbarer Club-Stempel im Schwarzlicht entdeckt

Um das Quartett perfekt zu machen, will die Referendarin Jasna Nowak (Linda Belinda Podszus) unbedingt ins Team aufgenommen werden. Sie ist idealistisch und unverbraucht. Wie viele Fragen sie habe? "Tausend Fragen", antwortet sie, ohne zu zögern.

Ans Herz geht sie ihren älteren Kollegen und der Staatsanwältin mit ihrer Cleverness, die sich nicht nur einmal zeigt. Von ihr stammt die Idee, nach einem unsichtbaren Club-Stempel auf der Haut der Toten zu suchen oder die Taktik, eine Zeugin erneut vernehmen zu dürfen.

Die Debatte um Femizide zieht sich durch den Krimi

Die Ermittlungsarbeit verläuft klassisch und absehbar. Nach dem Fund der Toten ist schnell klar: Der Fundort an der Brücke zwischen Berlin und Potsdam ist nicht der Tatort. Hunderte Beamte der Spurensicherung durchsuchen das Ufer - bis sie eine entscheidende Spur mit DNA an einem Efeustrauch finden. Auch das Handy der Toten fischen sie aus dem Wasser. Nun gibt es weitere Verdächtige - und damit Wendungen.

Die Debatte um Femizide - wenn Frauen getötet werden, weil sie Frauen sind - schwingt den ganzen Krimi über mit. "Fast täglich sterben in Deutschland Frauen durch Männer, die sich ihrer Ehre gekränkt fühlen", sagt Referendarin Nowak wütend. "Wann wird systematische Gewalt gegen Frauen explizit anerkannt und Femizide endlich als Straftatbestand aufgenommen?"

Staatsanwältin Paulos reagiert als Nowaks Gegenspielerin abgeklärt: "In Italien, Malta, Zypern, Kroatien ist es das bereits, in Deutschland weiterhin nicht." Es ist offensichtlich, dass sie im Kampfmodus ist - sie hat noch eine Rechnung offen. "Femizide sind auf patriarchale Denkmuster wie Dominanz, Kontrolle, Besitzdenken zurückzuführen."

Die Rechtsmedizinerin ist ein Unikat mit Dialekt

Lokalkolorit gibt es in dem neuen Krimi natürlich auch. Der Vater der Toten Ronny Winkler (Konstantin Lindhorst) arbeitet in einem Waschsalon - es ist die "Waschbar" am Potsdamer Bahnhof Charlottenhof. Auch die Straßenszenen entstanden in der brandenburgischen Hauptstadt.

Und die Rechtsmedizinerin Sanne Plaussner (Nadja Engel) ist - ganz wie man es liebt in TV-Krimis - ein Unikat mit Dialekt. "Mund uff, wenn watt is!", verlangt sie etwa am Seziertisch. Sie ist direkt, spricht ohne viele Umschweife und trotzdem liebevoll: "Wennde merkst, daste umkippst, ja, denn sachste vorher Bescheid, allet kla?" Auf den Steinboden wolle schließlich niemand mit dem Kopf aufschlagen.

"Willkommen im Team", heißt es in der letzten Szene von Staatsanwältin Paulos mit Blick auf Referendarin Nowak. Das neue Ermittlerteam steht an die Havel - dort liegen zum Gedenken an die tote Studentin Blumen, Briefe und Kerzen. Im Sommer werden nach Angaben des ZDF zwei weitere "Havelland-Krimis" gedreht.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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