TV-News: ZDF-Film "Baumgeflüster" zeigt schwule Romanze
Zwischen Wald, Missverständnissen und verliebten Blicken: In der Romanze geraten Yascha und Mats in ein Gefühlschaos - inklusive Slapstick. Mit dabei: bekannte Gesichter aus Film und Fernsehen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Zum ersten Mal erzählt das ZDF in der "Herzkino"-Reihe eine schwule Liebesgeschichte zweier Hauptfiguren. Im Zentrum des Films "Baumgeflüster" steht Yascha (Linus Schütz), der im bayerischen Forst-Ministerium arbeitet, aber nun holterdiepolter einen Förster vertreten soll. Noch dazu mit speziellem Auftrag: Seine Chefin will einen Privatwald kaufen, um einen Nationalpark einrichten zu können. Yascha soll den Besitzer überzeugen.
Nun kommt es, wie es kommen muss in einer Liebeskomödie: Schon beim ersten Treffen verknallt Yascha sich in jenen Mann. Da weiß er aber noch gar nicht, wen genau er da vor sich hat. Mit Fotograf Mats (Aaron Friesz) versteht der Aushilfsförster sich auf Anhieb prima ("Er ist wie für mich gemacht.").
Die beiden turteln im Wald. Die Kamera fängt Berührungen und verliebte Blicke ein. Die Sonne scheint dazu durch Baumwipfel. "Wer braucht schon "Brokeback Mountain", wenn man "Baumgeflüster" haben kann?", sagt Schauspieler Friesz laut Presseheft. Das ZDF zeigt den Film am Sonntag um 20.15 Uhr.
Romantik mit Lach-Faktor
Dabei stellt sich Yascha gemeinhin beim Flirten etwas tollpatschig an und wirkt sichtlich nervös. "Kann es sein, dass du zu viel denkst?", fragt ihn Mats. An anderer Stelle, als Yascha über den Wald referiert, stoppt sein Schwarm ihn mit den Worten: "Das ist total unromantisch." So kann das Publikum hier und da schmunzeln. Und auch für Fans von Slapstick-Momenten ist gesorgt.
Im "Herzkino" sollen sich verschiedenste romantische Beziehungen vertreten sehen, erläutert eine ZDF-Sprecherin. "Aus diesem Grund ist es uns wichtig, auch queere Liebesgeschichten zu erzählen. Wir freuen uns daher, dass "Baumgeflüster" eine schwule Liebesgeschichte ins Zentrum stellt."
Doch nur mit Blick auf Hauptcharaktere in diesem Format ist das den Angaben zufolge ein Novum. "Queere Figuren gab und gibt es in TV-Filmen auf diesem Sendeplatz - zum Beispiel in der 100. Folge "Inga Lindström", in der Reihe "Dr. Nice" oder auch in Nebenhandlungen früherer "Herzkino"-Produktionen."
Stadlober, Schropp und Boning mit von der Partie
Reibungslos verläuft die Romanze jedoch nicht: Yascha verstrickt sich wegen eines Missverständnisses in Lügen. Mats hält ihn für einen Lehrer. Immer wieder scheitert Yascha beim Versuch, das aufzuklären. Als sich die Situation aus Mats' Sicht auflöst, ist der schwer enttäuscht. Liebesdrama wie man es kennt.
Da nur 90 Minuten zur Verfügung stehen, spielt sich das ganze Auf und Ab in Windeseile ab. Zumal da nicht nur die Debatte um den Wald-Kauf immer wieder eingewebt wird. Weitere Figuren tauchen in mehr oder weniger großem Umfang auf. Auch zwei Liebesgeschichten entwickeln sich quasi parallel.
So durchlaufen Yaschas Freunde Holger und Mirko ebenfalls ein Wechselbad der Gefühle. Vor allem Robert Stadlober ("Crazy", "Sommersturm") verkörpert seine Rolle mit viel Charme und sorgt immer wieder für lustige Szenen.
Wigald Boning spielt eine Figur, die gerne Bäume umarmt - aber keine Ahnung hat, welcher Baum gerade vor ihr steht. Hinzu kommen bekannte Gesichter wie Jochen Schropp, Inka Friedrich, Thomas Loibl und Luise Kinseher.
Rührende Dackelblicke runden den Film ab. Und für die ganz romantische Note sorgt Yascha, als ihn der verärgerte Mats fragt: "Was ist eigentlich echt an dir?" Seine Antwort mit Schluchzpotenzial: "Meine Gefühle für dich."
Die "Herzkino"-Reihe im ZDF präsentiert seit rund 17 Jahren sonntags um 20.15 Uhr Liebesfilme, viele davon aus der Feder von Rosamunde Pilcher, Katie Fforde oder Inga Lindström (ein Pseudonym der deutschen Autorin Christiane Sadlo).
Den angestammten Sendeplatz für Romantisches gibt es noch länger, von Mitte der 80er bis etwa 2009 hieß es "Der große ZDF-Sonntagsfilm". In der Katie-Fforde-Reihe gab es bis 2021 mehr als 40 Filme, von der Inga-Lindström-Reihe schon mehr als 100 Filme, in der Rosamunde-Pilcher-Reihe mehr als 160.
Die Frühling-Reihe mit Simone Thomalla in der Hauptrolle als Dorfhelferin Katja Baumann kommt in den letzten 15 Jahren auf 61 Filme. Die Serie spielt im fiktiven Alpendorf Frühling. Allein im Januar, Februar und März gab es sechs neue Filme aus der Frühling-Reihe.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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