TV: "Tatort" Frankfurt: Tödlicher Hochhausbrand wirft Fragen auf
Ein brennendes Hochhaus, 13 Tote und auch Jahre später viele Ungereimtheiten. Je näher die Frankfurter "Tatort"-Kommissare der Wahrheit kommen, desto größer wird die Gefahr – auch für sie selbst.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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"Ich will nur Gerechtigkeit - für meine Mutter", sagt Alima Adak. Jahre zuvor hat sie jene Mutter bei einem verheerenden Hochhausbrand in Frankfurt verloren, als eins von 13 Todesopfern. Längst ist ein Untersuchungsausschuss mit dem Fall beschäftigt, der die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen soll. Als dieser ergebnislos zu enden droht, bittet Adak ihren Ex-Freund um Hilfe: Ermittler Hamza Kulina (Edin Hasanovic).
Und schon ist das Frankfurter "Tatort"-Team mittendrin in seinem neuen Fall. Der Film mit dem Titel "Fackel" (Sonntag, 22. März, 20.20 Uhr, das Erste) handelt - natürlich - wieder von einem Cold Case.
Ein Hoffen auf Klarheit und Gerechtigkeit
Konkret geht es um das tödliche Feuer in dem Wohnturm mit Sozialwohnungen, das noch Jahre später etliche Fragen aufwirft. Nach Jahren des Schweigens und der Unsicherheit hoffen die Angehörigen auf Klarheit - und auf Gerechtigkeit.
Warum konnten sich die Flammen so schnell verbreiten, lag das an dem billigen Dämmmaterial? Hatte der Mitarbeiter der Prüfstelle, der das Material untersuchte, tatsächlich einige Monate später Suizid begangen? Wurde bei den damaligen Ermittlungen geschlampt? Und welche Rolle spielt der Chef des Baustoffkonzerns?
Kommissare geraten in Schusslinie der mächtigen Gegenspieler
Je tiefer Kulina und seine Kollegin Maryam Azadi (Melika Foroutan) in den Fall eintauchen, desto mysteriöser wird dieser. Und auch für die Kommissare steigt die Gefahr. Sie geraten selbst in das Visier ihrer Gegenspieler. Irgendjemand möchte nicht, das ermittelt wird und versucht, beide einzuschüchtern. Und für Kulina geht es natürlich auch um eine persönliche Verbundenheit mit dem Fall - oder viel mehr mit den Hinterbliebenen.
Die Regie für diese in weiten Teilen spannende und sehenswerte "Tatort"-Folge führte Rick Ostermann. Das Buch schrieben Sebastian Heeg sowie Schauspieler Tom Schilling ("Oh Boy", "Achtsam Morden").
"Fackel" ist bereits der dritte Fall des noch recht neuen Frankfurter Tatort-Teams. Im Herbst 2025 übernahm das Duo am Main, bestehend aus der iranischstämmigen Kommissarin Maryam Azadi sowie dem in Bosnien geborenen Ermittler Hamza Kulina. Zuvor hatten sich die Vorgänger Janneke und Brix, gespielt von Margarita Broich und Wolfram Koch, nach fast zehn Jahren verabschiedet.
Frankfurter "Tatort" bekommt Grimme-Preis
Gleich der erste Fall "Dunkelheit" über einen Serienmörder, der ein nahezu perfektes Doppelleben geführt zu haben scheint, überzeugte auch die Kritiker. Erst in der vergangenen Woche wurde verkündet, dass der im Oktober 2025 ausgestrahlte Film mit dem Grimme-Preis in der Kategorie "Fiktion" ausgezeichnet wird.
Generell überzeugt das ruhige und vertraute Zusammenspiel von Azadi und Kulina. Das ist aber auch kaum verwunderlich: Die beiden Schauspieler sind längst ein eingespieltes Team, denn Foroutan und Hasanovic kennen sich seit vielen Jahren. "Wir verstehen uns blind", hatte Hasanovic einmal gesagt. Ein Markenzeichen des neuen Frankfurter "Tatorts" ist, dass sich die beiden auf Cold Cases spezialisieren, also auf ungeklärte Mordfälle und Tötungsdelikte aus der Vergangenheit.
Film lehnt sich lose an reale Ereignisse an
Der aktuelle Film "Fackel" lehne sich lose an reale Ereignisse an, konkret an das tragische Geschehen rund um den Brand im Londoner Grenfell Tower, erklären die Macher. "Uns ging es dabei nicht um eine direkte Nacherzählung oder um eine 1:1 -Adaption, sondern um die emotionalen und gesellschaftlichen Dimensionen solcher Katastrophen", sagt Regisseur Ostermann. Da seien die Fragen nach Verantwortung, Versäumnissen, Verdrängung und den Folgen für die Betroffenen. Reale Hintergründe seien als thematische Inspiration genutzt worden. Ostermann betont aber auch: "Die konkrete Handlung, Figuren und der Kriminalfall bleiben jedoch fiktional."
Insgesamt nimmt die Geschichte manche Wendung und gipfelt in einem hochdramatischen Ende - ob es dieses gebraucht hätte, ist wahrscheinlich Geschmacksache.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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