TV: Nach Intendanten-Rücktritt: Führungskultur beim ORF im Blick
Der Rücktritt von ORF-Intendant Roland Weißmann wegen des Verdachts sexueller Belästigung hat weitreichende Folgen. Der Sender will eine Taskforce zur Analyse der Führungskultur einsetzen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Als Konsequenz aus dem Rücktritt von ORF-Intendant Roland Weißmann will der Sender die Führungskultur im Haus beleuchten. Ihren Vorwurf der sexuellen Belästigung habe die Mitarbeiterin nicht an die dafür eingerichteten ORF-internen Gremien weitergeleitet, sondern einen Anwalt eingeschaltet, sagte der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer: "Das muss ein Problem darstellen." Es sei zu fragen, warum Frauen Sorge oder Angst hätten, den ORF-internen Weg zu beschreiten, sagte Lederer weiter.
Weißmann bestreitet den Vorwurf. Der Vorfall soll sich in seiner Anfangszeit als ORF-Intendant 2022 zugetragen haben. Der Rücktritt seines Mandanten sei erfolgt, allein weil er Schaden vom Unternehmen abwenden wolle, so der Anwalt von Weißmann, Oliver Scherbaum.
Der ORF ist mit seinen 4.000 Mitarbeitern in Österreich Marktführer im Fernsehen und im Radio.
Stiftungsrat will Aufklärung aller Facetten und Hintergründe
Generell gehe es um die umfassende Aufklärung des Falles in allen Facetten und Hintergründen, sagte der Vizechef des Stiftungsrats Gregor Schütze. Dies gelte auch für den Zeitpunkt, an dem der Vorwurf der Mitarbeiterin bekanntgeworden sei. Im Mai beginnt die Bewerbungsfrist für den hochdotierten Posten des ORF-Intendanten für die Zeit vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2031. Der 57-jährige Weißmann galt als ein Favorit.
Weißmann ist nach seinem Rücktritt vom ORF beurlaubt worden. Ob und welche weiteren arbeitsrechtlichen Schritte erfolgen, liege in der Hand der ORF-Radio-Chefin Ingrid Thurnher, die momentan die Aufgaben Weißmanns übernommen habe, so der Stiftungsrat. Der 35-köpfige Stiftungsrat, das Kontrollgremium des ORF, kommt am Donnerstag zu einer Plenumssitzung zusammen, in der der Fall diskutiert werden soll. Thurnher soll dabei auch offiziell die vorläufige Geschäftsführung übertragen werden.
Keine Folgen für den ESC
Für die Organisation des Eurovision Song Contests (ESC) sieht der Stiftungsrat keine negativen Folgen. "Wir sind voll funktionsfähig", sagte Lederer. Der ORF ist im Mai Gastgeber des Musikspektakels, das als größtes der Welt gilt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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