Fernsehen: ZDF-Serie "Einfach Elli" – Wenn ADHS zur Superkraft wird
Was passiert, wenn ADHS nicht als Schwäche, sondern als Stärke gezeigt wird? Die ZDF-Serie "Einfach Elli" erzählt von Herausforderungen und neuen Perspektiven vor schönster bayerischer Alpenkulisse.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Nicht nur in sozialen Medien ist ADHS ein Dauerthema. Influencerinnen und Influencer stellen die Aufmerksamkeitsdefizit-Störung – mit oder ohne Hyperaktivität – reihenweise bei sich fest, auch die Zahl der offiziellen Diagnosen bei Erwachsenen ist in Deutschland deutlich gestiegen. Nun startet dazu im ZDF eine Serie mit Klara Deutschmann ("Hubert und Staller") und Clelia Sarto ("Maxton Hall"), die im Karwendelgebirge spielt.
"Einfach Elli" erzählt von der Notfallsanitäterin Elli, die wie ihre Mutter ADHS hat und daraus eine Superkraft macht, wenn auch nicht immer. Das ZDF zeigt vorerst zwei Folgen, am 12. und 19. März um 20.15 Uhr im Fernsehen sowie schon vorab in der ZDF-Mediathek. Was kann man erwarten?
Worum geht es?
Im ersten 90-Minüter "Neuanfang" startet Elli (Deutschmann) in der Rettungsstelle Karwendel Nord - in schönster Alpenidylle. Es ist ihr Traumjob, doch schon am ersten Tag eckt sie an, noch vor Dienstbeginn. Elli wird Zeugin eines schweren Unfalls und rettet einer Frau das Leben. Als sie deshalb zu spät in der Wache erscheint, ist ihre Chefin sauer.
Elli trifft auf strikte Regularien und Hierarchien, was ihr nicht leichtfällt. Zu schaffen macht ihr auch ein Geheimnis ihrer Mutter Louise (Sarto), das Ellis Leben auf den Kopf stellt. Im zweiten Film "Verzeihen" muss sie damit klarkommen - und nebenbei Leben retten.
Was macht Elli besonders?
Ganz klar ihre ADHS, die ihr Gehirn anders funktionieren lässt. Anders als ihre Mutter Louise nimmt Elli Tabletten und geht in Therapie, um ihren Traum einer medizinischen Karriere besser verwirklichen zu können. Dennoch macht sich ihre Neurodivergenz bemerkbar. Etwa, wenn sie sich aus einem Impuls heraus über Kompetenzen und Regularien hinwegsetzt, wenn es ihr nötig erscheint.
Lohnen sich die Folgen?
Die Serie bewertet nicht, sondern zeigt ADHS als Superkraft. Denn Elli besitzt ein ganz besonderes Gespür für Gefühle und Zusammenhänge. Sie bemerkt Dinge, die anderen schlicht nicht auffallen und ist äußerst kreativ. Und gerade weil sie so spontan ist, bewirkt sie oft mehr als andere, die stundenlang über einer Sache brüten.
Allerdings: die Serie wartet nicht mit revolutionär Neuem auf, es ist eine Mischung aus ZDF-Serien wie "Frühling" und "Der Bergdoktor". Sehenswert sind die Folgen vor allem wegen Sarto und Deutschmann, die mit viel Herz und Freude als wunderbares Mutter-Tochter-Gespann dabei sind.
Wie wird ADHS vermittelt?
"Einfach Elli" zeigt die Andersartigkeit als selbstverständlichen Teil des Lebens. Elli und ihre Mutter können anstrengend sein – doch wer ist das nicht manchmal? Gleichzeitig sind sie sehr sympathisch in ihrer oft chaotischen und impulsiven Art, wobei diese bei Mama Louise noch stärker ausgeprägt ist.
Was sehen die Schauspielerinnen in ihren Rollen?
Deutschmann sieht bei sich eine Gemeinsamkeit mit Elli: "In den Austausch und die Konfrontation zu gehen, auch wenn das vielleicht unangenehm sein könnte. Elli ist da nur noch etwas besser drin als ich."
Clelia Sarto findet eher weniger Parallelen zu ihrer Figur der chaotischen Louise. Sie selbst würde die Sachen vielleicht strukturierter, mit einer größeren Ruhe oder mit einer größeren Klarheit angehen. "All das will Louise nicht." Dennoch bereitete ihr die Rolle Vergnügen. "Für all das, was Louise macht, wäre ich früher aus dem Unterricht geflogen. Das hat schon Spaß gemacht."
Warum ist eine Serie über ADHS wichtig?
"Wir reden endlich drüber, wir holen das raus aus dem Verpönten, Neurodivergenz allgemein und jegliche Formen von psychischen Themen", sagt Sarto, die an Zeiten denkt, als unruhige Kinder als "Zappelphilip" galten und mitunter gar bestraft wurden.
"Luise kommt aus einer Zeit, da ist ADHS ein Problem gewesen, bei Mädchen sowieso, vielleicht auch noch mal ein Tacken schlimmer", erinnert sich die Schauspielerin. "Wenn du so aufwächst, dann baust du einen Schutzwall um dich herum. Du hast dein Leben lang gehört, dass du nicht richtig bist, so wie du bist."
Deutschmann sieht das auch so – und hat schon vor dem Filmstart Nachrichten von Betroffenen erhalten. "Menschen bedanken sich dafür, dass diese Themen einen Ort haben und sagen, dass sie sich total gesehen fühlen", erzählt die Schauspielerin der Deutschen Presse-Agentur.
Wer spielt noch mit?
Sebastian Griegel ("Mandat für Mai") ist Ellis Sanitäter-Kollege Felix, Rainer Bock ("Zweigstelle") ist zu sehen als Lebensfährte von Louise. Arztrollen im Krankenhaus spielen unter anderem Sophie von Kessel ("Das Verhör in der Nacht") und Marcus Mittermeier ("München Mord"). Ein weiterer wichtiger Darsteller: die Bilderbuchlandschaft. Gedreht wurde unter anderem im bayerischen Mittenwald, in Garmisch-Partenkirchen und in St. Johann in Tirol.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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