TV-News: Ab ins Cottage - der "Heated Rivalry"-Höhepunkt
Millionen lieben "Heated Rivalry". Mit dem Satz "I’m coming to the cottage" in der Schlüsselfolge 5 hebt Ilya seine Romanze mit Shane nun auf eine neue Stufe. Im echten Leben löst das einen Hype aus.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Wie besessen sind Serienfans weltweit von dem Satz "I’m coming to the cottage" - "Ich komme ins Ferienhaus". Er stammt aus der Schlussszene der mit – nicht nur intimen - Höhepunkten vollgepackten Folge fünf der erfolgreichen Streaming-Serie "Heated Rivalry".
Der Russe Ilya fühlt sich durch ein unerwartetes Ereignis im Eishockey-Sport plötzlich ermuntert, Shanes Wunsch nach Zweisamkeit in der Sommeridylle an einem See zu erfüllen. Bei HBO Max in Deutschland ist diese Kultfolge jetzt auch zu sehen (Veröffentlichung: 6. März).
Mit dem in Aussicht gestellten Cottage-Besuch hebt Ilya (Connor Storrie) nicht nur seine über Jahre von Gelegenheitssex mit dem Kanadier Shane (Hudson Williams) geprägte Romanze auf eine andere Ebene. Der Satz trifft vielmehr einen Nerv, läuft im Netz viral und löst auch im echten Leben einen Hype aus.
Das Cottage selbst wird – so viel sei schon verraten - erst in der sechsten und letzten Folge der ersten Serienstaffel zum Schicksalsort, zu einem Wendepunkt.
Das Verhältnis von Ilya, der mit seiner Herkunft aus einer Polizeifamilie in einem schwulenfeindlichen Russland ringt, ist viele Jahre auf dem Eis von Rivalität und im Bett von großer Leidenschaft geprägt.
Cottage als Codewort für intimen Rückzugsort
Die beiden Eishockeystars verstecken ihre Beziehung, weil der Profisport in den USA – anders als die liberale Gesellschaft um ihn herum - von homophobem Männlichkeitskult beherrscht wird. Und nun stellt sich die Frage, ob sich was ändern wird.
Im Internet laufen Foren über mit Diskussionen um "Heated Rivalry". Und gerade Folge fünf ist so dicht mit einem Feuerwerk berührender Momente, dass am Ende der magische Satz "I’m coming to the cottage" einen Ausblick gibt auf das fulminante Finale der ersten Serienstaffel.
"I’m coming to the cottage" ist inzwischen ein geflügelter Ausdruck in sozialen Netzwerken; er dient als Codewort für einen intimen Rückzugsort, es gibt ihn gemixt in Songs, auf T-Shirts, Tassen und anderem Merchandising-Artikeln. Und der Clou: das Cottage in Kanada in romantischer Landschaftsidylle ist
bei Airbnb buchbar
.
Da fragt sich nun mancher, warum gerade ein einziger Seriensatz so viral gehen kann im echten Leben. Blogs, aber auch Psychologen befassen sich inzwischen mit dem Phänomen, das aus der ohnehin beliebten Serie besonders heraussticht. Einerseits ist bekannt, dass romantische Stoffe – besonders um "verbotene Liebe" – in Serien und Büchern im Trend liegen. Aber wieso zündet vor allem die Cottage-Nummer so?
Expertin: Cottage als Ort der Freiheit
Den Erfolg der Zeile erklärt die US-amerikanische Psychologin Isabelle Morley damit, dass das Cottage als Symbol für einen romantischen Raum stehe, in dem die Zweisamkeit und geheime Liebe voll aufblühen könne. Auch in der Serie "Bridgerton" erfülle das Cottage für Benedict, den Lord, und Sophie, das Dienstmädchen, diese Funktion, schreibt sie in ihrer Kolumne für "Psychology Today".
Im Cottage könnten die Paare ohne ständige Beobachtung von außen sie selbst sein und ihre Beziehungen festigen, erklärt sie. "Nur in den Cottages haben sie diesen Raum und die Freiheit."
Vor allem auch in der queeren Community dient das Cottage längst als Metapher für einen sicheren Ort, an dem oft im Verborgenen gehaltene Beziehungen ausgelebt werden können – wo sich jeder fallenlassen kann. Und bei "Heated Rivalry" kann es auch der Ort werden, an dem aus der bisher vorrangig körperlichen Beziehung zwischen Ilya und Shane etwas Tieferes wird.
Deutsche Verlegerin spricht von herzzerreißender Folge 5
Folge fünf bietet aber mehr als diesen Satz. "Die Folge ist herzzerreißend", sagt Jeanette Bauroth, Inhaberin des Verlags Second Chances, in dem die deutsche Fassung des Buchs der kanadischen Autorin Rachel Reid erschienen ist. "Man begleitet Shane und Ilya auf einer schwierigen Reise, und dabei ringen sie auch mit sich selbst. Shane ist sich noch nicht so sicher, wer er ist, Ilya weiß schon, wer er ist, hat aber das Gefühl, dass er das nicht sein dürfe. Man muss darauf vertrauen, dass am Ende alles gut wird."
Allein in den USA haben mehr als elf Millionen Menschen die Serie seit ihrem Start im Dezember gesehen. Zwar sind für Deutschland keine Zahlen bekannt, aber eine Sprecherin von HBO Max erklärt den Erfolg der Serie so: "Sie ist nicht einfach auf Sex reduziert, sondern eine richtige Liebesgeschichte, zwischen zwei Männern und das in einem sehr männlichen Sport; das hat offenbar einen Nerv getroffen."
Und auch die Partyszene in Berlin und anderen Städten hat der "Heated Rivalry"-Hype erreicht. In Köln, wo die fünfte Episode bei einer Party am Wochenende auf einem Bildschirm lief, kreischten besonders viele Frauen in Eishockey-Shirts vor Verzückung bei einer romantischen Kussszene zweier Männer. Und sie tanzten und sangen zu einem Remix von "All the things she said" der für ihre lesbischen Küsse bekannten russischen Kultband t.A.T.u., einige trugen auch Shirts mit der Zeile "I'm coming to the cottage".
Vor allem aber können sich Fans nicht nur auf Folge sechs (und das Finale der ersten Staffel) freuen, sondern auch auf eine Fortsetzung: Staffel zwei. In diesem Sommer sollen die Dreharbeiten beginnen. Macher ist wieder Jacob Tierney, der die Buchvorlage fürs Fernsehen adaptiert hat. Bis zur Ausstrahlung heißt es allerdings warten – bis 2027.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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