TV-News: Vom Baumarkt in den Einsatz: Neuer Samstagskrimi im ZDF
Ermittelt wird im deutsch-österreichischen Grenzgebiet, Alpenklischees sucht man aber vergeblich. Im Fokus der neuen Reihe stehen zwei ungleiche Frauen, besonders die eine ist originell.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Das ZDF startet eine neue Krimi-Reihe und setzt dabei wieder auf Regionalität und Lokalkolorit. "Der Garmisch-Krimi" heißt das Format, bei dem im deutsch-österreichischen Grenzgebiet ermittelt wird. Die erste Folge ist am Samstag (28.2.) um 20.15 Uhr zu sehen, in der Mediathek (im ZDF-Streamingportal) schon jetzt.
Was kann man von dem neuen Format erwarten?
Auf keinen Fall gibt es hier die gängigen Alpenklischees. Das machte Produzent Karsten Günther (Bavaria Fiction) bereits bei den Dreharbeiten klar. Denn kaum eine Region sei so stark von Stereotypen geprägt wie die Berge, sagte er.
Strahlend blauen Himmel und grüne Almwiesen sucht man in "Der Garmisch-Krimi" daher auch vergebens. Und auch Hauptdarstellerin Lavinia Wilson ("Cassandra") macht in ihrer Rolle deutlich, dass ihr am Sehnsuchtsort vieler Menschen so einiges auf die Nerven geht. Beim Anblick schneebedeckter Gipfel zischt sie nur abfällig: "Verdammte Scheißberge."
Zwei ungleiche Frauen im Einsatz
Der etwas langweilige Titel der neuen Reihe erinnert ein wenig an die ZDF-Serie "Die Garmisch-Cops", die einst am Freitagabend lief. Damals ermittelten ein bayerischer Sturkopf und ein korrekter Norddeutscher zusammen vor perfekter Bergkulisse. Nach zwei Staffeln war dann allerdings Schluss, die Begründung: zu wenig Resonanz beim jüngeren Publikum. Ob die neue Reihe mehr Glück hat?
Auch beim "Garmisch-Krimi" ist ein ungleiches Duo im Einsatz, dieses Mal sind es zwei Frauen. Und von denen ist vor allem die eine originell: Denn Ira Zach (großartig gespielt von Wilson) ist gar nicht mehr bei der Polizei. Statt im Präsidium steht sie als Verkäuferin beim örtlichen Baumarkt im Team Gartenteich auf der Fläche oder fährt im Lager mit dem Gabelstapler umher.
Das ist witzig, besonders, wenn Wilson alias Zach mit bayerischem Dialekt versucht, einer interessierten Kundin auf ehrliche Art einen Koi-Karpfen auszureden.
Mit Katzenbecher und ohne Make-up unterwegs
Ihren ehemaligen Posten als Kommissarin hat eine ehrgeizige Kollegin übernommen, die unterschiedlicher nicht sein könnte: Daphne Meindl (gespielt von der hierzulande noch nicht ganz so bekannten Österreicherin Philine Schmölzer), deutlich jünger und korrekt, trägt gern brave Hemden in Pastelltönen und einen großen Becher mit Katzenmotiv bei sich, aus dem sie ständig über einen Strohhalm saugt.
Zach dagegen ist grantig und impulsiv und scheint irgendwie in den 90ern hängengeblieben zu sein. Nach Feierabend greift sie gern zu Bier und Burger, trägt nur schwarze Klamotten, Sonnenbrille und kein Make-up.
Wie das ungleiche Duo zusammenfindet? Die Antwort hat natürlich mit einer Leiche zu tun.
Regie bei der deutsch-österreichischen Koproduktion führte die Filmemacherin und Schauspielerin Saralisa Volm ("Schweigend steht der Wald", "Bis zur Wahrheit"). Was den "Garmisch-Krimi" ihrer Meinung nach von anderen Regionalkrimis unterscheidet?
Das Format "lebt davon, dass eine der Ermittlerinnen eigentlich gar nicht mehr ermitteln darf", sagt Volm nach Angaben des Senders. "Dadurch kann sie sich viel mehr erlauben und geht andere Wege als ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen."
"Bei dem Titel erwartet man eher einen konventionellen Regionalkrimi. Davon gibts aber schon genügend", sagt Lavinia Wilson, die selbst aus Bayern kommt, dem ZDF zufolge. Sie habe sich immer gewünscht, dass es auch in der bayerischen Provinz eine Reihe gibt, die die Region ernst nimmt.
"Man muss erst warm werden mit den Menschen dort"
Philine Schmölzer findet, dass die Menschen in Tirol, wo neben Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck ein Großteil der Folge gedreht worden sei, mit den Bergen dort vergleichbar seien. "Sie haben etwas Raues, zumindest am Beginn. Man muss erst warm werden mit den Menschen dort", sagte sie dem "Standard". Im Film kommt das gut rüber.
In der ersten Folge "Wolfsblut" geht es um Konflikte zwischen Naturschützern, Bauern und Politik, Themen, die auch überregional für Diskussionen sorgen. Die Figuren sind gut besetzt und machen neugierig auf mehr. Erfährt man von Ira Zach bereits einiges aus ihrem Privatleben, bleibt das ihrer Nachfolgerin im Dunkeln. Und auch der Grund, warum es für Zach bei der Polizei vorbei ist, wird noch nicht enthüllt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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