TV: "Lord of the Flies" als Miniserie: Intensiv und bildgewaltig
Eine neue TV-Serie bringt William Goldings Schul-Pflichtlektüre "Herr der Fliegen" als visuelles Erlebnis auf den Bildschirm. Was macht die Wirkung aus? Und lohnt sich das Einschalten?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Erinnern Sie sich aus der Schulzeit noch an die Story mit der zerbrochenen Muschel, dem aufgespießten Schweinskopf und mit Jacks wildem Jägertrupp? William Goldings "Herr der Fliegen" ("Lord of the Flies"), jener dystopische Roman über den Verfall von Zivilisation und Ordnung bei einer Gruppe gestrandeter Jungen, ist im Unterricht nach wie vor oft klassische Pflichtlektüre.
Nun nimmt eine neue TV-Serie unter dem englischen Titel den Stoff in vier Teilen auf und verwandelt die bekannte Geschichte in einen visuellen, atmosphärisch intensiven Alptraum. Sky zeigt das Episoden-Quartett vom 24. Februar an als Doppelfolgen auf Sky Atlantic sowie auf Abruf.
Wahnsinn in den Köpfen
Drehbuchautor Jack Thorne ("Adolescence") widmet vier Protagonisten je eine Folge: Sie setzen sich, jeder auf seine Weise, in der Extremsituation auf der verlassenen Pazifikinsel mit ihrer Männlichkeit auseinander, während in den Köpfen der Halbstarken der Wahnsinn schrittweise um sich greift.
Da ist "Piggy", die Stimme der Vernunft, der in Ralph seinen ersten Verbündeten trifft. Da ist der machthungrige Jack, der die komplett orientierungslose und zerbrechliche Gruppe spaltet, um die Macht an sich zu reißen. Und da ist Simon, ein Träumer, der zwischen den beiden Seiten, dem Guten und dem Bösen, hin- und hergerissen ist.
Kopf im Farbtopf
Am Beispiel der Gruppe zeigt Golding in seinem mehr als 70 Jahre alten Klassiker meisterhaft, wie Regeln zerbröseln, Instinkte siegen und Hemmungen fallengelassen werden - eine Insel als Schlachtfeld für den ewigen Kampf zwischen Vernunft und Barbarei. Am Ende jagen Jacks Horden Ralph durchs Unterholz und zünden die Insel an.
Die dritte Verfilmung des Werks wirkt bisweilen ein wenig, als stecke man den Kopf in einen Farbtopf. Serien-Regisseur Marc Munden taucht die Episoden in saftiges Grün, schließlich in vergiftetes Rot, um die Eindrücke, die auf die Kinder einprasseln, so unmittelbar wie möglich zu transportieren.
Reich an Effekten ohne neue Interpretation
Er setzt zudem Effekte mit weitwinkligen Bildern und extremen Nahaufnahmen von Gesichtern, aufgeplatzten Lippen, dreckigen Wangen und von Angst gezeichneten Augen.
Allerdings gelingt ihm keine neue Interpretation des Klassikers. Die Serie erreicht hohes Niveau mit emotionaler Wucht und ist sehenswert, sie bleibt aber durchschaubar mit Längen – in Erinnerung bleiben die jungen Schauspieler, allen voran David McKenna als Piggy, Lox Pratt als Jack und Winston Sawyers als Ralph.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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