TV-News: Rosa Herzogs Ausscheiden könnte drastischer nicht sein

Dieser Dortmund-"Tatort" wird wohl kaum jemanden kaltlassen. Er fordert Konzentration, das Thema ist komplex. Stefanie Reinsperger ermittelt zum letzten Mal als Rosa Herzog.

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Dieser "Tatort" aus Dortmund ist hochdramatisch, steckt voller unerwarteter Wendungen und spart nicht mit Emotionen. Die Episode "Schmerz", die am Sonntag (22.2., 20.15 Uhr) im Ersten gezeigt wird, ist keine leichte Kost. Es geht Schlag auf Schlag, mehrere Erzählstränge sind miteinander verwoben. Mehr passt definitiv nicht rein in 90 Minuten. Und stärker könnten die Ermittlungen das Ruhrgebietsteam um Peter Faber, Rosa Herzog und Ira Klasnic wohl kaum belasten.

Vom Rotlichtmilieu in die Zeit der Jugoslawienkriege

Ein Mann wird erschossen aufgefunden. Ein Clubbesitzer, Rotlichtmilieu. Zugleich stoßen Hauptkommissar Faber (Jörg Hartmann) und Kollegin Herzog (Stefanie Reinsperger) auf eine verängstigte Zeugin - Maria, eine Prostituierte aus Bosnien. Bald wird klar, dass man es wohl nicht mit einem Streit in der Unterwelt zu tun hat. Es ist wesentlich komplizierter.

Denn der Getötete entpuppt sich als ein untergetauchter serbischer Kriegsverbrecher. Klasnic (Alessija Lause), die Leiterin der Mordkommission, wirkt seltsam verstört. Sie nimmt Maria, die traumatisiert ist vom einstigen Krieg in ihrer Heimat, persönlich unter ihre Fittiche. Es zeigt sich: Auch Ermittlerin Klasnic hat durch ihre Wurzeln in Bosnien mit schrecklichen Kriegserinnerungen zu kämpfen. Die hatte sie lange verdrängt. Das geht jetzt nicht mehr.

Es kommt zu weiteren Todesfällen

Und so steckt man drin im politischen Hintergrund, im grausamen Kriegsgeschehen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien in den 90er Jahren. Klasnic fokussiert sich auf die Suche nach einem ebenfalls verurteilten Kriegsverbrecher, der nach Dortmund eingereist sein soll. Es gibt weitere Tote.

Überraschend zeigt sich, dass ein schon aus einer früheren "Tatort"-Folge bekanntes Clan-Mitglied - Lorik Duka - und Ermittlerin Klasnic eine gemeinsame Geschichte haben. Vor vielen Jahren hätten sie im Kosovo "für dieselbe Sache gekämpft", gibt Klasnic ihrem irritierten Kollegen Faber dann doch irgendwann über Duka (Kasem Hoxha) und ihre eigene Vergangenheit preis.

Zugleich Ermittlungen gegen Ermittler Faber und Herzog

Parallel dazu taucht Daniel Kossik (Stefan Konarske) wieder auf, ein Unsympath. Zur Erinnerung: Er war einst als Oberkommissar Teil der Dortmunder Mordkommission, wechselte dann zum Landeskriminalamt nach Düsseldorf. Klasnic hat den LKA-Mann nun wegen der politischen Dimension des Falls hinzugezogen.

Als LKA-Mitarbeiter hat Kossik auch wieder Ermittlungen im Fall des Mordes an KTU-Chef Sebastian Haller aufgenommen. Und zwar gegen Peter Faber und Rosa Herzog. Schließlich waren Faber und Haller Erzfeinde. Und auch Herzog hatte Grund, den Chef der Kriminaltechnischen Untersuchung zu hassen. Der Mordfall war eigentlich längst zu den Akten gelegt worden. Doch Kossik zeigt unverhohlen seine Genugtuung, das Ganze neu aufschnüren zu können. Denn mit Faber und ihm hatte es noch nie funktioniert.

Wegdösen auf der TV-Couch geht nicht

Die Episode verlangt die volle Aufmerksamkeit der Zuschauerinnen und Zuschauer. Sonst wird es schwer, den Faden nicht zu verlieren. Und Fans von Stefanie Reinsperger müssen tapfer sein. Denn sie ist zum letzten Mal als Hauptkommissarin zu sehen. Und steckt dabei noch in einer heimlichen Beziehung zu Streifenpolizist Otto Pösken (Malick Bauer).

Die österreichische Schauspielerin scheidet auf eigenen Wunsch aus, möchte laut WDR unter anderem wieder stärker am Wiener Burgtheater präsent sein. Also erneut ein Abschied: Dem Dortmunder Team hatten in den letzten Jahren schon die Ermittler Martina Bönisch (Anna Schudt), Aylin Tezel (Nora Dalay) und Rick Okon (Jan Pawlak) den Rücken gekehrt. Klasnic ist noch nicht allzu lange dabei. Personelle Konstante ist also der sperrig-zynische Peter Faber.

Kein Happy End für Rosa Herzog

Reinsperger verabschiedet sich mit einer großen darstellerischen Leistung. Das Drehbuch sieht für sie ein tragisches Ende vor. Nein, Rosa Herzog stirbt nicht, aber es gibt kein Happy End für sie.

Und damit auch nicht für Eigenbrötler Faber, der selten klar und offen seine Gefühlslage benennt: "Sie sind der einzige Mensch, dem ich vertraue, der einzige Freund, den ich hab'." Und kurz darauf verliert er seine Kollegin.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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