TV: Das Bild sagt mehr als 1000 Worte - Drama "Die Frau in Blau"

Nach einem tödlichen Unfall will Denis zuerst vor allem seinen Führerschein wiederbekommen. Er trifft Alfred, der bei dem Unglück schwere Hirnverletzungen erlitt. Die ungleichen Männer werden Freunde.

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Ein junges Paar fährt über eine Landstraße bei Mainz und wird dabei leidenschaftlich und unaufmerksam. Plötzlich kracht es. Denis (Jonas Nay), der am Steuer sitzt, hat zwei Spaziergänger überfahren - die Frau ist sofort tot, der Mann überlebt mit schweren Hirnverletzungen. Wie das Leben nach so einem Einschnitt für die Überlebenden weitergehen kann, erzählt der Film "Die Frau in Blau" am Mittwoch (21. Januar) um 20.15 Uhr im Ersten.

Er hat sich nicht einmal entschuldigt

Denis wird zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er schmeißt seinen Job als Fotograf hin. Den Führerschein ist er los. Er verschweigt die wahre Unfallursache und hat sich nicht einmal bei Alfred (Joachim Król) entschuldigt, der durch seine Schuld schwerste Verletzungen erlitt.

Erst auf Druck der amtlichen Psychologin sucht Denis den keineswegs genesenen Alfred auf, der seinen Alltag schwer bewältigen kann, sich aber nicht mehr an den Unfall und an seine Frau zu erinnern vermag. Der frühere Elektriker arbeitet mittlerweile als Maler, in einer Ateliergemeinschaft für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Eine seltsam verrenkte Frauengestalt

Alfred malt großformatige Bilder, alle in rot-gelb-blau. Ein Bild zeigt eine seltsam verrenkte Frauengestalt - es erinnert an Alfreds Frau, direkt nach dem Unfall. Als es verkauft werden soll, weigert sich Albert standhaft, es aus der Hand zu geben - dann ist es plötzlich weg.

Regisseur Rainer Kaufmann (66, "Petra geht baden") und Autorin Ruth Toma (69, "Sweet Disaster") haben ein Drama inszeniert, in dem es trotz des ernsten Themas nicht an leisem Humor mangelt. Hauptsächlich geht es um Verdrängung und Vergebung, um Aufarbeitung und Annäherung - das alles scheint unabdingbar für ein einigermaßen gelingendes Weiterleben. Der eindringliche Film ist gespickt mit heiteren und absurden Momenten.

Die beiden Hauptdarsteller agieren großartig: Jonas Nay (35, "Sternstunde der Mörder") und Joachim Król (68, "Weihnachten im Olymp") gehen mit ihren Figuren derart behutsam und berührend um, so dass ihre Annäherung mit großem Respekt vor- und Verständnis füreinander erst so richtig deutlich wird. Und über allem steht: Vor dem Leben davonlaufen - das geht einfach nicht.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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