Trojaner auf Android: Immer mehr Bedrohungen für Kunden mit Online-Banking
Online-Banking ermöglicht es, überall und zu jeder Zeit den Überblick über den Kontostand zu behalten und Überweisungen zu tätigen. Doch aktuell werden die Apps für Nutzer von Android-Geräten immer gefährlicher.
Erstellt von Felix Schneider - Uhr
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- Android-Nutzer werden immer häufiger zum Ziel von Trojanern
- Die Virenprogramme haben es auf Online-Banking-Apps abgesehen
- Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Bankgeschäfte sicherer gestalten
Mehr Infos zu Cyberkriminalität und Betrug finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Bankgeschäfte sind dank Online-Banking so einfach wie noch nie - mit dem Smartphone können Nutzer jederzeit und überall auf ihre Konten und Depots zugreifen. Doch gleichzeitig wächst die Gefahr durch Virenprogramme und Phishing immer weiter an. Besonders Nutzer von Android-Geräten geraten immer häufiger in das Visier von Kriminellen.
Sicherheits-Report weist auf zunehmende Gefahr hin
Die Angriffe durch Banking-Trojaner auf Android-Nutzer stiegen im vergangenen Jahr um etwa 56 Prozent an - das zeigt der Mobile Threat Report 2025 des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky. Gleichzeitig wurden insgesamt 255.090 neue Trojaner-Varianten festgestellt - etwa dreimal so viele wie im Jahr davor. Zusätzlich konnten die Sicherheitsexperten des Unternehmens eine zunehmende Verbreitung von sogenannten "Backdoors" feststellen.
Wie Kaspersky erläutert, kann es dazu kommen, dass Nutzer bereits infizierte Geräte kaufen, ohne dies zu bemerken. "Ist eine solche Backdoor in die Firmware integriert, können Angreifer nahezu die vollständige Kontrolle über Smartphones oder Tablets erlangen", so Anton Kivva, Malware Analyst Team Lead bei Kaspersky.
Wie stehlen Kriminelle mit Trojanern Geld aus Bankkonten?
Dabei nutzen die Trojaner äußerst unterschiedliche Methoden, um auf die Konten von Betroffenen zuzugreifen. Ein besonders prominentes Beispiel in Deutschland ist der Trojaner "Trojan-Proxy.AndroidOS.Agent.q", der vorgibt, eine App zum Anzeigen von Rabattaktionen einer Supermarktkette zu sein.
Ist der Trojaner erst einmal auf dem Gerät installiert, beginnt er, Zugangsdaten, PINs und TANs zu stehlen, für den Nutzer unsichtbare Felder über Eingabefelder von Online-Banking-Apps und Webseiten zu legen und sogar eigenständig SMS zu verschicken oder zu löschen. Für die Nutzer der Geräte ist dieser Prozess zunächst nicht erkennbar. Erst, wenn er das Konto überprüft, fallen die nicht selbst autorisierten Transaktionen auf.
Warum sind gerade Android-Geräte so stark betroffen?
Je nach Modell kommen wichtige Sicherheitsupdates für die User erst verspätet oder überhaupt nicht mehr - davon profitieren die Kriminellen. Diese nutzen die Schwachstellen der Geräte so lange aus, bis sie durch ein Update ausgebessert werden. Je länger eine Sicherheitslücke besteht, desto besser ist dies also für die Hacker. Zudem können bei der Installation von Apps weitreichende Zugriffe auf andere Programme erteilt werden. Das führt dazu, dass die Kriminellen schnell über eine infizierte App auch Zugriff auf andere erlangen. Häufig fehlt den Android-Geräten außerdem ein Virenscanner, der Banking-Trojaner erkennen oder in Quarantäne sicherstellen kann.
So schützen Sie sich beim Online-Banking vor Cyberkriminellen
Nutzer können sich bereits bei der Wahl der richtigen Bank vor Cyber-Gefahren absichern. Denn diese ist für die Sicherheit maßgeblich mitverantwortlich. Je nach Bank werden verschiedene Sicherheitssysteme eingesetzt, um das Konto vor fremden Zugriffen zu schützen. Dabei sind die Unterschiede hinsichtlich der Sicherheitsstandards noch immer recht groß.
Im besten Fall sind der Zugriff auf das Online-Banking sowie die Überweisungsfunktion durch eine zweite, von der ersten unabhängigen App geschützt. Bedeutet: Während ein Programm für das Banking zuständig ist, ist das andere für die Bestätigung - etwa mithilfe biometrischer Daten (Fingerabdruck, Gesichtserkennung) - zuständig. Informieren Sie sich darüber, welche Verfahren Ihre Bank verwendet und zweifeln Sie gegebenenfalls zu einer sichereren Bank.
Zudem raten Sicherheitsexperten zu folgenden Maßnahmen:
- Greifen Sie nur über die App, niemals über E-Mail-Links auf das Online-Banking zu.
- Melden Sie sich nach dem Banking ab - so verhindern Sie, dass aktive Sessions von Kriminellen genutzt werden.
- Setzen Sie ein Tageslimit für Überweisungen. Im Betrugsfall schützt Sie dies vor dem Diebstahl größerer Summen.
- Nutzen Sie für das Online-Banking nur eigene Geräte und nur das eigene WLAN.
- Kommt Ihnen bei einer Überweisung etwas merkwürdig vor, brechen Sie diese zunächst lieber ab. Kontaktieren Sie Ihre Bank und fragen Sie im Zweifel nach.
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sfx/ife/news.de
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