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Von news.de-Redakteur Frank Meinzenbach - 10.02.2009, 00.00 Uhr

Schräge Satellitenschüssel: Tarnkappenantenne auf dem Balkon

Auf den ersten Blick ist er nur ein Klappstuhl, aber tatsächlich versteckt der Sat-Stuhl von Technisat eine kleine digitale Satellitenanlage. Welcher Mensch braucht denn sowas? Ganz einfach: Alle, die auf ihrem Balkon keine Schüssel anbringen dürfen.

Na, hätten Sie sie gleich entdeckt? Technisats Stuhl-Tarnung ist tatsächlich unauffällig. Bild: news.de

Wer die volle Programmdröhnung von 700 frei empfangbaren und weiteren 500 Bezahlsendern will, hat es nicht leicht: Vermieter sträuben sich in der Regel, wenn man eine Satellitenschüssel an der Häuserfassade installieren möchte. Die einen fürchten durchlöcherte Außenwände oder Dächer, andere sorgen sich um den Anblick ihrer Fassaden. Ohne Genehmigung aber keine Sat-Schüssel – Hausbesitzer verweisen dann gern auf den schnöden Kabelanschluss, der allerdings nur einen Bruchteil der Senderauswahl bereitstellt.

Verschiedene Interessen – eine technische Lösung: Technisat wirbt mit dem «weltweit ersten Stuhl, der digitales Fernsehen bringt». Bislang noch in der Entwicklungsphase, sollen die Tarnkappenanlagen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. «Derzeit arbeiten wir an einer Verbesserung der Materialien für die Prototypen, aber es wird wohl zwei verschieden große Alternativen geben», sagte eine Unternehmenssprecherin. Zu den Preisen lagen noch keine Informationen vor.

Die Nachfrage dürfte groß sein, vor allem bei ausländischen Fernsehzuschauern, die ihre Heimatprogramme in der Regel nur über Satellit empfangen können. Dabei muss man durchaus auch ein paar Nachteile in Kauf nehmen: Der Camping-Stuhl-Look ist reine Tarnung für ein technisches Präzisionsgerät, als Sitzunterlage missbrauchen sollte man die Anlage nicht.

Auch lässt sich die Konstruktion nicht einfach zusammenklappen und woanders hinstellen. Moderne digitale Satellitenschüsseln müssen millimetergenau auf die Satellitenposition ausgerichtet sein, um die TV-Signale empfangen zu können. Ein Verrücken der Anlage würde den Empfangsausfall bedeuten, samt Neujustierung vom Fachmann. Schon deswegen wird der Sat-Stuhl von einer Gehwegplatte fixiert.

Ein weiteres Problem könnte die geringe Größe der Satellitenschüsseln sein. Normalerweise wäre das zu vernachlässigen, doch bei sehr exotischen Sendern, die auf weit entfernten Satelliten laufen, kann die Anlage an ihre Grenzen stoßen. Es gilt: Je schwächer das Signal vom Satellit, umso größer muss die Schüssel sein. Aber wer weiß, vielleicht arbeitet Technisat auch hier schon an einer Lösung: «Dann bauen wir eben irgendwann eine Bank», kündigte die Sprecherin spaßeshalber an.

kas

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