Olympia: Dakar zeigt, ob Afrika Olympia kann

Für Afrika geht mit den Olympischen Jugendspielen in Dakar ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Die Erwartungen reichen weit über den Sport hinaus. Doch die Zukunft des Wettbewerbs ist offen.

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Die Olympischen Ringe vor einer Skipiste. (Foto) Suche
Die Olympischen Ringe vor einer Skipiste. Bild: Adobe Stock / Arlette

Erstmals in der Geschichte Olympias leuchten die fünf Ringe in Afrika. Zu den Olympischen Jugendspielen, die an diesem Wochenende im Senegal beginnen, werden 2.700 Sportlerinnen und Sportler bis 17 Jahre aus aller Welt erwartet. "Afrika heißt willkommen, Dakar feiert" prangt überall in der Metropole an der Küste Westafrikas.

Bis zum 13. November treten die Jugendlichen in 25 Sportarten gegeneinander an. Für Deutschland sind 50 Athletinnen und Athleten ab 14 Jahren in 17 Disziplinen nominiert. Austragungsorte sind Senegals Hauptstadt Dakar, die nahe gelegene Stadt Diamniadio und der Badeort Saly.

Afrika hofft auf die großen Olympischen Spiele

Für IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (43), der ersten Afrikanerin an der Spitze des Internationalen Olympischen Komitees, sind die Jugendspiele ein Meilenstein. "Wir wissen, wie viel wir zu bieten haben, und ich hoffe, dass die Menschen Afrika künftig in einem anderen Licht sehen", sagte die zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin aus Simbabwe.

Beobachter erwarten, dass unter Coventrys Führung auch Afrikas Hoffnungen auf den Zuschlag für Olympische Spiele steigen. Im Rennen um die Sommerspiele 2036 nannte das IOC jüngst Südafrika als einen der sechs Rivalen für die Münchner Bewerbung. Die Pläne mit Kapstadt, Johannesburg und Durban stehen aber noch am Anfang.

Die Jugendspiele in Dakar gelten als wichtiger Test, um zu zeigen, wie fit Afrika für große Multi-Sport-Ereignisse ist. "Ich möchte, dass diese Spiele so gut organisiert werden, dass die Frage nach Dakar nicht mehr lautet, ob Afrika die Olympischen Spiele ausrichten kann, sondern wann", sagte Senegals Präsident Bassirou Diomaye Faye der Zeitung "Le Soleil".

Herausforderung für die Gastgeber

Mehr als 150 Wettbewerbe stehen auf dem Programm. Neben Klassikern wie Leichtathletik, Schwimmen oder Fechten und jungen Disziplinen wie Skateboarden gibt es an der Atlantikküste Segeln, Küstenrudern und Beachvolleyball. Auch das im Senegal leidenschaftlich betriebene Ringen ist als Strandvariante dabei.

Für das Land mit 19 Millionen Einwohnern war die Organisation ein Kraftakt. Zwar brachte die coronabedingte Verschiebung von 2022 auf 2026 vier Jahre zusätzliche Vorbereitungszeit. Doch der Senegal musste zugleich einen Machtwechsel und eine schwere Schuldenkrise bewältigen. Die Gesamtkosten wurden nie beziffert, doch allein im Staatshaushalt 2026 sind mehr als 139 Millionen Euro für die Infrastruktur der Spiele vorgesehen.

Trotz vieler Unkenrufe wurde das meiste rechtzeitig fertig, manches erst auf den letzten Metern. "Wir versprechen keine perfekten Spiele, sondern authentische Spiele, die der senegalesischen Teranga (Gastfreundschaft) gerecht werden", sagte der Präsident des senegalesischen Olympischen Komitees, Mamadou Diagna Ndiaye, "Le Soleil".

Statt auf Neubauten setzten die Organisatoren vor allem auf Aus- und Umbau bestehender Anlagen. In Dakar wurden ein Stadion und das Olympische Schwimmbad saniert, Straßen erneuert und Plätze begrünt. Das Olympische Dorf soll später als Studentenwohnheim dienen. Die Sportanlagen sollen Jugendlichen bessere Trainingsmöglichkeiten bieten und Senegal für Wettbewerbe attraktiver machen.

Hohe Kosten, Hitze und ungewohnte Bedingungen

Die Spiele zeigen jedoch auch, vor welchen Herausforderungen afrikanische Gastgeber stehen. Im hoch verschuldeten Senegal fragen sich manche, ob angesichts hoher Lebenshaltungskosten und Arbeitslosigkeit nicht andere Investitionen dringlicher wären. Händler hoffen zwar auf Kundschaft im Trubel der Spiele, klagen aber über Umsatzeinbußen durch monatelange Baustellen, einige sogar über den Abriss ihrer Geschäfte. Hinzu kommen trotz der stabilen Lage im Land selbst hohe Sicherheitsanforderungen angesichts islamistischer Terrorgruppen in den Nachbarstaaten.

Sorgen macht einigen Delegationen auch das Klima: Auch nach Ende der Regenzeit bleibt es in Dakar noch wochenlang schwülheiß. Eine Studie warnt vor Wärmebelastung bei den Wettkämpfen. Staub aus der Sahara verschlechtert an manchen Tagen die Luftqualität Dakars drastisch.

Wie ungewohnt die Bedingungen sein können, zeigt etwa ein Schreiben des US-Bogenschützenverbands an Athleten und Eltern, in dem er sie auf einfache Gruppenschlafsäle ohne Klimaanlagen, mit begrenztem Warmwasser und Hockklos vorbereitet. "Die Olympischen Jugendspiele in Dakar 2026 werden ein einzigartiges und bereicherndes Erlebnis sein, bei dem Wachstum, Erfahrungsgewinn und Entwicklung im Mittelpunkt stehen", heißt es darin. "Die Bedingungen werden schlicht sein und könnten sich negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken."

Die Zukunft der Jugendspiele ist ungewiss

2010 begann die Geschichte der Jugendspiele in Singapur, es folgten zwei weitere Sommer- und vier Winter-Ausgaben. Für 2028 sind noch einmal Jugend-Winterspiele in Italien angesetzt.

Wie es danach weitergeht, ist offen. Das IOC hat die Vergabe für 2030 zuletzt gestoppt. Eine Befragung der Nationalen Olympischen Komitees zum Ziel der Spiele habe kein klares Ergebnis erzielt, hieß es.

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir innehalten und grundlegend darüber nachdenken müssen, warum wir die Olympischen Jugendspiele veranstalten. Dabei haben wir festgestellt, dass es innerhalb der gesamten Bewegung an einem einheitlichen Ansatz mangelt", sagte Coventry.

Für Afrikas olympische Ambitionen soll Dakar jedenfalls erst der Anfang sein. "Die Fackel hat 130 Jahre gebraucht, um hierher zu kommen. Sie wird nicht wieder umkehren", hofft Senegals Präsident Faye.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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