Fußball News: Mit aufrechtem Gang: Wagner haucht Hannover Leben ein
Die Ergebnisse sind noch enttäuschend. Auch gegen St. Pauli gab es für Hannover 96 nicht den ersten Sieg mit dem neuen prominenten Trainer. Trotzdem lässt sich sagen: Wagner wirkt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Was wohl in dieser knappen Viertelstunde in der Kabine von Hannover 96 geschah? Wurde der neue Trainer laut? Setzte er zu einer eher ruhigen, motivierenden Halbzeit-Ansprache an? Sandro Wagner selbst formulierte es nach dem 1:1 (0:1) bei seinem Heimdebüt gegen den FC St. Pauli so: "Es war wichtig, nicht gekrümmt da zu sitzen, sondern aufrecht."
Erst wenige Wochen arbeitet der frühere Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft beim Fast-Aufsteiger der vergangenen Zweitliga-Saison. Das Debüt ging beim 0:3 in Magdeburg komplett daneben. Das Unentschieden gegen St. Pauli entsprach auch nicht den stets hohen Erwartungen. Am kommenden Sonntag folgt auch noch das brisante Niedersachsen-Derby beim großen Rivalen Eintracht Braunschweig.
Aber trotzdem lässt sich sagen: Wagner wirkt in Hannover. Auf die Fans, auf Medien und offenbar auch auf seine Spieler. "Auf jeden Fall war es ein Schritt nach vorne", sagte 96-Geschäftsführer Jonas Boldt nach dem Pauli-Spiel.
Rückstand diesmal kein Nackenschlag
Vom Ergebnis her ein erster, kleiner Schritt. Vom Auftreten her vielleicht schon ein etwas größerer. Der aufrechte Gang, mit dem die Gastgeber aus der Halbzeit kamen, wird schon als Verdienst des neuen Trainers gewertet.
Selbstbewusst startete sein Team in die Partie gegen den Bundesliga-Absteiger. Der Rückstand in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Abdoulie Ceesay (45.+1) erwies sich nicht als weiterer "Nackenschlag", wie es Wagner formulierte. Denn der überragende Husseyn Chakroun (48.) glich schnell aus - und die Hannover-Fans unter den 48.700 Zuschauern im ausverkauften Stadion tobten und brüllten, ginge es schon um den Derby-Sieg gegen Braunschweig.
Großes Lob vom Torschützen
"Sandro hat uns noch mal gepusht und Energie gegeben", sagte Chakroun. "Ich mag seine Art sehr, diese Energie, mir hilft das. Wir versuchen jetzt alle, anzupacken und uns in einen Flow zu spielen."
Energie, anpacken, Flow - genau das hat den so ambitionierten 96ern zuletzt gefehlt. Die Ergebnisse blieben aus, der Trainer Christian Titz musste gehen. Und genau hier liegt die Chance und Herausforderung zugleich für Wagner.
An der einen oder anderen Stellschraube hat er schon gedreht. So hat er der Mannschaft aufgetragen, nach dem Spiel direkt zur Fankurve zu gehen und danach direkt geschlossen in die Kabine. Kein Kreis mehr auf dem Platz, keine Ansprache draußen.
Auf die Frage, warum er das geändert habe, antwortete Wagner zunächst: "Aus verschiedenen Gründen." Als der Reporter nachhakte, sagte Wagner: "In der Kabine ist es gemütlicher."
Wagner nimmt sich zurück
In seiner Coaching-Zone dirigierte, applaudierte und gestikulierte der 38-Jährige. Mal wedelte er wild wie ein enthemmter Dirigent mit beiden Armen in der Luft. Nur selten stand er mit verschränkten Armen vor der Brust still. Als Virgil Ghitas Kopfball an der Latte landete (29.), wollte Wagner schon zum Torjubel ansetzen.
Auf dem Podium der Pressekonferenz dagegen antwortete Wagner später mit leiser Stimme und ein ums andere Mal fast schon einsilbig. Bloß keine große Klappe, bloß nicht zu sehr als Person im Fokus stehen. Und nun wartet also eines der wohl wichtigsten Spiele jeder Saison für Hannover.
"Wir woll'n den Derby-Sieg, wir woll'n den Derby-Sieg", sangen die vom Wagner-Vibe wie angesteckt wirkenden Fans. "Ich weiß, dass das nächste Spiel für alle hier ein sehr wichtiges ist", sagte Wagner, die dunkle Kappe tief ins Gesicht gezogen. Dann ergänzte er: "Und für mich auch!"
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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