Radsport: Gute Stimmung auch ohne Heimsieg: Del Toro gewinnt D-Tour

Die Deutschland Tour lockt viele Fans an den Streckenrand. Einen deutschen Sieg sehen sie nicht. Stattdessen wird der Tour-de-France-Dritte seiner Favoritenrolle gerecht.

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Tadej Pogacar (r) aus Slowenien vom UAE Team Emirates in Aktion bei der 21. Etappe der Tour de France. (Symbolbild) (Foto) Suche
Tadej Pogacar (r) aus Slowenien vom UAE Team Emirates in Aktion bei der 21. Etappe der Tour de France. (Symbolbild) Bild: picture alliance/dpa/Belga | Pete Goding

Maximilian Schachmann verlor in den Weinbergen den Anschluss, Tim Torn Teutenberg sprintete knapp am Sieg vorbei. In Abwesenheit des verletzten Radstars Florian Lipowitz zerschlugen sich auch beim stimmungsvollen Finale der 40. Deutschland Tour die Hoffnungen auf den ersten Heimsieg nach fünf Jahren. Tadej Pogacars Kronprinz Isaac del Toro holte sich den Gesamtsieg. Der letzte Tagessieg ging an den Franzosen Paul Magnier, der im Sprint vor dem Niederländer Danny van Poppel gewann.

Immerhin sorgte Teutenberg nach 156,5 Kilometern mit Start und Ziel in Heilbronn als Dritter im Sprint für einen kleinen Achtungserfolg. Und auch das Bergtrikot ging mit Miguel Heidemann an einen deutschen Fahrer - mehr war nicht möglich. "Es ist ein solides Ergebnis. Wir fahren alle, um zu gewinnen, aber mit dem dritten Platz kann ich gut leben", sagte Teutenberg im ZDF.

Letzter Sieg durch Politt 2021

2021 hatte Nils Politt für den letzten deutschen Etappensieg gesorgt, der Kölner hatte sich damals am Ende auch den Gesamtsieg geholt. Immerhin konnte sich der deutsche Zeitfahrmeister über den Gesamtsieg seines Teamkollegen del Toro freuen. Der 22-Jährige war an den fünf Tagen eine Klasse für sich. "Es war eine supertolle Woche", schwärmte del Toro.

Dem mexikanischen Tour-de-France-Dritten fehlten nur 200 Meter zum Etappensieg in Heilbronn. Nach einer scharfen Attacke am letzten Anstieg wurde del Toro erst auf der Zielgeraden eingeholt. "Ich hatte die Lücke und habe mir gedacht: "Warum nicht?" Ich bin Vollgas gefahren. Es war knapp", so del Toro. Am Ende war es nur ein Schönheitsfehler für ihn.

Bei der D-Tour war del Toro quasi konkurrenzlos. Und nach Meinung von Pogacar könnte er in Zukunft seine Nachfolge antreten. "Da kommt eine starke Generation und ich bin froh, dass er in meinem Team fährt", hatte der zweimalige Weltmeister den Mexikaner in Paris gelobt. "Vielleicht kann ich ein bisschen der Mentor für ihn sein und ihm ein, zwei Dinge beibringen."

Vierter Rundfahrt-Erfolg für del Toro

Die Erfolge von del Toro können sich jedenfalls sehen lassen. Für den Youngster ist es bereits der vierte Rundfahrt-Erfolg in diesem Jahr. Zuvor hatte bereits die UAE-Tour, Tirreno-Adriatico und die Tour Auvergne - Rhône-Alpes (früher Dauphiné) gewonnen. Und im vergangenen Jahr wurde ihm das Rosa Trikot beim Giro d'Italia erst am vorletzten Tag entrissen.

Die deutschen Radasse hatten auf der letzten Etappe noch einmal alles versucht. Gleich fünf deutsche Fahrer waren in eine Ausreißergruppe mit zwischenzeitlich mehr als drei Minuten Vorsprung gegangen - am Ende aber vergebens.

Bester Deutscher in der Gesamtwertung war auf Platz neun Schachmann, der auf der Schlussetappe schließlich noch mit der ersten großen Gruppe ins Ziel kam. Der frühere Paris-Nizza-Sieger hatte bei der Rundfahrt allerdings mit einer Sehnenverletzung zu kämpfen. Womöglich wäre sonst noch mehr drin gewesen.

Auch wenn es zu einem deutschen Sieg nicht reichte und das Wetter mitunter durchwachsen war, durften die Veranstalter mit dem Zuschauerzuspruch zufrieden sein. Wie am Vortag in Bad Dürkheim herrschte auch in Heilbronn Volksfeststimmung. "Mega zu sehen, wie viele Leute beim Radrennen in Deutschland sind. Es macht echt Spaß", sagte Teutenberg.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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