TV: Mabry kritisiert EM-Interview in ARD - Busemann antwortet

Olympiasiegerin Yemisi Mabry übt via Instagram Kritik an einem ARD-Interview bei der EM und fordert Fingerspitzengefühl. Die Frage sei eigentlich gut gemeint gewesen, erklärt ARD-Experte Busemann.

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Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry hat Kritik an einem ARD-Interview während der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham geäußert. Die Mannheimerin hatte am Montagabend die Bronzemedaille geholt, nachdem sie am Vormittag gleich mit dem ersten Stoß souverän die Qualifikation gemeistert hatte.

ARD-Moderator Claus Lufen hatte zunächst bemerkt: "Wie locker war das denn?" - und danach aufgezählt, dass die spätere Siegerin Jessica Schilder aus den Niederlanden in diesem Jahr bereits neunmal besser gewesen war und Mabry in dem Vergleich nur einmal vorn war. Danach hatte Lufen gefragt, was das für das Finale am Abend bedeute. Mabry hatte geantwortet: "Das juckt mich ehrlicherweise gar nicht, wie oft Schilder vor mir war."

Mabry vermisst Fingerspitzengefühl

Mabry schrieb in einer Instagram-Story am Mittwochabend - zweieinhalb Tage nach der Qualifikation - dazu: "Wir sind Athleten. Keine Maschinen. In diesen Momenten sind wir emotional und vielleicht selbst noch dabei, das Erlebte zu verarbeiten. Und dann wird nicht Mut gemacht, sondern erstmal die Statistik unserer Niederlagen ausgepackt?" Die 27-Jährige fügte hinzu: "Wo bleibt da das nötige Fingerspitzengefühl und die Empathie für den Menschen hinter der Leistung?".

Busemann erklärt Hintergrund der Frage

Die ARD teilte auf Anfrage mit, man werde sich zur Kritik von Yemisi Mabry nicht weiter äußern. Die handelnden Personen hätten bereits reagiert, dem gebe es nichts hinzuzufügen.

ARD-Experte Frank Busemann sagte der Deutschen Presse-Agentur, man habe in dem Interview an Fakten basiert darstellen wollen, dass Schilder die haushohe Favoritin sei und erklären wollen, dass Mabry auch als Olympiasiegerin nicht gewinnen müsse. "Dass sie da befreit aufstoßen kann und jeder versteht: Da zu gewinnen ist nicht einfach." Das war bei Mabry aber offenbar nicht so angekommen.

Ex-Zehnkämpfer Busemann lobte auch Moderator Claus Lufen: "Das ist die große Stärke von Claus Lufen, dass er immer auch das Positive rauskitzelt."

Ansah und Lückenkemper teilen Mabrys Beitrag

Auch nach dem Gewinn der ersten deutschen Medaille in Birmingham habe es negative, provokante Fragen gegeben, beklagte Mabry. "Ihr redet davon, dass Deutschlands Athleten die Leichtathletik wieder groß machen sollen. Dann fangt bitte mal bei euch selbst an, einen positiven Beitrag zu leisten", schrieb Mabry. "Das war keine journalistische Glanzleistung", schloss die EM-Dritte ihren Beitrag. Der von einer Sperre bedrohte Owen Ansah, der bei der EM Bronze über 100 Meter gewonnen hatte, sowie Ex-Europameisterin Gina Lückenkemper teilten den Beitrag Mabrys.

Die gläubige Christin hatte am Ende ihres Interview-Marathons am Montagabend vor etlichen Reportern leidenschaftlich und gelöst ihren Bronze-Song "The Joy of the Lord is my Strength" gesungen. Übersetzt: "Die Freude des Herrn ist meine Stärke". Dafür gab es Applaus im Interview-Zelt.

ZDF mit Dokumentation über Mabry vor EM

ARD und ZDF übertragen die EM sowohl vormittags als auch abends live wieder breit in ihren Programmen und sind mit einem großen Aufgebot in Birmingham vertreten. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender erreichen vor allem bei den Finals am Abend regelmäßig ein Millionenpublikum. Das ZDF hatte vor der EM eine Dokumentation über Mabry mit dem Titel "Das Gold ihres Lebens - Kugelstoßerin Yemisi" ausgestrahlt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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