Rechter Buccaneer oder woker Seahawk: Welches NFL-Team passt zu deiner Politik? Jetzt Persönlichkeitstest starten!

Die San Francisco 49ers stehen für die Protestgeschichte Colin Kaepernicks, der Besitzer der New York Jets für enge Verbindungen zu Donald Trump und die Green Bay Packers gehören mehr als einer halben Million Anteilseignern.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Colin Kaepernick (M), Eli Harold (L) und Eric Reid (R) von den San Francisco 49ers knien bei Abspielen der US-Nationalhymne vor dem NFL-Spiel gegen die Dallas Cowboys im Levi's Stadium, am 02.10.2026.  (Foto) Suche
Colin Kaepernick (M), Eli Harold (L) und Eric Reid (R) von den San Francisco 49ers knien bei Abspielen der US-Nationalhymne vor dem NFL-Spiel gegen die Dallas Cowboys im Levi's Stadium, am 02.10.2026.  Bild: picture alliance/dpa/EPA | John G Mabanglo

Du möchtest ein NFL-Team finden. Die Trikotfarbe ist dir egal, den Quarterback kennst du noch nicht und zu einer Stadt in Ohio oder Wisconsin hast du keine familiäre Verbindung. Also bleibt nur die einzig vernünftige Entscheidungshilfe: Politik.

Du glaubst, dass Profisportler ihre Reichweite für gesellschaftliche Veränderungen einsetzen sollten? Vielleicht landest du bei den San Francisco 49ers. Du findest, die Nationalhymne sei nicht der passende Moment für Protest? Dann könnte Jerry Jones' Version der Dallas Cowboys besser zu dir passen. Du möchtest weder einem Trump-Spender noch einem einzelnen Milliardär folgen? Willkommen bei den Green Bay Packers – dem einzigen gemeinschaftlich getragenen Club der NFL.

Ganz so einfach ist es natürlich nicht.

NFL-Teams sind keine Parteien. Ein Club besteht aus einer Eigentümerfamilie, Management, Trainern, Spielern, Angestellten und Millionen Fans, die politisch kaum unterschiedlicher sein könnten. Ein konservativer Besitzer kann schwarze Spieler beschäftigen, die sich gegen Polizeigewalt engagieren. Ein progressiv auftretender Club kann gleichzeitig von einem Milliardär kontrolliert werden. Und eine Mannschaft aus einer liberalen Großstadt ist nicht automatisch eine sozialdemokratische Betriebssportgruppe.

Das politische Spektrum der NFL verläuft deshalb nicht nur von links nach rechts. Es verläuft auch von der Besitzerloge zur Kabine, vom Spendenregister zum Instagram-Post und vom gemeinnützigen Fonds zur Nationalhymne.

Die NFL hat ein Klassenproblem – politisch gesehen

Der deutlichste politische Unterschied liegt nicht zwischen zwei Mannschaften, sondern zwischen den verschiedenen Ebenen der Liga.

Eine Auswertung von Daten der US-Wahlkommission FEC und der Organisation OpenSecrets zeigt: Zwischen dem 4. November 2020 und dem 16. Oktober 2024 spendeten die untersuchten NFL-Eigentümer mindestens 19,1 Millionen Dollar an republikanische und rund 2,35 Millionen Dollar an demokratische Kandidaten und Organisationen. Hinzu kamen etwa 1,8 Millionen Dollar an überparteiliche oder nicht eindeutig zugeordnete Empfänger. Unter den größten NFL-Spendern befanden sich Rob Walton von den Denver Broncos und Woody Johnson von den New York Jets.

Die Liga selbst und ihre Teams präsentieren sich zugleich mit Kampagnen für soziale Gerechtigkeit, Diversität, Wahlbeteiligung und gesellschaftliche Verantwortung. Die politische NFL-Frage lautet deshalb selten nur: "Wofür steht dieses Team?" Sie lautet eher: Wessen Haltung betrachten wir gerade?

Die folgende Einordnung ist kein wissenschaftliches Ranking. Sie berücksichtigt dokumentierte politische Spenden, den Umgang mit Protesten, soziale Programme, öffentliche Aussagen und besonders prägende Geschichten. Die drei progressiveren Teams fallen vor allem durch Spieleraktivismus und institutionelle Sozialprogramme auf. Die drei konservativeren Beispiele werden stärker durch ihre Eigentümer, politische Großspenden und den Umgang mit Patriotismus geprägt.

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Die progressive Seite

1. San Francisco 49ers: Das Team des Kniefalls

Kein NFL-Team ist so eng mit einer politischen Protestform verbunden wie die San Francisco 49ers.

Im August 2016 blieb Quarterback Colin Kaepernick während der US-Nationalhymne zunächst sitzen. Er begründete dies mit Rassismus, Polizeigewalt und der Unterdrückung schwarzer Menschen und anderer Minderheiten. Später kniete er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Eric Reid. Der Kniefall sollte respektvoller gegenüber Soldaten sein als das Sitzen, den Protest aber weiterhin sichtbar machen. 

Kaepernick erklärte damals:

  • "To me, this is bigger than football."

Der Protest wurde zu einem der stärksten politischen Bilder des US-Sports – und zu einem Kulturkampfthema, das weit über Football hinausreichte. Präsident Donald Trump griff protestierende Spieler später öffentlich an und forderte Teambesitzer auf, sie zu entlassen. Kaepernick spielte nach der Saison 2016 nicht mehr in der NFL. 

Die Geschichte der 49ers endet jedoch nicht bei einem einzelnen Spieler. Noch 2016 kündigte Geschäftsführer Jed York an, dass die 49ers Foundation eine Million Dollar zur Bekämpfung sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit und zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Polizei und Bevölkerung bereitstellen werde.

2022 verpflichtete sich die Organisation zu weiteren fünf Millionen Dollar über zehn Jahre. Gefördert werden Projekte zu Polizeibeziehungen, Strafrechtsreformen, Bildung und wirtschaftlicher Teilhabe. Für die Jahre 2026 bis 2028 wurde eine neue Förderrunde ausgeschrieben.

Trotzdem wäre es zu einfach, die 49ers pauschal als „linkes Team" abzuhaken. Kaepernicks Protest und die institutionelle Sozialarbeit des Clubs sind nicht dasselbe. Die eine Form störte den geregelten Footballbetrieb. Die andere übersetzt gesellschaftliche Konflikte in Förderprogramme, Antragsformulare und Corporate Social Responsibility.

2. Philadelphia Eagles: Sozialreform mit Straßenlaternenenergie

Bei den Eagles wurde aus Spieleraktivismus konkrete politische Arbeit.

Malcolm Jenkins, Chris Long, Torrey Smith, Rodney McLeod und weitere Spieler engagierten sich für Reformen des Strafjustizsystems. Gemeinsam mit Clubchef Jeffrey Lurie und NFL-Commissioner Roger Goodell trafen sie in Philadelphia unter anderem Polizeivertreter, Strafverteidiger, politische Entscheidungsträger und lokale Organisationen. Sie informierten sich über Untersuchungshaft, Geldkautionen sowie das Verhältnis zwischen Polizei und Bevölkerung. 

2018 gründeten Spieler und Organisation den Eagles Social Justice Fund. Spenden der Spieler wurden vom Club verdoppelt. Zu den ersten geförderten Organisationen gehörte der Philadelphia Community Bail Fund, der Menschen unterstützte, die vor ihrem Gerichtsverfahren in Haft saßen, weil sie sich ihre Kaution nicht leisten konnten.

Nach Angaben der Eagles flossen bis heute mehr als 2,6 Millionen Dollar in Programme unter anderem gegen Waffengewalt, Armut und gesellschaftliche Ungleichheit. 

Der politisch und medial stärkste Moment kam jedoch ohne ein gesprochenes Wort. Nachdem Donald Trump den geplanten Besuch des damaligen Super-Bowl-Siegers im Weißen Haus abgesagt hatte, stellte sich Malcolm Jenkins vor Reporter und hielt handgeschriebene Schilder hoch.

Auf einem stand:

  • "You aren't listening."

Auf weiteren Schildern verwies er auf Polizeigewalt, Untersuchungshaft und das soziale Engagement anderer Spieler. Anschließend veröffentlichte er die Aktion auf Twitter. 

Die Eagles stehen damit weniger für revolutionäre Gesten als für organisierten Reformismus: Geld sammeln, Initiativen fördern, Politiker treffen und gesetzliche Veränderungen anstoßen.

Gleichzeitig bleibt Philadelphia Philadelphia. Zur Fankultur gehört ein so ausgeprägter Hang zum öffentlichen Kontrollverlust, dass die Stadt vor wichtigen Spielen Straßenlaternen einfetten ließ, um Fans am Hinaufklettern zu hindern. Einige Fans schafften es trotzdem. 

3. Seattle Seahawks: Wählen, fördern, im Regen diskutieren

Die Seahawks besitzen eine lange Geschichte politisch aktiver Spieler. Doug Baldwin und Michael Bennett gehörten zu den sichtbarsten Stimmen der Protestbewegung innerhalb der NFL.

2017 gründeten Spieler den „Equality & Justice for All Action Fund", der Bildungs- und Führungsprogramme gegen Ungleichheit unterstützen sollte. In ihrer Erklärung schrieben sie, sie wollten dauerhafte Veränderungen und eine mitfühlendere, inklusivere Gesellschaft fördern. (Offizielle Ankündigung des Spielerfonds)

Nach der Tötung George Floyds kündigten die Spieler 2020 an, weitere 500.000 Dollar aus dem Fonds zu vergeben. Dabei sollten unter anderem Reformen bei Polizeiausbildung, juristischer Rechenschaft und Bildung über die Geschichte des Rassismus unterstützt werden. 

Heute führt der Club Programme zu rassistischer Ungleichheit, wirtschaftlicher Stabilität und politischer Teilhabe. Mit „12s Vote" informiert die Organisation über Wählerregistrierung, Wahltermine und lokale politische Zuständigkeiten. 

Die konservative Seite

1. New York Jets: Der Trump-Draht aus der Besitzerloge

Die deutlichste direkte Verbindung eines NFL-Eigentümers zu republikanischer Spitzenpolitik führt zu den New York Jets.

Woody Johnson unterstützte Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf als Spendensammler. Er spendete außerdem eine Million Dollar für Trumps erste Amtseinführung und wurde anschließend von Trump zum US-Botschafter in Großbritannien ernannt. Der Senat bestätigte ihn 2017.

Zwischen November 2020 und Oktober 2024 spendete Johnson laut der Auswertung von FEC- und OpenSecrets-Daten mindestens 1,45 Millionen Dollar, überwiegend an republikanische Empfänger. 

Bei den Jets ist die Distanz zwischen Eigentümerpolitik und Umfeld besonders auffällig. Der Club spielt im politisch und kulturell vielfältigen Großraum New York. Spieler und Fans teilen Johnsons Haltung nicht automatisch. Die konservative Einordnung beruht hier deshalb vor allem auf dem Besitzer, nicht auf einer einheitlichen politischen Linie der Organisation.

2. Denver Broncos: Republikanisches Großgeld aus der Eigentümergruppe

Bei den Broncos spricht weniger die öffentliche Kommunikation des Clubs als das Geld seines Miteigentümers Rob Walton.

Walton, Walmart-Erbe und Mitglied der Broncos-Eigentümergruppe, spendete zwischen November 2020 und Oktober 2024 mindestens 13,8 Millionen Dollar an konservative Kandidaten und Organisationen. Darunter befanden sich Millionenspenden an Americans for Prosperity, eine von Charles und David Koch gegründete konservativ-libertäre Organisation. Damit war Walton in der Guardian-Auswertung der mit Abstand größte politische Spender unter den untersuchten NFL-Besitzern.

Die Broncos sind deshalb nicht unbedingt der am lautesten konservativ auftretende Club. Sie sind vielmehr ein Beispiel dafür, wie Sportvermögen in politische Macht übersetzt werden kann, ohne dass diese Politik im Stadion besonders sichtbar sein muss.

3. Dallas Cowboys: Patriotismus mit "toe on the line"

Die Cowboys wurden 1978 in einem Film von NFL Films erstmals als "America's Team" bezeichnet. Der Spitzname blieb hängen und wurde zu einem zentralen Bestandteil der Marke. 

Ein mit Jerry Jones verbundenes Unternehmen spendete eine Million Dollar an das Komitee für Donald Trumps Amtseinführung 2017. 

Politisch besonders sichtbar wurde Jones während der Debatte über Proteste bei der Nationalhymne. 2018 erklärte er, die Spieler der Cowboys müssten während der Hymne auf dem Feld stehen:

  • "Toe on the line."

Spieler sollten nach seiner Vorstellung weder knien noch während der Hymne in der Kabine bleiben.

Allerdings enthält auch diese Geschichte einen Widerspruch. Im September 2017 knieten Jones, Spieler, Trainer und Funktionäre vor der Hymne gemeinsam auf dem Spielfeld. Während der Hymne standen sie und hakten sich unter. Jones bezeichnete die Aktion als Botschaft für Einheit und Gleichheit. 

Die Cowboys verkörpern damit eine spezifische Form konservativer Politik: Gesellschaftliche Botschaften sind möglich, solange Eigentümer, Zeitpunkt und Choreografie kontrollierbar bleiben. Es ist keine völlige Ablehnung von Protest, sondern eine Politik der Autorität und der respektablen Inszenierung.

 

Die politischen Wild Cards

New England Patriots: Trump-Spende und Strafrechtsreform

Robert Kraft ist ein gutes Beispiel dafür, warum sich die NFL nicht sauber auf einer Links-rechts-Linie sortieren lässt.

Die Kraft Group spendete eine Million Dollar für Trumps Amtseinführung 2017. 

Gleichzeitig wurde Kraft Gründungspartner der REFORM Alliance, die Gesetze und Strukturen im US-Bewährungs- und Strafrecht verändern will. Die Organisation entstand unter anderem aus dem Engagement des Rappers Meek Mill, der über Jahre im Bewährungssystem festhing.

Auch innerhalb der Patriots engagierten sich Kraft, Spieler und Funktionäre für Reformen des Jugendstrafrechts und gegen den sogenannten School-to-Prison-Pipeline-Effekt. 

Miami Dolphins: Der Spieler, der seinen eigenen Chef auf Twitter kritisierte

2019 veranstaltete Dolphins-Besitzer Stephen Ross eine Spendensammlung für Donald Trump. Gleichzeitig stand Ross hinter der Initiative RISE, die nach eigener Darstellung Rassismus bekämpfen und soziale Gerechtigkeit fördern wollte.

Wide Receiver Kenny Stills veröffentlichte daraufhin einen Screenshot des Leitbilds und schrieb auf Twitter:

  • "You can't have a nonprofit with this mission statement then open your doors to Trump."

Stills kritisierte damit öffentlich den Besitzer seines eigenen Teams. Ross erklärte daraufhin, dass er Trump zwar in bestimmten Bereichen unterstütze, bei anderen Themen aber widerspreche. 

Kaum eine Geschichte zeigt besser, warum ein NFL-Team keine einheitliche politische Person ist. Der Eigentümer spendet, der Spieler widerspricht und die gesamte Auseinandersetzung findet öffentlich auf Social Media statt.

Green Bay Packers: Sozialismus, aber als Souveniraktie

Die Packers sind strukturell der ungewöhnlichste Club der Liga. Sie sind seit 1923 als öffentlich gehaltene, gemeinnützige Gesellschaft organisiert. Nach aktuellen Angaben gehören rund 5,2 Millionen Anteile ungefähr 539.000 Anteilseignern. Keiner von ihnen erhält eine Dividende. 

Die Aktien sind keine normale Geldanlage. Käufer erhalten weder einen Anspruch auf Gewinne noch die üblichen wirtschaftlichen Vorteile einer Unternehmensaktie. Die Anteile sind im Wesentlichen eine Form der Fanbeteiligung und Finanzierung. 

Der Club wird von einem Vorstand und einem siebenköpfigen Exekutivkomitee geführt. Die Struktur verhindert, dass ein einzelner Milliardär das Team besitzt, macht aus den Packers aber keine basisdemokratische Footballkommune.

Passenderweise kaufte der Club 2023 auch das Unternehmen Foamation, das den berühmten Cheesehead-Hut herstellt. Der gemeinschaftlich getragene Footballclub hat damit seine eigene Schaumstoffkäseproduktion übernommen. 

Kansas City Chiefs: Kulturkampf, Symbolpolitik und erfundene Pride-Verbote

Die politischen Konflikte um die Chiefs drehen sich häufig weniger um Parteispenden als um den Umgang mit indigener Symbolik.

2020 verboten die Chiefs Fans, zeremonielle Federhauben sowie Gesichtsbemalung mit Bezügen zu indigenen Kulturen ins Stadion zu bringen. Gleichzeitig kündigte der Club eine Überprüfung des sogenannten Arrowhead oder Tomahawk Chop an. Der Teamname und große Teile der bisherigen Symbolwelt blieben jedoch erhalten.

Um den Club verbreiteten sich zudem mehrfach erfundene Kulturkampfgeschichten. 2024 ging etwa die Behauptung viral, die Chiefs hätten eine Pride Night als „woke agenda" abgelehnt. Die Geschichte stammte von einer Satireseite. PolitiFact fand keine entsprechende Erklärung des Teams; der offizielle Fanshop verkaufte zugleich Pride-Produkte.

Washington Commanders: Ein Teamname als Regierungsthema

Washington legte 2020 nach jahrzehntelanger Kritik seinen früheren Namen ab, der von zahlreichen indigenen Organisationen als rassistische Beleidigung eingeordnet wurde. Seit 2022 heißt der Club Washington Commanders.

Die neue Eigentümergruppe unter Josh Harris erklärte 2025, dass der Name Commanders bleiben werde.

Donald Trump forderte anschließend öffentlich eine Rückkehr zum alten Namen und brachte die Forderung mit dem geplanten neuen Stadion in Washington in Verbindung. 2025 berichtete Reuters, Trump habe damit gedroht, das Projekt zu blockieren, sollte der Club nicht zum früheren Namen zurückkehren. 

Damit wurde die Markenidentität eines Footballteams erneut zum Bestandteil eines nationalen Kulturkampfs über Rassismus, Nostalgie, indigene Repräsentation und politische Macht.

Am Ende wählst du nicht die richtige Politik, sondern den richtigen Widerspruch

Die NFL ist zugleich konservatives Milliardärsgeschäft, Bühne für schwarzen Aktivismus, patriotisches Fernsehspektakel und Plattform für gemeinnützige Arbeit. Spieler können gegen Polizeigewalt protestieren, während ihre Arbeitgeber Millionen an konservative Organisationen überweisen. Clubs können von sozialer Gerechtigkeit sprechen und gleichzeitig versuchen, jede politische Botschaft in eine kontrollierbare Kampagne zu verwandeln.

Gerade deshalb ist die Frage "Welches NFL-Team ist links oder rechts?" nicht sinnlos. Sie ist nur falsch gestellt.

Die bessere Frage lautet: Welche Form politischer Macht möchtest du beobachten – und welchen Widerspruch bist du bereit auszuhalten?

Vielleicht suchst du ein Team, dessen Spieler protestieren. Vielleicht eines, dessen Besitzer deine bevorzugte Partei finanziert. Vielleicht willst du eine öffentlich getragene Organisation, obwohl ihre Aktien keine Dividende zahlen. Oder du entscheidest dich einfach für das schönste Trikot und verbringst die nächsten zwanzig Jahre damit, die politischen Entscheidungen eines Milliardärs zu verteidigen, den du nie getroffen hast.

Auch das ist schließlich eine sehr amerikanische Tradition.

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