TV: WM im TV: Wie Technik entscheidet, wer zuerst jubeln darf

Kabel, Satellit, Antenne oder Stream: Je nach Empfangsart erleben Fans Tore zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Welcher Übertragungsweg sorgt für den schnellsten Jubel?

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Die einen jubeln eher, die anderen später. Die TV-Bilder und der Ton von der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika kommen bei den Fans in Deutschland zu unterschiedlichen Zeiten an, abhängig von der Empfangstechnik.

Die Fachleute bezeichnen die Verzögerungen als Latenzen - die je nach Übertragungsart sehr verschieden ausfallen können. Nach Messungen des IT-Fachmagazins "c't" kann die Differenz - und damit der zeitversetzte Jubel - 20 Sekunden und mehr betragen. "Ursache sind unterschiedliche Zuführungswege, technische Umsetzungen und Infrastrukturen", heißt es beim ZDF.

"Bei der Verzögerung hat sich viel getan."

"Ein Livestream bleibt technisch bedingt etwas hinter Kabel oder Satellit zurück", erklärt die ARD. Aber: "Bei der Verzögerung gegenüber dem TV-Signal hat sich in den vergangenen Jahren viel getan." Im Vergleich zum klassischen TV-Empfang liege die Latenz "heute häufig nur noch bei wenigen Sekunden".

Nach Messungen des ZDF können Fernsehzuschauer mit Kabelanschluss als Erste jubeln, gefolgt von Fußballfans mit Satellit und Antenne. Generell weisen Internet-Livestreams je nach Anbieter, Netzzugang und Endgerät höhere Laufzeiten gegenüber der klassischen TV-Verbreitung auf, wie der öffentlich-rechtliche Sender erläutert.

Das langsamere Streaming hat aber auch Vorteile

Die Telekom, die über ihren Bezahlsender MagentaTV als einziger alle 104 WM-Spiele zeigt, betont den Fortschritt. "Die Übertragung von TV-Signalen über Internet und Glasfaser hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt.", erklärt das Unternehmen. "Auf unserer eigenen Hardware kommt es im Vergleich zu klassischen Kabel- und Sat-Übertragungen nur zu geringen Latenzen im einstelligen Sekundenbereich." Dafür sei die Qualität deutlich höher, denn nur MagentaTV zeige alle Partien hochauflösend in UHD.

Streams sind also etwas langsamer, haben aber andere Vorteile. Sie "sind auf nahezu allen Endgeräten verfügbar und bieten Mehrwerte, die über die reine Übertragung des Signals hinausgehen", betont die ARD. "Dazu gehören beispielsweise der Neustart laufender Sendungen, Sprungmarken zu Highlights, zusätzliche Perspektiven bei den Fußballübertragungen oder das neue Sportdaten-Overlay mit Live-Statistiken, Aufstellungen und weiteren Informationen direkt im Player."

Wenn aber ein Tor fällt, weiß der Nachbar unter Umständen eben etwas eher Bescheid - und das ist oft leider nicht zu überhören.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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