Fußball News: Eins aus 495: Komplizierte Rechenformel findet DFB-Gegner

Früher war es bei einer WM einfach: A1 spielt im Achtelfinale gegen B2. Mit der Ausweitung auf 48 Teams hat sich vieles geändert. Mit konkreten Folgen für die Gruppensieger von Julian Nagelsmann.

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Mit Blick auf die Anzahl der möglichen Gegner im Sechzehntelfinale wäre Gruppenplatz zwei für Deutschland komfortabler gewesen. Als Zweiter der Gruppe E hätte es das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Sechzehntelfinale der Fußball-WM mit dem Zweiten der Gruppe I zu tun bekommen. Dafür gibt es nach dem zweiten Spieltag nur noch zwei Möglichkeiten: Frankreich oder Norwegen.

Doch Deutschland steht nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Elfenbeinküste als Gruppensieger fest und trifft damit am 29. Juni (22.30 Uhr/MESZ) in Foxborough bei Boston auf einen Gegner, der im Spielplan des Weltverbandes FIFA als "3ABCDF" vermerkt ist.

Was verbirgt sich dahinter und wer wird der nächste deutsche Gegner? Die wichtigsten Fragen zum Rechenfinale bei der WM.

Wie viele Gegner sind möglich und wer?

Insgesamt 15 aus den fünf Gruppen A, B, C, D und F. Aus jenen Staffeln kommen Mexiko und die USA als feststehende Gruppensieger ebenso nicht infrage wie Tunesien, Haiti und die Türkei, die allesamt ausgeschieden sind.

Die Gegner im Überblick:

aus Gruppe A: Südafrika, Südkorea, Tschechien

aus Gruppe B: Kanada, Schweiz, Bosnien-Herzegowina, Katar

aus Gruppe C: Brasilien, Marokko, Schottland

aus Gruppe D: Australien, Paraguay

aus Gruppe F: Niederlande, Japan, Schweden

Welcher Gegner ist wahrscheinlich?

Die wahrscheinlichsten Optionen sind nach derzeitigem Stand Schottland aus Gruppe C sowie Paraguay und Australien in Gruppe D. Um zu ermitteln, welche Konstellationen wahrscheinlich sind, braucht es zwei Rechenszenarien. Zum einen die fünf einzelnen Gruppen und wer in ihnen jeweils den dritten Platz belegt und damit als Gegner infrage kommt. Zum anderen die 495 verschiedenen Konstellationen, welche acht der besten zwölf Gruppendritten weiterkommen.

231 der 495 Kombinationen sehen dabei die Gruppe C vor, das ist der höchste Wert. Es folgen Gruppe D (212 Kombinationen) und Gruppe F (35). Dass der Gegner aus Gruppe A (16 Kombinationen) kommt, ist recht unwahrscheinlich. Die Wahrscheinlich für Gruppe B (eine einzige Kombination) liegt sogar im Promillebereich.

Hinter Schottland, Paraguay und Australien kommen deshalb am ehesten Marokko und Brasilien aus Gruppe C infrage, falls eines der beiden Teams noch hinter die Schotten zurückfallen sollte. Die Gruppen A oder F, aus denen Südkorea, Schweden oder Japan warten könnten, sind aufgrund der Verteilung grundsätzlich eher unwahrscheinlich.

Wann steht fest, wer der Gegner wird?

Erst nach dem Ende der Vorrunde. Das Team um Kapitän Joshua Kimmich wird sich nach dem abschließenden Gruppenspiel am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen Ecuador zwei weitere Tage gedulden müssen, bis klar ist, wer am 29. Juni in Foxborough in der Runde der letzten 32 wartet.

Erst wenn die beiden Parallel-Duelle Algerien gegen Österreich und Jordanien gegen Argentinien in der Nacht zum Sonntag (4.00 Uhr/MESZ) abgepfiffen sind, ist die Vorrunde mit 72 Spielen komplett - danach wird der Turnierbaum und die Route bis zum Finale am 19. Juli in East Rutherford nahe New York feststehen.

Warum überhaupt das ganze Prozedere?

Die WM wurde von 32 auf 48 Nationen vergrößert, deshalb musste ein neuer Modus her. Das alte Format, bei dem die Anzahl der Teilnehmer von 32 bis zum Finale mit jeder Runde halbiert wurden, hätte nicht mehr funktioniert. Das zunächst vorgesehene Modell mit 16 Dreiergruppen hatte die FIFA verworfen, weil es bereits innerhalb der Gruppen für Absprachen hätte sorgen können.

So kam es zum Modell mit zwölf Vierergruppen und den besten acht Dritten aus jenen zwölf Gruppen. Neu ist das nicht, in einem ähnlichen Format wurden bereits die Europameisterschaften 2016, 2021 und 2024 ausgespielt. Der einzige Unterschied ist, dass es angesichts der Größe des Feldes damals nur um jeweils vier beste Dritte aus sechs Staffeln ging.

Das DFB-Team hatte 2021 (Zweiter in der Gruppe) und 2024 (als Sieger der Gruppe gegen einen Zweiten) nichts damit zu tun, dafür bei der Premiere des neuen EM-Formats 2016. Gegner wurde damals die Slowakei. Im Vergleich zu 495 WM-Varianten wirken die Möglichkeiten bei der EM mathematisch überschaubar: 15 verschiedene Kombinationen stehen zur Verfügung.

Können Teams der DFB-Elf aktiv entgehen?

Ja, die Topteams weichen dem viermaligen Weltmeister aus, in denen sie Platz drei in ihren Gruppen meiden. Brasilien reicht dafür im abschließenden Gruppenspiel gegen Schottland bereits ein Remis. Das gilt auch für die Niederlande, die es mit den bereits ausgeschiedenen Tunesiern zu tun bekommt. Im Duell Kanada gegen Schweiz sichern beide ihre Plätze eins und zwei bei einem Remis ab und könnten dann ebenfalls nicht gegen Deutschland spielen.

In der Gruppe D der USA geht es zwischen Australien und Paraguay um Platz zwei. Australien reicht dafür im direkten Duell ein Remis, Paraguay braucht einen Sieg. Wer auf Platz drei endet, kann potenziell auf Deutschland treffen. Für die Ausrichter Mexiko und USA ist das nicht mehr möglich. Beide stehen wie die DFB-Elf vorzeitig als Gruppensieger fest.

Wie geht es für Deutschland danach weiter?

Im Achtelfinale von Philadelphia am 4. Juli (23.00 Uhr) würde bei erfolgreichem erstem K.o.-Spiel ein Duell mit dem Gruppensieger der Staffel I folgen. Hier sind Vize-Weltmeister Frankreich oder Norwegen mit Stürmerstar Erling Haaland die wahrscheinlichsten Optionen.

Das folgende Viertelfinale fände am 9. Juli (22.00 Uhr) wieder in Foxborough statt. Ein erstes WM-Halbfinale seit dem Titelgewinn im Jahr 2014 würde das Team um Kapitän Joshua Kimmich am 14. Juli (21.00 Uhr) im texanischen Arlington bei Dallas bestreiten. Fünf Tage später wird dann in East Rutherford der neue Weltmeister gekürt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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