Fußball News: USA starten in die Mission WM-Erfolg: "Gibt viel Liebe"
Die USA sind nach 32 Jahren wieder Gastgeber einer Fußball-WM. Soccer hat sich seither stark entwickelt. Von einem Volkssport kann aber keine Rede sein. Das merkt das Team sogar bei Heimspielen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Einen Super Bowl, für den es drei Tage vor dem Spiel noch ganz offiziell Tickets zu kaufen gibt? In den USA undenkbar. Der erste WM-Auftritt des Co-Gastgebers USA gegen Paraguay am Samstag (3.00 Uhr MESZ) ist zwar nicht das Endspiel, aber die Verfügbarkeit der Karten für das Match südlich von Los Angeles steht auch jenseits der Debatte über die hohen Ticketpreise symbolisch für den Stellenwert von Fußball in den USA. Fußball ist seit der Ankunft von Lionel Messi in der Major League Soccer stark gewachsen. Von einem Volkssport aber kann keine Rede sein.
"Wir sind ein Land, das Basketball und American Football liebt. Es ist schwer, die einzufangen", sagte Joe Scally von Borussia Mönchengladbach der Deutschen Presse-Agentur. "Aber ich denke, wir sind sehr nah dran. Die WM wird da noch mehr Begeisterung bringen." Auch sein Teamkollege Gio Reyna verweist auf die positive Entwicklung der vergangenen Jahre. "Wir haben noch einen Weg zu gehen, aber der Fortschritt der vergangenen vier oder fünf Jahren war schön zu sehen. Ein gutes Turnier würde sicherlich helfen."
Fußball ist beliebt - aber andere Sportarten sind präsenter im Alltag
Schon jetzt ist Fußball immerhin die Sportart mit den meisten angemeldeten Kinder im Land. Umfragen zeigen aber auch, dass Soccer klar zurückfällt, wenn Eltern angeben, was ihre Kinder einfach so unorganisiert auf der Straße spielen. Da sind dann Basketball und American Football wieder vorne. Die WM soll dem Wachstum des Fußballs einen ordentlichen Schub verpassen - ein gutes Abschneiden der US-Boys wäre dafür von enormem Wert.
"Wir US-Spieler und Fans haben dieses Stigma auf der Welt, dass wir nicht wissen, wovon wir sprechen. Aber die Realität ist, dass es hier viel Liebe für Fußball gibt", sagte Torwart Matt Turner. Ob er oder Matt Freeman zum Auftakt im Kasten stehen ist bislang nicht entschieden - in jedem Fall aber wird es ein Keeper aus der MLS sein. Ein Novum bei einer Weltmeisterschaft und je nach Blickwinkel eine Auszeichnung für die heimische Liga oder ein Warnsignal, dass das USMNT - das United States Men's National Team - schwächer geworden ist auf einer Position, die, historisch betrachtet, zu den stärker besetzten von US-Nationalmannschaften zählte. Kasey Keller, Brad Friedel und Tim Howard waren alles Stammspieler bei Clubs aus der englischen Premier League und der Bundesliga.
US-Coach Pochettino beschwört den Glauben an einen Erfolg
Nationaltrainer Mauricio Pochettino, ein Argentinier, ist Realist, wenn es darum geht, die Qualität der Einzelspieler zu beurteilen. Einen Spieler unter den Top 100 gebe es in seinem Team nicht, sagte er schon im Frühjahr. Der Glaube an ein Fußball-Wunder - nichts anderes wäre ein WM-Sieg im Finale am 18. Juli aber - ist dennoch vorhanden. "Warum nicht wir? Warum nicht wir? Warum nicht wir? Wir müssen wirklich daran glauben, dass wir da sein können. Wir müssen träumen", sagte Pochettino.
Starspieler Christian Pulisic von der AC Mailand möchte die ganzen Nebengeräusche ausblenden. "Wir wollen das für uns. Wir wollen das für unser eigenes Land. Wir müssen niemandem anderen etwas beweisen", sagte der Angreifer. "Wir haben gute Spieler, sehr gute Spieler, in Topclubs auf der ganzen Welt. Wir haben eine gute Mannschaft und, yeah, wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um uns das selbst zu beweisen."
USA einmal im WM-Halbfinale - vor 96 Jahren
Das einzige WM-Halbfinale gab es beim Debüt 1930, ins Viertelfinale ging es 2002. 2010, 2014 und 2022 war jeweils im Achtelfinale Schluss, 2006 in Deutschland schon in der Gruppenphase und 2018 verpasste das Team die Qualifikation komplett. Seit dem 1:3 im Achtelfinale 2022 in Katar gegen die Niederlande habe sich die Mannschaft aber weiterentwickelt, sagte Pulisic. In Gruppe D bekommen es die USA nach dem Auftakt gegen Paraguay noch mit Australien und der Türkei zu tun.
Dass es dabei eine Auswärtsspielatmosphäre gibt wie etwa bei vorherigen Duellen mit Kolumbien, Mexiko, Südkorea oder der Türkei in den USA, befürchtet zumindest der Ex-Schalker Weston McKennie nicht. "Amerikaner sind die Art Fans, die für die großen Events auftauchen, selbst, wenn sie Fußball nicht lieben."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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