Handball: Pokal-Showdown: Wer jubelt im Kölner Handball-Tempel?
Der SC Magdeburg und die Füchse Berlin gelten beim Final-4-Turnier um den DHB-Pokal als Favoriten. Die Trainer warnen jedoch eindringlich vor den besonderen Gesetzen des Wettbewerbs.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Meisterkrönung steht kurz bevor, doch zuvor wollen sich die unersättlichen "Titel-Monster" des SC Magdeburg erst einmal den DHB-Pokal krallen. "Wir sind keine Mannschaft, die nur dabei sein möchte. Wir stehen auf, um alles zu gewinnen", sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert vor dem Final-Turnier in Köln - und relativierte sofort: "Aber das haben wir nicht exklusiv."
Dennoch: Das Event in Deutschlands ausverkauftem Handball-Tempel "Lanxess Arena" soll den Auftakt in Magdeburger Festwochen bilden. "Wir haben das Double in dieser Saison noch in der Verlosung. Das ist toll. Mal gucken, wie das nach dem Wochenende aussieht", sagte Wiegert vor dem Halbfinale gegen den Bergischen HC am Samstag (18.45 Uhr/Dyn).
Drei Stunden zuvor duellieren sich die Füchse Berlin und der TBV Lemgo Lippe um das andere Ticket für das Endspiel am Sonntag. "Dieses Pokal-Wochenende macht nur Spaß, wenn wir unseren Job gegen Lemgo gut machen", nahm Füchse-Trainer Nicolej Krickau sein Team um Welthandballer Mathias Gidsel in die Pflicht.
Wiegert und Krickau warnen vor Pokal-Gesetzen
Magdeburg und Berlin gelten auf dem Papier als die Favoriten. Kommt es im Finale also zum großen Showdown zwischen dem alten und dem designierten neuen Meister? Für beide Trainer ist dies keine ausgemachte Sache, wissen sie doch um die eigenen Gesetze des Wettbewerbs.
"Der Pokal, nicht nur im Handball, hat immer besondere Sachen parat, immer. Deswegen ist es immer anspruchsvoll, was an einem Wochenende an einem neutralen Ort passiert. Jede der vier Mannschaften kommt für den Sieg infrage", warnte Wiegert.
Dass sein Team in der Bundesliga erst eine Niederlage kassiert hat und unaufhaltsam dem Titel entgegen marschiert, blendet der 44-Jährige aus. Krickau gibt ebenfalls wenig auf den bisherigen Saisonverlauf: "Die Tabelle ist scheißegal. Denn das ist ein nicht alltägliches Event, bei dem alles passieren kann."
Das musste der im vergangenen September als Nachfolger des entlassenen Meistertrainers Jaron Siewert verpflichtete Däne vor zwei Jahren schmerzhaft erfahren, als er mit der SG Flensburg-Handewitt im Halbfinale überraschend an der MT Melsungen scheiterte.
Auch Wiegert weiß nur zu gut, wie schwer es ist, die Trophäe zu ergattern. Zwar ist ihm dies mit dem SCM als Trainer schon zweimal (2016/2024) gelungen. Dreimal (2019, 2022, 2023) ging sein Team im Endspiel jedoch als Verlierer vom Parkett. Ein Erfolg in Köln hätte für ihn daher einen hohen Stellenwert: "Ich freue mich über jeden Titel, weil ich weiß, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, Titel zu gewinnen."
Füchse hoffen auf Pokal-Coup
Zumal vor allem der in der Bundesliga abgehängte Meister aus Berlin auf einen Pokal-Coup brennt. Der würde den Hauptstadt-Club ein wenig für die bei acht Punkten Rückstand so gut wie verspielte Meisterschaft entschädigen. "Den DHB-Pokal hat von den Jungs, die auf der Platte stehen, noch nie einer gewonnen", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.
Um das zu ändern, muss der Bundesliga-Dritte zunächst den ebenfalls ambitionierten TBV Lemgo Lippe bezwingen. Wie schwer das wird, mussten Gidsel & Co. am vergangenen Sonntag beim 34:33 in der Liga erleben. Krickau sieht sein Team daher auch nicht zwingend in der Favoritenrolle: "Wir erwarten ein genauso enges Spiel in Köln."
Umso mehr wäre der Pokalsieg für den 39-Jährigen eine wichtige Bestätigung seiner Arbeit, die im Herbst des Vorjahres holprig begonnen hatte. Zumal die Ansprüche in Berlin gestiegen sind. Versprechen wollte Krickau aber nichts: "Wir versuchen, etwas mitzunehmen, wissen aber, wie lang der Weg ist."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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