Paris-Roubaix 2026 in TV und Live-Stream: Van Aert gewinnt: Pogacar verpasst Sieg bei Paris-Roubaix

Am 12. April jagt Mathieu van der Poel in der Hölle des Nordens seinen vierten Paris-Roubaix-Sieg. Damit würde er zu den legendären Roger de Vlaeminck und Tom Boonen aufschließen, wenn da nicht Tadej Pogačar wäre. So sehen Sie den Rad-Klassiker live.

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Schnappt sich Tadej Pogačar (vorne) in diesem Jahr den Sieg bei Paris-Roubaix? Bild: picture alliance/dpa/LaPresse/AP | Fabio Ferrari
  • Paris-Roubaix 2026: Wer holt den Sieg in der "Hölle des Nordens"?
  • Van der Poel greift nach Rekord-Gleichstand bei Paris-Roubaix
  • Favoritenrollen bei den Frauen völlig offen
  • 30 Pflasterstein-Passagen fordern ihren Tribut
  • Nils Politt opfert eigene Podiumschancen für Pogačar
  • Paris-Roubaix 2026 in TV und Live-Stream

Am 12. April schreibt das legendäre Kopfsteinpflaster-Rennen Paris-Roubaix Geschichte. Zum ersten Mal überhaupt werden die Wettbewerbe der Männer und Frauen am selben Tag ausgetragen - eine historische Premiere für eines der fünf Monumente des Radsports.

"Ein Traum": Deutsche Meisterin Koch gewinnt Paris-Roubaix

Franziska Koch fährt ein bärenstarkes Rennen bei der sechsten Roubaix-Ausgabe der Frauen. Und sie wird in einem spannenden Sprint-Showdown im Velodrom belohnt.

Die deutsche Straßenrad-Meisterin Franziska Koch hat sensationell das Eintagesrennen Paris-Roubaix gewonnen. Im Velodrom von Roubaix bezwang die 25-Jährige die frühere dreimalige Weltmeisterin Marianne Vos bei der sechsten Ausgabe im Sprint und feierte so den größten Triumph ihrer Karriere. Nach 143,1 Kilometern zwischen Denain und Roubaix wurde die französische Tour-de-France-Siegerin Pauline Ferrand-Prévot Dritte.

"Es ist schwer zu glauben. Ich habe davon geträumt. Roubaix ist ein Rennen, wo alles passieren kann", sagte die in Mettmann geborene Sportlerin, die in den vergangenen beiden Jahren den deutschen Meistertitel geholt hatte. "Es ist ein Traum", schwärmte sie.

Frauenrennen am selben Tag wie das der Männer

Lange lieferten sich die drei Fahrerinnen an der Spitze einen Schlagabtausch in der Spitzengruppe. Knapp vier Kilometer vor dem Ziel attackierte Koch die beiden Teamkolleginnen, doch konnte beide nicht nachhaltig abschütteln. Es lief also auf den Showdown im Velodrom hinaus.

Zum ersten Mal wurde das Frauenrennen am selben Tag wie das der Männer ausgetragen. Die Frauen kamen etwa zwei Stunden nach den Männern ins Ziel. Zuvor hatte sich der Belgier Wout van Aert in einem packenden Zweikampf im Sprint gegen Weltmeister Tadej Pogacar durchgesetzt.

Van Aert gewinnt: Pogacar verpasst Sieg bei Paris-Roubaix

Drama im Velodrom: Pogacar fehlen beim Sprint auf dem Kopfsteinpflaster nur wenige Meter zum historischen Triumph. Wie Van Aert ihm den Sieg vor der Nase wegschnappt.

Tadej Pogacar hat den Sieg bei Paris-Roubaix und damit seinen noch fehlenden Erfolg bei den fünf bedeutendsten Eintagesrennen des Radsports verpasst. Der 27-Jährige verlor beim Kopfsteinpflaster-Klassiker den Sprint im Velodrom von Roubaix gegen den Belgier Wout van Aert und belegte wie im Vorjahr Platz zwei.

Nach 258,3 Kilometern zwischen Compiègne und Roubaix fehlten Pogacar nur wenige Zentimeter bei dem als "Hölle des Nordens" bekannten Rennen. Damit geht die Jagd auf das fünfte Monument mindestens ein weiteres Jahr weiter.

Pogacars erste Niederlage seit September

Pogacar feierte erst vergangene Woche seinen dritten Sieg bei der Flandern-Rundfahrt. Schon zuvor hatte er mindestens einmal bei den anderen Radsport-Monumenten Mailand-Sanremo, Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Lombardei-Rundfahrt gesiegt.

Nur die drei Belgier Merckx, Roger De Vlaeminck und Rik Van Looy haben es bisher geschafft, alle fünf Rennen zu gewinnen. Seit seinem WM-Triumph im vergangenen September war es für Tour-Champion Pogacar die erste Niederlage.

Paris-Roubaix 2026: Van der Poel greift nach Rekord-Gleichstand

Mathieu van der Poel steht kurz vor einem historischen Meilenstein. Der 31-jährige Niederländer hat die letzten drei Ausgaben des Klassikers dominiert und könnte mit einem erneuten Triumph zu den größten Siegern der "Königin der Klassiker" aufschließen. Bisher gelang nur den Belgiern Roger De Vlaeminck und Tom Boonen ein vierter Sieg in Roubaix.

Als schärfster Widersacher gilt Tadej Pogačar. Der slowenische Tour-Sieger bewies bereits 2025 bei seinem Roubaix-Debüt eindrucksvoll, dass ihm die anspruchsvollen Pavé-Sektoren liegen. Im packenden Zweikampf lieferte er sich mit van der Poel ein Duell auf Augenhöhe, ehe ihm ein Steuerfehler samt Sturz zum Verhängnis wurde - am Ende blieb nur Rang zwei. Neben diesem Favoritenduo mischen auch Jasper Philipsen, Mads Pedersen, Wout van Aert und Filippo Ganna im Kampf um den begehrten Pflasterstein-Pokal mit.

Paris-Roubaix2026:Favoritenrollen bei den Frauen völlig offen

Im Gegensatz zum Männerrennen herrscht bei den Frauen ein Wettkampf ohne klare Titelverteidigerin. Pauline Ferrand-Prévot tritt in diesem Jahr nicht an - die überraschende Siegerin von 2025 und Tour-Gewinnerin verzichtet auf einen Start.

Das Fehlen einer dominanten Topfavoritin macht das Rennen besonders spannend. Die belgische Allrounderin Lotte Kopecky, die 2024 triumphierte, kennt die Tücken der Pavé-Passagen genau und zählt erneut zum erweiterten Favoritenkreis. Die niederländische Sprint-Spezialistin Lorena Wiebes bewies mit ihrem dritten Platz im Vorjahr ebenfalls, dass sie mit den rauen Kopfsteinpflastern bestens klarkommt.

Auch Elisa Longo Borghini mischt im Favoritenkreis mit. Die italienischeRoutinière holte sich 2022 bereits den Sieg in Roubaix und erreichte 2021 das Podest als Dritte. Ihre Erfahrung auf den gefürchteten nordfranzösischen Pflastersteinen könnte sich als entscheidender Vorteil erweisen.

Paris-Roubaix2026:30 Pflasterstein-Passagen fordern ihren Tribut

Die Männer absolvieren auf ihrem 258,3 Kilometer langen Weg nach Roubaix insgesamt 30 Kopfsteinpflaster-Abschnitte – stolze 54,8 Kilometer auf brutalem Untergrund. Nach etwa 100 Kilometern trifft das Peloton auf die erste Pavé-Passage. Eine besondere taktische Herausforderung wartet gleich zu Beginn der Kopfsteinpflaster-Phase: Die ersten vier Sektoren folgen in rascher Abfolge aufeinander, bevor ein 800 Meter langer Anstieg die Beine zusätzlich strapaziert.

Drei Passagen gelten mit der Höchstwertung von fünf Sternen als rennentscheidend. Bei Kilometer 163 wartet der gefürchtete Wald von Arenberg auf 2,3 Kilometern Länge. Mons-en-Pévèle folgt bei Kilometer 209,7 mit drei Kilometern als längster Fünf-Sterne-Sektor. Den finalen Kraftakt stellt Carrefour de l'Arbre bei Kilometer 241,2 über 2,1 Kilometer dar.

Die Frauen bewältigen auf 144 Kilometern immerhin 33,7 Kilometer Kopfsteinpflaster in 20 Sektoren. Ihre letzten 17 Passagen decken sich mit der Männerstrecke – inklusive der beiden Fünf-Sterne-Monster Mons-en-Pévèle und Carrefour de l'Arbre.

Nils Politt opfert eigene Podiumschancen für Pogačar

Nils Politt fährt in diesem Jahr mit einem Rollenkonflikt nach Roubaix. Der Kölner erreichte 2019 als bisher letzter deutscher Fahrer das Podest, als er im Zielsprint gegen Philippe Gilbert unterlag. Zwei Jahre zuvor untermauerte er mit Rang vier seine Ambitionen auf diesem Terrain.

Doch 2026 muss der Klassiker-Spezialist seine persönlichen Ziele hinten anstellen. Als Helfer seines UAE-Teamkollegen Tadej Pogačar wird er sich in den Dienst des slowenischen Top-Favoriten stellen - trotz seiner nachgewiesenen Form auf den nordfranzösischen Pflastersteinen.

Deutlich freiere Hand genießt Jonas Rutsch. Der 1,97 Meter große Deutsche bewies im Vorjahr mit Platz sechs eindrucksvoll seine Kopfsteinpflaster-Qualitäten. Wie Politt profitiert er von seiner kräftigen Statur, die auf den rauen Pavé-Passagen von Vorteil ist. Auch Max Walscheid gehört mit seinen 1,99 Metern Körpergröße zu den deutschen Startern - der Hüne belegte bereits einen beachtlichen zwölften Rang.

Paris-Roubaix2026 in TV und Live-Stream: Mehrere TV-Sender bringen die Pavé-Schlacht ins Wohnzimmer

Radsportfans können Paris-Roubaix auf mehreren Kanälen live verfolgen. Eurosport steigt bereits um 10.30 Uhr in die Übertragung ein und begleitet das Geschehen von Beginn an. Zusätzlich läuft das Rennen über den Streaming-Dienst Discovery+ sowie auf Eurosport.de.

Das Erste schaltet ab 14.05 Uhr zur Live-Berichterstattung um, wenn sich das Rennen seinem Höhepunkt nähert. Wer bereits früher ins Geschehen einsteigen möchte, findet ab 12.05 Uhr einen Live-Stream auf Sportschau.de und in der ARD-Mediathek. Parallel dazu läuft ab 10.50 Uhr ein Live-Ticker auf dem Sportportal.

Nach dem Zieleinlauf stehen zeitnah Video-Highlights auf Sportschau.de bereit. Ab 19.15 Uhr zeigt die Sportschau im Ersten eine ausführliche Zusammenfassung des Kopfsteinpflaster-Epos mit den entscheidenden Szenen aus der "Hölle des Nordens".

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