Paralympics: Nach langem Zittern: Bronze-Hattrick im Para-Biathlon

Drama am Schießstand, Proteste und späte Gewissheit: Leonie Walter muss lange um ihre Bronzemedaille bangen. Zwei ihrer Teamkollegen können dagegen schon im Ziel über ihre Medaillen jubeln.

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Das Symbol der Paralympischen Spiele hängt am Arc de Triomphe in Paris. Die Paralympics 2024 finden vom 28. August bis 8. September statt. (Foto) Suche
Das Symbol der Paralympischen Spiele hängt am Arc de Triomphe in Paris. Die Paralympics 2024 finden vom 28. August bis 8. September statt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Christophe Ena

Drei Klassen, dreimal Bronze für Deutschland - und wieder ein Drama: Bei den Paralympischen Spielen haben Anja Wicker, Marco Maier und Leonie Walter im Para-Biathlon erneut für Podestplätze gesorgt. In der Sprint-Verfolgung belegte das Trio jeweils den dritten Platz. Dabei lange um Bronze bangen musste die sehbehinderte Walter, die nicht zum ersten Mal bei diesen Spielen ein Wechselbad der Gefühle erlebte. Am Ende gab es in ihrer Klasse Doppel-Bronze.

Schießstand-Drama um Walter

Beim ersten Schießen lag die 22-Jährige lange auf der Matte, ehe sie ihren Arm hob und ein Problem signalisierte. "Ich habe den Ton nicht sauber gehört und musste dann den Schießstand wechseln. Das war nicht so einfach, aber ich habe dann alle fünf Scheiben getroffen", berichtete Walter. Dadurch verlor sie jedoch viel Zeit und überquerte die Ziellinie mit Guide Christian Krasmann nach einem weiteren Fehler im zweiten Scheißen nur als Fünfte.

Nach einer Jury-Überprüfung erhielt Walter dann bereits kurz nach dem Zieleinlauf eine Zeitgutschrift und rückte dadurch auf Rang drei vor. Mehrere Proteste verzögerten die endgültige Entscheidung jedoch. Erst fast zwei Stunden nach dem Rennen stand dann fest: Es gibt zweimal Bronze - einmal für Walter und einmal für die als dritte ins Ziel gelaufene Tschechien Simona Bubenickova.

Schon im Klassik-Sprint hatte Walter ein Drama erlebt, nachdem ihr wegen eines Regelverstoßes ihres Begleitläufers Silber aberkannt worden war.

Maier holt drittes Bronze – und trauert Goldchance nach

Während Walter noch etwas ungläubig über ihre nächste Medaille staunte, zeigte sich ihr Teamkollege Maier trotz seiner dritten Bronzemedaille bei seinem Paralympics-Debüt nicht so ganz zufrieden. "Das ist schon ärgerlich. Die Goldmedaille hätte drin sein können", sagte der 28-Jährige, der sich nach drei Schießfehlern mit einer starken Laufleistung noch Bronze sicherte.

Zwischen dem Ärger über die Schießfehler realisierte Maier aber auch seinen Erfolg der vergangenen Tage: "Drei Starts, dreimal Bronze, da kann man auch glücklich sein bei einer Chance, die es alle vier Jahre gibt. Vor den Spielen hätte ich das unterschrieben. Aber im Moment tut es auch weh und ist irgendwie scheiße", betonte Maier, der wegen verkürzter Finger an der linken Hand nur mit einem Stock läuft.

"Verrückt": Wicker mit nächstem Podestplatz

Überglücklich und strahlend zeigte sich seine Teamkollegin Wicker. Die wegen einer Fehlbildung der Wirbelsäule im Rollstuhl sitzende Athletin freute sich allen voran über ihre fehlerfreie Schießleistung, nachdem sie in der Qualifikation noch vier Fehler geschossen hatte. "Wahnsinn. Nach der Quali habe ich heute nicht mehr mit einer Medaille gerechnet. Wenn ich im Finale nicht als Erste starten kann, habe ich eigentlich keine Chance", sagte Wicker nach Platz drei.

Nach Silber im Einzel und Bronze im Sprint ist es für die 36-Jährige die dritte Medaille bei diesen Spielen. "Eine Medaille war das Ziel. Jetzt gehe ich mindestens schon mit drei hier weg. Das ist verrückt", betonte Wicker. Eine weitere Chance auf Medaillen hat das Trio in den Staffelrennen am Samstag sowie im abschließenden 20-Kilometer-Langlauf am Sonntag.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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