Paralympics: Nahost-Konflikt: Kein Starter aus dem Iran bei Paralympics

Wegen des Konflikts im Nahen Osten bleibt der einzige iranische Athlet den Winter-Paralympics fern. Das IPC spricht von einer "herzzerreißenden" Situation. Bei der Eröffnung sind nun doch Sportler.

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Das Symbol der Paralympischen Spiele hängt am Arc de Triomphe in Paris. Die Paralympics 2024 finden vom 28. August bis 8. September statt. (Foto) Suche
Das Symbol der Paralympischen Spiele hängt am Arc de Triomphe in Paris. Die Paralympics 2024 finden vom 28. August bis 8. September statt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Christophe Ena

Bei den Paralympischen Winterspielen in Italien wird kein Sportler aus dem Iran an den Start gehen. Der als einziger für die Spiele nominierte iranische Langläufer Aboulfazl Khatibi Mianaei könne aufgrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten nicht sicher nach Italien reisen, teilte das Internationale Paralympische Komitee (IPC) wenige Stunden vor der offiziellen Eröffnungsfeier mit.

"Nicht an Paralympischen Winterspielen teilnehmen zu können – aufgrund von Umständen außerhalb seiner Kontrolle nach jahrelangem Training und Engagement – ist für den Athleten herzzerreißend. Unser Mitgefühl gilt Aboulfazl in dieser schwierigen Zeit", sagte IPC-Präsident Andrew Parsons mit Blick auf den zweimaligen Paralympics-Teilnehmer, der in zwei Skilanglauf-Wettbewerben in Tesero an den Start hätte gehen sollen.

Seit Beginn des Konflikts sei "unermüdlich" an sicheren Wegen für die Anreise der iranischen Delegation gearbeitet worden. Mit dem weiterhin bestehenden Konflikt sei das Risiko für Menschenleben jedoch zu hoch, betonte Parsons. Damit wird bei der Eröffnungsfeier am Abend auch die iranische Flagge nicht in das römischen Amphitheater von Verona getragen. Am Nachmittag wehte sie aber zunächst noch am Schießstand im Langlaufstadion in Tesero.

Kehrtwende: 28 Nationen mit Sportlern bei Eröffnung

Eine Kehrtwende gab es auch bei der Teilnahme von Sportlern an der Eröffnungsfeier. Wie das IPC mitteilte, werden 28 der 55 Nationen einen oder zwei Athleten nach Verona schicken. Darunter sind Österreich, Australien und die USA. Auch Russland wird mit einem Langläufer und einer Langläuferin dabei sein. Trotz des Krieges gegen die Ukraine dürfen russische Sportler unter der Landesflagge antreten, auch würde bei einem Sieg deren Hymne gespielt.

Die deutsche Mannschaft hatte hingegen beschlossen, nicht mit Sportlern an der Eröffnungsfeier teilzunehmen. Die Fahnenträger Anna-Lena Forster (Ski alpin) und Jörg Wedde (Para-Eishockey) werden nur per Video eingespielt. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte die Entscheidung mit dem frühen Beginn der Wettkämpfe am Samstag sowie der Solidarisierung mit der von Russland angegriffenen Ukraine begründet. Unter anderem die Schweiz, Frankreich, Norwegen und Kanada verzichten ebenfalls.

Die sieben Länder Tschechien, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und die Ukraine boykottieren die Eröffnungsfeier "aus politischen Gründen", so das IPC. Der Protest der Nationen richtet sich gegen die Teilnahme Russlands unter nationalen Symbolen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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