Handball: Handballerinnen zurück im Alltag - WM-Silber als Motor?
Nach dem zweiten Platz bei der Heim-WM wollen die deutschen Handballerinnen auch in diesem Jahr für Furore sorgen. Die Rahmenbedingungen könnten dabei besser sein, findet der Bundestrainer.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Mit großen Plänen und einem neuen Vertrag in der Tasche kehrt Bundestrainer Markus Gaugisch mit den deutschen Handballerinnen nach der silbernen WM-Party in den Alltag zurück. "Die Vorfreude ist groß, nach der Heim-WM wieder mit der Mannschaft zu arbeiten", sagte Gaugisch zum Auftakt der Vorbereitung auf die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Slowenien.
Nach dem Silber-Coup bei der Weltmeisterschaft soll mit zwei Siegen in den Partien am Mittwoch (18.00 Uhr) in Celje und Sonntag (15.30 Uhr) in Heidelberg das Ticket für die EM-Endrunde vom 3. bis 20. Dezember in fünf Ländern vorzeitig gelöst werden. Und das möglichst überzeugend. "Wir haben im Dezember mit unserem Auftreten eine gute Basis für die Zukunft gelegt und wollen die nächsten Schritte gehen, um uns weiter in der Weltspitze zu etablieren", formulierte Gaugisch das Ziel.
Die glanzvollen Auftritte bei der Heim-WM haben Appetit gemacht auf weitere Erfolge. "Als Team und handballerisch wollen wir weiter vorhandene Potenziale entwickeln. Wir haben inzwischen eine stabile Basis geschaffen, so dass wir an feineren Formen unseres Spiels arbeiten können. Das ist unsere Aufgabe, um das nächste Level zu erreichen", sagte der Bundestrainer, der seinen Vertrag im Januar bis zu den Olympischen Spielen 2028 verlängert hatte.
EM-Qualifikation nur Formsache
Gegen Slowenien kann der 51-Jährige nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Xenia Smits, Aimée von Pereira und Mareike Thomaier noch auf 13 Spielerinnen bauen, die das Publikum bei der Heim-WM begeistert hatten. Vor ihrem Länderspiel-Debüt steht die erst 19 Jahre alte Farrelle Njinkeu, die 2023 mit der U17 EM-Bronze gewann.
Die DHB-Auswahl und Slowenien liegen in der Gruppe 3 mit jeweils 4:0 Punkten gleichauf an der Spitze. Nordmazedonien und Belgien (beide 0:4) sind krasse Außenseiter und kommen kaum für die ersten beiden Plätze, die das EM-Ticket bringen, infrage. Zweifel an der Teilnahme des DHB-Teams an dem Turnier in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und der Türkei bestehen nicht.
Für den WM-Zweiten geht es vielmehr darum, mit schwungvollen Auftritten die Euphorie aufrechtzuerhalten. "Die Heim-WM war und bleibt magisch. Wir haben mit unserem Auftreten und der Silbermedaille die Fans über den Handball hinaus begeistert und Vorbilder geschaffen", sagte Teammanagerin Anja Althaus. "Daran wollen wir auch in diesem Jahr anknüpfen und mit unserem Auftreten und Handball die Fans wieder mitreißen."
Gaugisch sorgt sich um Sportart
Ein Vorhaben, das nicht so leicht umzusetzen ist, fristet die Sportart doch seit vielen Jahren nur ein Schattendasein. Ob das WM-Silber daran etwas ändert? Gaugisch ist da eher skeptisch. "In Dänemark, in Norwegen, in Ungarn und in Rumänien ist der Frauen-Handball wirklich eine Sportart, die eine viel, viel größere Aufmerksamkeit genießt", sagte der Bundestrainer unlängst in einem Interview des "Mannheimer Morgen".
Zwar seien die TV-Einschaltquoten in der entscheidenden WM-Phase hoch gewesen. "Aber ich habe meine Zweifel, dass das nachhaltig ist", so Gaugisch. Immerhin wird das Heimspiel am Sonntag live im Free-TV bei ProSieben MAXX übertragen - um eine solche Präsenz hatte der DHB viele Jahre lang vergeblich gekämpft.
Das ändert jedoch nichts an einem generellen Problem, das Gaugisch ausgemacht hat. Sportlerinnen und Sportler abseits des Fußballs würden "ganz sicher nicht die Wertschätzung wie in anderen Ländern" genießen, sagte der Bundestrainer und stellte ernüchtert fest: "Im Schatten des Fußballs wird es für alle anderen Sportarten in Deutschland sehr dunkel."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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