Olympia 2026: Olympische TV-Bilanz: Tränen, Tonprobleme und Traum-Quoten
Die Sportfans lieben Wintersport im Fernsehen. ARD und ZDF registrieren so viele Zuschauer wie noch nie. Und die Sender freuen sich über die Renaissance des linearen Fernsehens bei jungen Menschen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Für manchen Olympia-Fan dürften die Winterspiele mit Ringen unter den Augen zu Ende gegangen sein. Stundenlang schauten viele Millionen Menschen die Live-Übertragungen und erfreuten sich an den Bildern aus Norditalien. ARD und ZDF registrierten in ihrer Bilanz Rekordzahlen: Noch die haben so vielen Menschen TV-Bilder von Olympischen Winterspielen gesehen.
"In diesen Zeiten nehmen die Menschen Olympia besonders gerne an", kommentierte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: "Die Leute lieben emotionale Momente." Ähnlich begeistert äußerte sich ZDF-Sportchef Yorck Polus: "Wir sind hochzufrieden, wie die Spiele vom Publikum angenommen wurden. Die Menschen schauen offensichtlich gerne Olympische Spiele."
Menschen suchen zielgerichtet nach Curling
Durchschnittlich 3,173 Millionen Menschen sahen die Live-Übertragungen der beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender und sorgten für einen Marktanteil von 23,2 Prozent. Die Reichweite ist fast doppelt so hoch wie bei den vorherigen Spielen in Peking (1,67 Millionen), das allerdings in einer anderen Zeitzone liegt. Aber alle relevanten Zahlen liegen auch deutlich über denen von Turin, wo vor 20 Jahren letztmals Winterspiele ohne Zeitverschiebung stattfanden.
Bei Olympia begeisterten sich Millionen von Sportfans auch für Disziplinen, die sonst kaum wahrgenommen werden. "Alle vier Jahre suchen die Menschen zielgerichtet nach Curling", erklärte der ARD-Sportkoordinator das Phänomen. Die meisten Zuschauer gab es mit 6,79 Millionen Menschen bei den Rodel-Doppelsitzern im Ersten. Dieser Wert lag sogar über der erfolgreichsten Übertragung vom Biathlon, der beliebtesten Wintersportart der Deutschen: 6,638 Millionen sahen im Zweiten die Mixed-Staffel.
Renaissance des linearen Fernsehens bei jungen Menschen
Auffällig waren bei den Übertragungen aus Mailand und Cortina vor allem die hohen Reichweiten bei jungen Menschen, die bei den Spielen für eine Art Renaissance des linearen Fernsehens sorgten. Bei den 14- bis 29-Jährigen lag der durchschnittliche Marktanteil nach Sender-Angaben sogar bei rund 35 Prozent.
Parallel zu den vielen Zuschauern im klassischen Fernsehen gab es auch enorme Reichweiten im Internet mit bis zu sieben Streams. Mehr als 85 Millionen Videoabrufe registrierte die ARD. Beim ZDF waren es bis zum Samstag mehr als 50 Millionen Views. "Die Digitalzahlen gehen durch die Decke", kommentierte Balkausky. "Wir waren auf allen Wegen erfolgreich."
Weitere TV-Zuschauer gab es bei den Plattformen von Warner Bros. Discovery (Eurosport, HBO Max und discovery+), für die noch keine detaillierten Zahlen vorliegen.
Pannen und Fehler?
Die Übertragungen von den Spielen begannen mit einer Tonpanne, dann folgte zwei Wochen ein Rausch an bewegten und bewegenden Bildern. ARD-Kommentator Tom Bartels war bei der Eröffnungsfeier teilweise schwer zu verstehen und entschuldigte sich noch während der Sendung. ARD-Techniker tauschten noch während der Live-Übertragung die Mikrofone aus, dann lief es besser. Nach insgesamt rund 220 Stunden im Ersten und im Zweiten sowie etwa 700 Stunden im Internet fasste ZDF-Sportchef Polus zusammen: "Die Fehlerquote war angesichts der langen Sendestrecken verschwindend gering."
Drohnen: Spektakulär mit Nebengeräuschen
Anfangs waren manche Zuschauer verwirrt durch ein immer wieder auftauchendes Surren, etwa bei der Alpin-Abfahrt der Frauen. Das Geräusch der Drohnen gehörte zum Sound der TV-Spiele, auch wenn es weniger wurde. "Der Ton wurde später ein bisschen runtergeregelt, es gab ein paar Beschwerden", erklärte der ARD-Sportkoordinator, der begeistert war vom Einsatz der Drohnenkameras. "Spektakulär" seien die Bilder, schwärmte Balkausky. Vor allem die "Geschwindigkeit ist dadurch besser dokumentiert worden, das hat einen echten Mehrwert".
Emotionen: Wagners Tränen
Einige Tränen flossen bei den Spielen, nicht nur bei den Athleten. So konnte ARD-Reporterin Lea Wagner ihre Rührung nicht verbergen, als Philipp Raimund überraschend Skisprung-Gold gewann. Sie habe "ein bisschen geweint", sagte die Journalistin. "Es ist ja gewollt, dass unsere Kommentierung authentisch ist", kommentierte Balkausky. Es sei "keine Grenze überschritten" worden. Denn grundsätzlich gelte weiterhin, "dass wir bei aller Emotionalität auch Distanz wahren".
Vonns Sturz und Neureuthers Ärger
Besonders emotional war auch ARD-Co-Kommentator Felix Neureuther beim Sturz von Lindsey Vonn. Er forderte bei der Live-Übertragung im Stream mehrfach, die Wiederholungen mit Vonns Schreien zu stoppen. Die Bilder kamen von der IOC-Tochter Olympic Broadcasting Services (OBS).
"Unser Reporter Julius Hilfenhaus hat nach der dritten Wiederholung gesagt: "Das reicht"", berichtete ZDF-Sportchef Polus, dessen Sender parallel im klassischen Fernsehen übertrug: "Wir sind dann aus dem angebotenen Bild von OBS rausgegangen und haben noch mal den Lauf von Emma Aicher gezeigt."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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