Medaillenspiegel: Deutschlands Bilanz bei den Olympischen Winterspielen 2026 im historischen Vergleich

Deutschland zeigt bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand–Cortina d'Ampezzo erneut seine Wintersportstärke - besonders in den technischen Disziplinen. Doch wie stark ist die Bilanz im historischen Vergleich?

Erstellt von - Uhr

Der Medaillenspiegel ist eine der wohl wichtigsten Möglichkeiten zur Messung des Erfolgs der Länder. (Foto) Suche
Der Medaillenspiegel ist eine der wohl wichtigsten Möglichkeiten zur Messung des Erfolgs der Länder. Bild: AdobeStock / Real Sports Photos

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Milano-Cortina sind für Deutschland ein weiteres Kapitel in einer traditionsreichen Wintersportgeschichte. Deutsche Athletinnen und Athleten zählen seit Jahrzehnten zu den prägenden Nationen im Wintersport. Wintersportfans können inzwischen nicht nur vor dem Fernseher live die Wettkämpfe begleiten, sondern Olympia auch mit Online-Sportwetten begleiten und mithilfe von Statistiken und Analysen den Sport noch intensiver erleben. Doch wie lässt sich die Leistung 2026 im historischen Vergleich einordnen?

Deutschlands bisherige Medaillenbilanz 2026

Mit bisher insgesamt 8 Medaillen liegt Deutschland momentan auf Platz 4 des Medaillenspiegels. Traditionell ist Deutschland stark in den Disziplinen Rodeln, Bob, Biathlon und Nordische Kombination. Und das belegt auch der bisherige Stand, denn allein im Rodeln holten die Sportler bislang dreimal Gold sowie jeweils einmal Silber und Bronze. Eine weitere Goldmedaille holte der Skispringer Philipp Raimund, zweimal Silber gab es im Ski Alpin und eine weitere Bronzemedaille im Biathlon. Gerade im Eiskanal, also beim Bob, Skeleton und Rodeln, machen geringere Wettereinflüsse die Wettbewerbe besser planbar. Die technischen Disziplinen belohnen dabei oft langfristige Investitionen in Material und Training. Beim Biathlon ist der Erfolg oft von Tagesform und der Schießleistung abhängig.

Insgesamt werden bei diesen Olympischen Winterspielen 116 Medaillen vergeben. Dabei wird im Medaillenspiegel vor allem nach der Anzahl der Goldmedaillen sortiert, die Gesamtzahl der Medaillen spielt weniger ins Gewicht. Dieses Jahr ist die deutsche Delegation die größte, je entsandte mit 185 Athleten und 4 Ersatzsportlern. Der bisherige Rekord lag 2006 bei 162 Athleten. Damit sind natürlich auch die Erwartungen an die Menge der zu gewinnenden Medaillen größer. Noch sind die Winterspiele nicht zu Ende, sodass noch einige Medaillen dazu kommen können.

Historische Entwicklung: von Albertville bis Milano-Cortina

Seit der Wiedervereinigung gehört Deutschland bei den Olympischen Winterspielen regelmäßig zu den Top 3-Nationen im Medaillenspiegel. In den 1990er und 2000er Jahren dominierte Deutschland ganz klar im Eiskanal, ob beim Rodeln, Bob oder Skeleton. Die 2010er Jahre waren auch auf andere Disziplinen im Wintersport ausgelegt, sodass Deutschland sich hier breiter aufstellte. Dabei half auch das starke Fördersystem in Deutschland, sei es durch Sportschulen, Vereine oder Sportförderung. Denn seit langem ist die Nachwuchsförderung eine der wichtigsten Säulen für Leistungssportler und zukünftige Olympioniken.

In Pyeongchang 2018 war Deutschland seit der Wiedervereinigung am erfolgreichsten. Von 102 Medaillenentscheidungen insgesamt, gewann die deutsche Delegation 31 Medaillen, davon 14 Gold, 10 Silber und 7 Bronzemedaillen. Hier belegte Deutschland nach Norwegen den 2. Platz, wie auch 4 Jahre später in Peking.

Technische Disziplinen als deutsches Markenzeichen

Doch warum ist Deutschland gerade im Eiskanal so erfolgreich? Es ist eine Kombination verschiedener Faktoren. Doch Materialforschung und Ingenieurskunst für optimale Bedingungen spielen eine sehr große Rolle. Da der Sport weniger von äußeren Wetterbedingungen beeinflusst wird, sind die Stellschrauben hier eher technischer Natur. Denn Aerodynamik spielt hier eine ähnlich große Rolle wie die Athletik. Und da kann Deutschland tatsächlich glänzen und hat langfristig Innovationen in Material und Technik gefördert. Diese strukturelle Stärke ist auch bei diesen Olympischen Winterspielen wieder klar zu erkennen. In den alpinen Disziplinen ist die internationale Konkurrenz hingegen breiter aufgestellt.

Aber auch die Nachwuchsförderung ist ein wichtiger Faktor, der die deutschen Bobfahrer und Rodler zu den besten der Welt macht. Gerade 2026 zeigt die deutsche Delegation die Bedeutung langfristiger Talententwicklung. Denn sie besteht aus einer Mischung erfahrener Olympiasieger wie auch ganz neuen Gesichtern. Dabei gehört zur Nachwuchsförderung nicht nur Training und Technik. Inzwischen ist auch die mentale Betreuung und Belastungssteuerung ein moderner Standard für junge Leistungssportler. Deutschland bleibt dank der nachhaltigen Förderung im internationalen Vergleich langfristig stabil.

Wo steht Deutschland global?

Wie schon erwähnt, gehört Deutschland seit über 30 Jahren bei den Olympischen Winterspielen zu den Top 3 Favoriten. Im Allzeit-Vergleich liegt Deutschland nur hinter den USA und Russland auf Platz 3. Und in den letzten Jahren lag Deutschland hinter Norwegen auf Platz 2 und kann sich also auch gegen die traditionellen Wintersportnationen wie Kanada und USA behaupten.

Das liegt zum Teil auch daran, dass jedes Land unterschiedliche Schwerpunkte setzt. Deutschlands Vorteil ist hier die breite technische Basis und die langfristig ausgelegte Nachwuchsarbeit.

Die Professionalisierung und Infrastruktur im Leistungssport sind ein entscheidender Faktor für Deutschlands stabilen Ruf als verlässliche Wintersportnation. Mit Leistungszentren, wissenschaftlicher Begleitung, technischer Innovation und der Verbandsarbeit vor Ort liegt der Fokus auf enger Zusammenarbeit von Trainern, Technikern und der Sportmedizin. Diese strukturelle Qualität sichert Deutschland eine bemerkenswerte Konstanz statt extremer Dominanz.

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.