Anzucht auf der Fensterbank: 6 Fehler, mit denen Hobbygärtner ihre Keimlinge garantiert umbringen

Samen aussäen, gießen, abwarten – so einfach klingt die Anzucht von Jungpflanzen. Doch in der Praxis gehen Keimlinge oft ein, noch bevor sie ins Beet dürfen. Meist sind es sechs klassische Pflegefehler, die Hobbygärtner Jahr für Jahr machen.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Welche Fehler Hobbygärtner bei der Anzucht auf dem Fensterbrett nicht machen sollten. (Foto) Suche
Welche Fehler Hobbygärtner bei der Anzucht auf dem Fensterbrett nicht machen sollten. Bild: AdobeStock / Marcus from Austria
  • Schwaches Licht, falsches Gießen und ungeeignete Erde schaden Keimlingen
  • Viele Fehler lassen sich mit kleinen Korrekturen leicht vermeiden
  • Wer diese sechs Anzucht-Fallen kennt, startet entspannt in die Gartensaison

In der Theorie klingt die Anzucht von Jungpflanzen ganz einfach: Samen in einen Topf Erde geben, auf die Fensterbank stellen und abwarten. Doch die Realität sieht bei vielen Hobbygärtner oft anders aus. Wenn Keimlinge eingehen, ist selten schlechtes Saatgut schuld. Wer im Frühjahr kräftige Jungpflanzen ins Beet setzen möchte, sollte folgende sechs Fehler bei der Pflege unbedingt vermeiden. Mit dem richtigen Wissen lassen sich diese Probleme leicht umgehen. Bereits kleine Korrekturen im Vorgehen verwandeln schwächliche Keimlinge in robuste Pflanzen und sorgen für einen entspannten Start in die Gartensaison.

Wenn Pflänzchen in die Länge schießen

Mangelnde Helligkeit ist der Klassiker unter den Anfängerfehlern. Besonders in den Wintermonaten genügt selbst ein vermeintlich lichtdurchfluteter Raum nicht. Die Folge: Keimlinge recken sich verzweifelt nach oben, werden dünn und instabil – bis sie schließlich umkippen. Ein nach Süden ausgerichtetes Fenster schafft Abhilfe, ebenso wie regelmäßiges Drehen der Töpfe oder der Einsatz spezieller Pflanzenlampen.

Übermäßiges Gießen ertränkt Gartenhoffnung

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht – das gilt besonders beim Gießen. Übermäßige Wassergaben führen zu Staunässe, die Schimmelbildung auf dem Substrat begünstigt und Wurzeln faulen lässt. Keimlinge fallen dann reihenweise um. Besser funktioniert es, die Erde nur leicht feucht zu halten und öfter kleine Mengen zu geben. Gefäße mit Abflusslöchern sind Pflicht, stehendes Wasser im Untersetzer tabu.

Blumenerde als Anfängerfalle

Was praktisch erscheint, erweist sich oft als Fehlgriff: Herkömmliche Blumenerde enthält zu viele Nährstoffe und speichert Feuchtigkeit übermäßig stark. Beides schadet zarten Keimlingen mehr, als es nützt. Spezielle Anzuchterde mit lockerer, feinkrümeliger Struktur und geringem Nährstoffgehalt fördert dagegen ein stabiles Wurzelwachstum und bringt widerstandsfähigere Jungpflanzen hervor.

Zu hohe Raumtemperaturen killt Jungpflanzen

Warme Luft von unten, Sonnenstrahlen von oben – was gemütlich klingt, schadet der Anzucht erheblich. Übermäßige Wärme treibt das Wachstum zwar an, produziert aber lange, labile Stängel und erhöht die Anfälligkeit für Krankheiten. Während der Keimphase sind höhere Temperaturen durchaus erwünscht. Danach sollten die Pflänzchen jedoch kühler stehen, idealerweise bei etwa 15 bis 18 Grad Celsius. Direkte Nähe zur Heizung gilt es zu vermeiden.

Lichtkeimer oder Dunkelkeimer? Nicht jeder Samen will unter die Erde

Ein weiterer verbreiteter Irrtum: Alle Samen werden gleich behandelt und in dieselbe Tiefe gesteckt. Dabei unterscheiden sich die Ansprüche erheblich. Lichtkeimer wie Sellerie oder Salat benötigen Helligkeit zum Keimen und dürfen nur leicht angedrückt werden. Dunkelkeimer hingegen verlangen nach einer schützenden Erdschicht. Als Orientierung dient eine einfache Faustregel: Die Aussaattiefe sollte etwa dem Doppelten der Samengröße entsprechen. Wer winzige Samen zu tief vergräbt, wartet vergeblich auf Keimlinge. Umgekehrt trocknen oberflächlich platzierte Dunkelkeimer aus oder keimen gar nicht erst. Die korrekte Einschätzung des Saatguts entscheidet maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg bei der Fensterbank-Anzucht.

Warten lohnt sich -fehlende Ausdauer wird bestraft

Ungeduld ist der sechste und oft unterschätzte Fehler bei der Fensterbank-Anzucht. Viele Hobbygärtner werfen ihre Aussaat vorschnell weg, obwohl sich unter der Oberfläche längst etwas tut. Besonders Petersilie, Chili, Paprika und Sellerie testen die Nerven: Bis zu vier Wochen können vergehen, bevor sich erste Triebe zeigen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Die wichtigsten Grundsätze für erfolgreiche Jungpflanzen lassen sich knapp zusammenfassen: ausreichend Licht ohne übermäßige Wärme, gleichmäßige Feuchtigkeit statt Nässe, nährstoffarme Anzuchterde, artgerechte Aussaattiefe und vor allem Gelassenheit. Wer diese typischen Stolperfallen umgeht, verwandelt die Fensterbank in ein kleines Vorzucht-Paradies – und startet entspannt ins neue Gartenjahr.

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