Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann - Uhr

Telefonsex: Lesen Sie auf Seite 2, was die ekelhaftesten Wünsche der Kunden waren (Achtung: nicht jugendfrei!)

Die Autorin von Talking Dirty hat selbst sechs Monate bei einer Telefonsexhotline gearbeitet. Bild: droemer knaur

Was war das Unsexieste, was Sie jemals neben dem Telefonieren gemacht haben? Bügeln, Fußnägel schneiden?

Sommer: Bügeln und Fußnägel schneiden kommt dem schon sehr nahe. Das Unsexieste, was ich je dabei gemacht habe, war auf der Toilette zu sitzen und zu pinkeln, weil jemand dafür gezahlt hat, dabei zuhören zu dürfen. Weiter bin ich aber in diese Richtung nie gegangen. Sie wissen, was ich meine.

Was war das kurioseste Rollenspiel, das sich ein Anrufer wünschte?

Sommer: Spontan fallen mir da zwei Kandidaten ein, die auch in meinem Buch vorkommen. Den mini-kleinen Joachim, der von sich behauptete, höchsten 1,60 Meter groß zu sein, aber einen Fetisch für große Frauen in High Heels mit langen Haaren zu pflegen. Er liebte es, sich unter den Haaren der Frau zu verstecken, sich ein Zelt daraus zu bauen, um im Inneren zu onanieren. Dabei musste man ihm immer wieder sagen, wie klein er doch sei und wie groß man selbst ist. Den anderen, ein sehr höflicher Mann, machte es tierisch an, wenn ich ihn mit Müll gefüttert habe. Nicht nur Essensreste, sondern Dinge wie gebrauchte Tampons und eitrige Pflaster. Für ihn war es die totale Befriedigung, wenn er danach noch mit seiner Zunge meine Toilette sauber lecken durfte. Eben Wünsche, die im wahren Leben meistens nicht ausgelebt werden dürfen.

Würden Sie heute junge Mädchen vor der Erfahrung bewahren, bei einer Sexhotline zu arbeiten?

Sommer: Jetzt kommt der ewig erwachsene Satz: «Jeder muss selber wissen, was er tut.» Ich möchte nicht die Moralische raushängen lassen, aber man sollte den Job und die Wirkung einiger Worte nicht unterschätzen.

Lesetipp: Talking Dirty: Mein Job bei der Sex-Hotline, Marischa Sommer, Knaur TB, 256 Seiten, 8,99 Euro.

ham/rzf/news.de

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