Wende im Alphaville-Eklat: Glücksgefühle-Veranstalter entschuldigt sich - Band lehnt Auftritt dennoch ab

Unerwartete Wende im Alphaville-Eklat. Glücksgefühle-Veranstalter Markus Krampe entschuldigt sich öffentlich, nachdem die Kultband zuvor von dem Event ausgeladen worden war. Doch die Band sagt den Auftritt nun trotzdem endgültig ab.

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Lukas Podolski (l) und Musikmanager Markus Krampe haben das Glücksgefühle-Festival ins Leben gerufen. (Foto) Suche
Lukas Podolski (l) und Musikmanager Markus Krampe haben das Glücksgefühle-Festival ins Leben gerufen. Bild: picture alliance/dpa | Uwe Anspach
  • Wende im Alphaville-Eklat - Glücksgefühle-Macher rudert zurück
  • Markus Krampe gesteht Fehler ein und entschuldigt sich öffentlich
  • Marian Gold und Bandkollegen sagen Auftritt endgültig ab

Der Eklat um das "Glücksgefühle"-Festival in Hockenheim nimmt eine unerwartete Wendung: Veranstalter Markus Krampe hat sich öffentlich für die Ausladung der Kultband Alphaville entschuldigt und die Musiker erneut eingeladen.

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Wende im Alphaville-Eklat - Glücksgefühle-Macher rudert zurück

"Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler, das tut mir leid", erklärte Krampe gegenüber der"Bild". "Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen." Seit Mittwochabend (2. September) hatte die Absage des Alphaville-Auftritts für massive Empörung gesorgt – bei Fans, in sozialen Medien und unter Musikerkollegen. Im Zentrum der Debatte: die Frage, ob politische Äußerungen auf Konzertbühnen legitim sind.

Anti-AfD-Aussagen als Auslöser für Alphaville-Eklat

Der Ursprung des Streits liegt einige Wochen zurück: Bei einem anderen 80er-Jahre-Festival, ebenfalls von Krampe organisiert, hatten sich Alphaville auf der Bühne klar gegen die AfD und rechtsradikale Strömungen in der Gesellschaft positioniert. Krampe teilte Frontmann Marian Gold daraufhin mit, dass politische Statements auf seinen Veranstaltungen unerwünscht seien, da er seine Festivals als unpolitische Räume verstehe. Für den Auftritt beim "Glücksgefühle"-Festival verlangte er von der Band eine entsprechende Garantie.

Alphaville wütet gegen Glücksgefühle-Veranstalter und spricht von "Maulkorberlass"

Alphaville weigerten sich jedoch, eine solche Zusage zu geben, woraufhin Krampe den Auftritt strich. Die Band machte den Vorgang auf Facebook öffentlich und sprach von einem "Maulkorberlass". Nun also die Kehrtwende: Krampe betonte gegenüber "Bild", das Festival sei für ihn grundsätzlich ein Ort der Musik und des gemeinsamen Erlebens, kein politisches Forum. Zugleich respektiere er aber, wenn Alphaville für ihre Überzeugungen einstehen.

Krampe formuliert die erneute Einladung bewusst nicht als Einknicken. "Wir laden Alphaville ein, wie geplant Teil des Festivals zu sein. Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet." Er wolle den Fokus wieder dorthin lenken, wo er hingehöre – auf die Musik und die Menschen vor und hinter der Bühne.

Marian Gold und Bandkollegen sagen Auftritt endgültig ab

Doch seine Versöhnungsgeste trägt keine Früchte. Nach dem Eklat wollen die Musiker trotz Wiedereinladung nicht an dem Festival auf dem Hockenheimring teilnehmen. "Wir nehmen die Entschuldigung und Wiedereinladung des Veranstalters Markus Krampe zur Kenntnis und hoffen, dass er von nun an die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit beim 'Glücksgefühle Festival' gebührend respektiert", teilte Alphaville-Sänger Marian Gold der dpa mit.

"Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äußerungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen. Die Gage für den nicht stattfindenden Auftritt wird Alphaville an eine gemeinnützige Organisation spenden", hieß es weiter.

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/news.de/stg/dpa

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