Erfurt: Digitaler Ausweis für Schwerbehinderte geplant

Mit dem Smartphone den Schwerbehindertenausweis immer dabei? In Thüringen und Hamburg soll ein Pilotprojekt zur Einführung einer digitalen Version des Ausweises starten. Was es damit auf sich hat.

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Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Microgen

Thüringen startet zusammen mit Hamburg ein Projekt zur Einführung eines digitalen Schwerbehindertenausweises. Ziel sei es, dass Betroffene ihre Schwerbehinderung künftig digital nachweisen können, hieß es in einer Mitteilung des Thüringer Digitalministeriums.

Für das Projekt fließen demnach 1,2 Millionen Euro vom Bund. "Mit diesem Pilot-Projekt wollen wir eine moderne, digitale Lösung finden, die Menschen mit Schwerbehinderung den Alltag erleichtert und gleichzeitig die Verwaltung effizienter macht", sagte Thüringens Staatssekretärin für Digitalisierung, Milen Starke.

Zugleich sei das Vorhaben Vorbild für weitere Verwaltungsverfahren, in denen Daten zwischen Behörden ausgetauscht werden sollen oder automatisch in Online-Anträgen für Bürger bereitgestellt werden.

EU-weite Wallet geplant

Geplant ist, dass Betroffene künftig ihren Schwerbehindertenausweis über die EUDI-Wallet auf dem Smartphone abrufen können. Die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) soll demnach eine App werden für digitale Identitäten, in der wichtige Dokumente digital verwaltet werden sollen. Den Angaben nach soll die EUDI-Wallet bis Anfang 2027 in jedem EU-Mitgliedsstaat verfügbar sein.

Los geht es voraussichtlich im Laufe des Jahres 2027, in Thüringen läuft das Pilotprojekt bis September 2027. Die Ergebnisse sollen dann eine Grundlage für eine flächendeckende Einführung des digitalen Schwerbehindertenausweises in Deutschland sein, hieß es.

In Thüringen hatte Ende 2025 jeder zehnte Mensch einen Schwerbehindertenausweis, wie das Landesamt für Statistik mitteilte. Demnach betraf dies 216.080 Menschen im Freistaat - und damit 7.205 Menschen mehr als zwei Jahre zuvor. Mehr als die Hälfte der schwerbehinderten Thüringerinnen und Thüringer war 65 Jahre und älter.

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