Ricarda Lang: "Einfach nur realitätsfern" - Grünen-Politikerin attackiert Forschungsministerin Bär

Die geplante BAföG-Erhöhung soll laut CSU-Forschungsministerin Dorothee Bär nun doch nicht kommen. Nach dieser Ankündigung platzte Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang der Kragen. In einem neuen Instagram-Video machte sie ihrem Ärger darüber Luft.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Ricarda Lang bringt der angekündigte Stopp der BAföG-Erhöhung auf die Palme. (Foto) Suche
Ricarda Lang bringt der angekündigte Stopp der BAföG-Erhöhung auf die Palme. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
  • Ricarda Lang kritisiert CSU-Forschungsministerin in neuem Instagram-Video
  • Auslöser sind Dorothees Bärs Aussagen, dass das BAföG nun doch nicht erhöht werden soll
  • Grünen-Politikerin verweist in ihrem Clip auf aktuelle finanzielle Probleme von Studierenden in Deutschland

Ricarda Lang teilt erneut gegen die schwarz-rote Bundesregierung aus. Zur Zielscheibe der ehemaligen Grünen-Chefin wird dieses Mal Forschungsministerin Dorothee Bär. Die CSU-Politikerin hatte zuletzt angekündigt, dass die bereits vereinbarte BAföG-Erhöhung nun doch nicht kommen soll. Für Ricarda Lang ein Unding.

Ricarda Lang attackiert Dorothee Bär auf Instagram wegen BAföG-Ankündigung

Auf Instagram veröffentlichte die Grünen-Politikerin ein Video, in dem sie Dorothee Bär für ihre Aussagen zur BAföG-Reform scharf angreift. Diese seien "einfach nur realitästfern". Dazu schreibt sie:

  • "Ihr habt es wahrscheinlich schon gehört: Die versprochene Erhöhung des BAföG soll gestoppt werden. Und die Forschungsministerin Doro Bär begründet das damit, dass Studierende sich ja in einer 'privilegierten Situation' befinden."
  • "Das zeigt einfach mal wieder, wie weit diese Regierung von der Lebensrealität entfernt ist. Und dass es immer wieder junge Menschen sind, die hinten runterfallen."
  • "Denn für Chancengleichheit ist kein Geld da, für den Tankrabatt aber schon."

Ricarda Lang macht auf armutsgefährdete Studierende in Deutschland aufmerksam

In ihrem Clip veröffentlichte Ricarda Lang außerdem einige Statistiken zur aktuellen Situation von Studierenden in Deutschland. "Bereits heute arbeiten 60 Prozent aller Studierenden. Die meisten, weil sie sonst einfach nicht über die Runden kommen", erklärt die Grünen-Politikerin dazu. "Und die Frage ist ja: Wollen wir nicht, dass Studierende sich auch ordentlich auf ihre Ausbildung konzentrieren können?"

Bereits Ende 2024 haben über die Hälfte aller Studierenden mit eigener Haushaltsführung über weniger als 867 Euro im Monat verfügt. "Und das obwohl die durchschnittlichen Kosten für ein WG-Zimmer bei 512 Euro liegen", so Lang weiter. Eine zugehörige Grafik der "Tagesschau" zeigt, dass sich diese Zahl auf das aktuelle Sommersemester bezieht. Die Kosten sind demnach seit dem Wintersemester 2021/22 durchschnittlich um 121 Euro gestiegen. Lang macht in ihrem Video außerdem auf teurer gewordene Lebensmittel aufmerksam. Zwei Drittel aller Studierenden seien "armutsgefährdet". Dazu sagt sie: "Privilegiert klingt anders. Oder, Doro?" Es sei in Deutschland weiterhin nötig, dass sich auch Menschen, deren Eltern nicht so viel Geld haben, ein Studium leisten können.

In Ricarda Langs Instagram-Video wird Forschungsministerin Dorothee Bär scharf kritisiert. (Foto) Suche
In Ricarda Langs Instagram-Video wird Forschungsministerin Dorothee Bär scharf kritisiert. Bild: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

Grünen-Politikerin erhält Lob und Kritik für Beitrag zum BAföG

Ricarda Lang erhält für ihre Abrechnung mit der Bundesregierung viel Lob, aber auch selbst Kritik. Instagram-Kommentare dazu lauten beispielsweise:

  • "Vielen Dank für diesen wichtigen Beitrag und fürs Dranbleiben!!!"
  • "Wer im Studium arbeitet, studiert länger und nicht so gut. Wer Kinder auf eigene Kosten durchs Studium gebracht hat, weiß, was das kostet. Und dabei leben die Kinder nicht wie Krösus. Jetzt am BAföG zu sägen, heißt sägen an Zukunft, potentiellen Wählern und LeistungsträgerInnen. Macht nur so weiter, Union!"
  • "Doro Bär ... was soll ich sagen, aber ich vermute die Frau lebt in ihrem eigenen privilegierten Film weit abseits der Realität. Wer kein Brot hat, soll doch Kuchen essen. Diese abwegige Politik die junge Menschen, Steine in den Weg wirft, gehört abgeschafft."
  • "Und wer hat die Erhöhung der Kosten verursacht? Unter anderem die Grünen. Also ist deine Getue nicht ehrlich."
  • "Privilegiert stimmt ja auch im Vergleich zu anderen Ländern, also kommt drauf an was man als Maßstab ansetzt. In anderen Ländern müssen die Studenten auch hohe Mieten zahlen und leben an der Armutsgrenze, zudem kostet das Studium im Vergleich zu Deutschland. Also ist der deutsche Student absolut privilegiert zu anderen Studenten, auch wenn man die Situation als nicht zufriedenstellend oder hart empfindet."

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