Bürgergeld-Leistungen: Regionale Unterschiede - in diesem Kreis gibt es am meisten Stütze
Beim Bürgergeld herrscht eine Kluft. Laut einem neuen Bericht unterscheiden sich die Leistungen je nach Region deutlich. In einigen Regionen gibt es deutlich weniger. So hoch fallen die Beiträge je nach Landkreis aus.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Bürgergeld-Leistungen 2026 gestiegen
- Regionale Unterschiede zeigen, wo es mehr Bürgergeld gibt
- Bürgergeldzahlungen: In Großstädten mehr für Miete im Deutschland-Vergleich
Der Regelbedarf wurde für Bürgergeldempfänger seit Januar 2025 nicht erhöht. Er liegt Informationen der Bundesregierung zufolge bei 563 Euro. Dafür sind die Leistungen nach Angaben von "Bild" gestiegen. Eine aktuelle Übersicht zeigt dabei deutlich regionale Unterschiede.
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Bürgergeld-Vergleich: In diesen Kreisen gibt es weniger Leistungen
Die Zahlungen variieren im Vergleich deutlich. Empfänger im Main-Taunus-Kreis bekommen mit 1.597 Euro die höchsten Zahlungen bundesweit. Dicht dahinter folgen Darmstadt mit 1576 Euro und Hamburg mit 1.573 Euro monatlich.
Am anderen Ende der Skala steht der thüringische Saale-Holzland-Kreis. Dort fließen lediglich 1.115 Euro an Leistungsberechtigte – fast 500 Euro weniger als beim Spitzenreiter. Ähnlich niedrig fallen die Zahlungen in Kitzingen und im Kreis Schmalkalden-Meiningen aus, wo Empfänger jeweils 1.119 Euro erhalten. Die Mietkosten gelten als Hauptursache für diese Kluft.
Bürgergeld-Leistungen 2026 gestiegen: Mehr Geld für Miete in dieser Stadt
Im Durchschnitt sollen die 2,83 Millionen Bedarfsgemeinschaften seit Jahresbeginn monatlich 1.371 Euro vom Jobcenter erhalten. Die Kosten setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen. Die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung kletterten um durchschnittlich 18 Euro auf 240 Euro monatlich. Gleichzeitig verteuerten sich die Wohnkosten um 16 Euro auf im Schnitt 568 Euro. Für die Unterkunft erhalten die Beziehenden unterschiedlich hohe Leistungen. Ein alleinstehender Bürgergeldempfänger im bayerischen Landkreis Amberg-Sulzbach erhält für Miete 247 Euro – in München sind es mit 564 Euro mehr als das Doppelte.
Bei Paaren zeigt sich ein ähnliches Bild: Im sachsen-anhaltischen Altmarkkreis Salzwedel werden 317 Euro für Wohnung und Heizung gezahlt, in Darmstadt hingegen 719 Euro. Besonders drastisch fällt der Unterschied bei größeren Haushalten aus. Familien mit fünf oder mehr Personen bekommen im Landkreis Oberallgäu 481 Euro für die Unterkunft, während in Hamburg 2056 Euro fließen – mehr als das Vierfache.
Kostenanstieg beim Bürgergeld
Die Gesamtleistungen sind zum Jahreswechsel erneut gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der durchschnittliche Betrag auf nunmehr 1.371 Euro monatlich. Seit 2022 haben sich die Zahlungen damit von 1.068 Euro um insgesamt 303 Euro erhöht. Das entspricht einem Zuwachs von 28,4 Prozent innerhalb von vier Jahren. Im Januar flossen 3,9 Milliarden Euro an Bürgergeldleistungen aus den Kassen der Jobcenter. Die Höhe der Zahlungen richtet sich dabei nach der Größe der sogenannten Bedarfsgemeinschaft.
Alleinstehende Empfänger erhalten durchschnittlich 1.076 Euro monatlich, wobei Miete und Heizkosten bereits eingerechnet sind. Paare ohne Nachwuchs kommen auf 1.489 Euro im Monat. Deutlich höher fallen die Leistungen für Familien aus: Paare mit Kindern beziehen im Schnitt 2.287 Euro vom Jobcenter. "Bild" bezieht sich für ihren Bürgergeld-Atlas auf Angaben der Bundesagentur für Arbeit aus dem Januar 2026.
Diese Leistungen gibt es für Bürgergeldempfänger
Bürgergeldempfänger erhalten zusätzlich zum Regelbedarf monatlich Leistungen, um Kosten wie Miete, Betriebskosten und Heizung zu übernehmen. Wer zum Beispiel alleinerziehend ist oder aus gesundheitlichen Gründen höhere Kosten hat, kann zusätzlich einen Mehrbedarf beantragen. Darüber hinaus gibt es einmalige Leistungen, zum Beispiel für die Erstausstattung des Babys oder Leistungen zur Bildungsteilhabe. Aufgepasst: Rentenzahlungen, Kindergeld oder Unterhaltsvorschuss des Jugendamtes oder Arbeitslosengeld können die Ansprüche reduzieren, schreibt die "Arbeitsagentur". Bedarfsrechner der Behörde, des Jobcenters oder von Beratungsstellenhelfen dabei, herauszufinden, wie hoch die Leistungen pro Person ausfallen.
Der Regelbedarf wird jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst. Für 2025 und 2026 blieb der Betrag gleich.
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