Über 10 Euro pro Packung: Trotz massiver Bedenken - Zigaretten werden teurer
Zigaretten könnten schon ab September 2026 erstmals mehr als zehn Euro pro Packung kosten. Finanzminister Lars Klingbeil plant eine Steuererhöhung von über 20 Prozent – wovor jetzt gewarnt wird.
Erstellt von Ines Fedder - Uhr
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- Laut Medienbericht: Tabaksteuererhöhung um 20 Prozent soll kommen
- Zwei-Stufen-Erhöhung der Bundesregierung geplant
- Schwarzmarkt-Boom dank Steuererhöhung? Davor wird jetzt gewarnt
Raucher in Deutschland müssen sich auf deutlich höhere Preise einstellen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant laut "Bild" eine Anhebung der Tabaksteuer um insgesamt mehr als 20 Prozent. Die Maßnahme soll bereits im September 2026 greifen.
Tabaksteuer soll erhöht werden - über 10 Euro pro Packung Zigaretten
Aktuell liegt der Preis für eine Standardpackung mit 20 Zigaretten zwischen acht und neun Euro. Nach Umsetzung der geplanten Steuererhöhung würden Raucher künftig zwischen 9,60 Euro und 10,80 Euro für dieselbe Menge bezahlen. Die Tabakbranche und der Steuerzahlerbund äußern bereits massive Bedenken gegen das Vorhaben der schwarz-roten Koalition.
Zwei Stufen bis zur Zehn-Euro-Marke
Der Finanzminister hat einen gestaffelten Fahrplan vorgesehen. Zum 1. September 2026 soll die Tabaksteuer zunächst um 14,8 Prozent steigen. Für Konsumenten bedeutet das eine Verteuerung pro Packung um 1,18 bis 1,33 Euro.
Die zweite Anhebung folgt dann zum Jahreswechsel 2026/2027. Diese fällt mit gut fünf Prozent moderater aus. In der Summe durchbricht der Preis für eine 20er-Schachtel damit erstmals die psychologisch wichtige Zehn-Euro-Grenze. Je nach Marke müssen Raucher dann zwischen 9,60 Euro und 10,80 Euro an der Kasse bezahlen.
Branchenvertreter im Krisengespräch mit dem Ministerium
Am Montagnachmittag trafen sich Beamte aus dem Finanzministerium mit führenden Köpfen der Tabakindustrie. Unter den Teilnehmern befand sich der ehemalige schleswig-holsteinische Regierungschef Torsten Albig, der mittlerweile für den Konzern Philip Morris tätig ist. Auch der frühere FDP-Staatssekretär Jan Mücke war anwesend und vertrat dabei den Deutschen Zigarettenverband. Für den Mittelstand der Branche sprach Hauptgeschäftsführer Michael von Foerster.
Die Verbände rechnen mit gravierenden Folgen: Viele Raucher würden vom legalen Handel abwandern und stattdessen auf geschmuggelte oder gefälschte Zigaretten zurückgreifen. Ein weiteres Treffen ist für Mittwoch angesetzt.
Steuerzahlerbund prophezeit Scheitern der Pläne
Der Präsident des Europäischen Steuerzahlerbundes, Michael Jäger, übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. "Das Einzige, was die schwarz-rote Bundesregierung zum Boomen bringt, ist der Schwarzmarkt", sagte der 63-Jährige gegenüber "Bild". Die erhofften zusätzlichen Steuereinnahmen würden ausbleiben, ebenso wie positive Effekte für die Gesundheit der Bevölkerung.
Als warnendes Beispiel dient Frankreich: Dort habe eine höhere Tabaksteuer zu verstärktem Schmuggel und letztlich zu Steuerausfällen geführt. Nach ersten Berechnungen würde ein rauchendes Ehepaar durch die Steuererhöhung jährlich mit 1200 Euro zusätzlich belastet.
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