Gewalt in Westafrika: Dutzende Tote bei Angriff auf Dörfer in Nigeria
Wieder schlachten bewaffnete Männer im Zentrum Nigerias Männer, Frauen und Kinder ab - obwohl das Militär schon verstärkt gegen die Banden vorgeht. Eine Quelle spricht von mehr als 160 Toten.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Bewaffnete haben bei einem Angriff in Nigeria Dutzende Menschen getötet. Ein örtlicher Vertreter des Roten Kreuzes berichtete von Angaben aus der Bevölkerung, wonach es mehr als 160 Todesopfer geben könnte. Ein Lokalpolitiker sprach zunächst von mindestens 35 Toten, hielt es aber für wahrscheinlich, dass die Zahl steigen könne.
Der Angriff ereignete am Dienstagabend sich im Bundesstaat Kwara im nördlichen Zentrum von Afrikas bevölkerungsreichstem Staat mit mehr als 230 Millionen Einwohnern. Augenzeugen berichteten, etwa 200 Bewaffnete hätten wahllos geschossen und Häuser in den Dörfern Woro und Nuku im Verwaltungsbezirk Kaiama in Brand gesetzt.
Babaomo Ayodeji vom Nigerianischen Roten Kreuz in Kwara sagte, seine Organisation habe unterschiedliche Angaben aus der Gemeinde gesammelt. Einige Dorfbewohner hätten von bis zu 160 Toten gesprochen. Andere Berichte nannten zunächst niedrigere Opferzahlen. Der Lokalpolitiker Sa’idu Baba Ahmed aus Kaiama bezifferte die Zahl der Toten auf 35 bis 40, räumte aber ein, dass sich die Bilanz noch erhöhen könnte, da Verletzte in den Busch geflohen seien.
Angriff möglicherweise Vergeltung für Militäreinsatz
In den Dörfern leben überwiegend Muslime der ethnischen Minderheit der Baruba. Die Angreifer werden der ebenfalls vorwiegend muslimischen Volksgruppe der Fulbe zugerechnet. Sie gehören Sicherheitsbehörden zufolge mutmaßlich bewaffneten Banden an, die bereits in Kwara und dem benachbarten Bundesstaat Niger für Überfälle verantwortlich gemacht werden.
Demnach könnte es sich um eine Vergeltungsaktion handeln, nachdem das Militär zuletzt verstärkt gegen bewaffnete Gruppen in der Region vorgegangen war. Die USA hatten mit Konsequenzen gedroht, sollte Nigerias Regierung die Angriffe auf Christen nicht unter Kontrolle bekommen.
Christen und Muslime werden Opfer des Landkonflikts
Die Fulbe (auch als Fulani oder Peulh bekannt) sind eine der größten ethnischen Gruppen Westafrikas und traditionell als Viehhirten über weite Teile der Region verteilt. Seit Jahren kommt es in Zentralnigeria zu blutigen Konflikten um Weideland und Wasser, die im Zuge des Klimawandels knapp werden, zwischen Fulbe-Hirten und muslimischen und christlichen bäuerlichen Gemeinschaften.
Bewaffnete Banden, die für Überfälle und Entführungen verantwortlich gemacht werden, ebenso wie radikal-islamistische Terrorgruppen rekrutieren sich nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden aus diesem Umfeld. Kriminelle Netzwerke, Waffenhandel und organisierte Bandenstrukturen spielen eine immer größere Rolle. Zugleich sehen viele junge Fulbe-Männer die Banden zunehmend als einzige Option für ihren Lebensunterhalt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de