Alexander Dobrindt: "Wir werden zurückschlagen!" Innenminister regiert auf massive Bedrohungslage
Angesichts Milliardenfacher Cyberangriffe kündigt die Bundesregierung eine neue Offensive im Netz an. Innenminister Alexander Dobrindt setzt auf aktives "Zurückschlagen". Doch Experten zweifeln: Kann Deutschland das überhaupt?
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Cyberkrieg erreicht neue Stufe: Deutschland will digitale Angriffe künftig aktiv kontern
- Alarmierende Zahlen: Allein die Bundesbank meldet 5.000 Attacken pro Minute
- Millionen-Investitionen: Bund und Länder rüsten massiv gegen Hacker auf
Deutschland will künftig offensiver gegen Cyberangriffe vorgehen. Alexander Dobrindt hat eine neue Strategie vorgestellt, die ein aktives "Zurückschlagen" gegen digitale Attacken vorsieht. Damit reagiert die Bundesregierung auf die massiv gestiegene Bedrohungslage im Cyberraum. Wie wirksam diese Gegenmaßnahmen tatsächlich sein werden, bleibt allerdings offen. Experten bezweifeln, ob Deutschland überhaupt in der Lage ist, effektiv zurückzuschlagen. Dennoch sendet die Initiative ein klares Signal: Die Bundesrepublik rüstet an dieser Front des hybriden Krieges auf. Die wachsende Zahl digitaler Angriffe zwingt Politik und Behörden zum Handeln.
Bundesbank meldet 5.000 Attacken pro Minute: Deutschland rüstet sich gegen Cyberangriffe
Das Ausmaß der Bedrohung verdeutlichen aktuelle Zahlen der Deutschen Bundesbank. Deren Präsident Joachim Nagel erklärte gegenüber dem "Tagesspiegel": "Allein auf die IT-Systeme der Bundesbank erleben wir jede Minute mehr als 5.000 Cyberangriffe." Hochgerechnet ergibt das eine erschreckende Bilanz von 2,5 Milliarden Angriffsversuchen pro Jahr. Trotz höchster Sicherheitsvorkehrungen gibt es laut Nagel keinen vollständigen Schutz. "Niemand kann Ihnen garantieren, dass nie was passiert", warnte der Bundesbank-Chef. Diese Aussage unterstreicht die Verwundbarkeit selbst bestens geschützter Institutionen im digitalen Zeitalter.
Niedersachsen investiert 30 Millionen in digitalen Schutzschirm
Auch die Bundesländer reagieren auf die verschärfte Gefahrenlage. Niedersachsen steckt rund 30 Millionen Euro in das Projekt Aegis, einen umfassenden Schutzschirm für staatliche IT-Systeme. Innenministerin Daniela Behrens begründete die Investition vergangene Woche: "Jeder schwere Vorfall würde uns sehr viel mehr Geld kosten." Zudem könne bereits ein einzelner Angriff das Vertrauen der Bürger in den Staat erschüttern. Die Folgen für Privatpersonen sind bereits spürbar. Laut einer Umfrage des Bankenverbands vom Herbst 2025 wurde fast jeder vierte Befragte innerhalb von zwei Jahren Opfer eines Onlinebetrugs oder Betrugsversuchs. Am häufigsten traf es Nutzer beim Onlineshopping, gefolgt von Phishing-Attacken und Identitätsdiebstahl.
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