Hunger in Somalia: Dramatische Lage für Somalias Kinder – nun droht El Niño

Monatelange Dürre, zerstörte Ernten, unterernährte Kinder in Somalia. Nun droht ein Wetterphänomen mit schweren Folgen. Das Geld für Hilfe fehlt.

Erstellt von - Uhr

Wie wird das Wetter? (Foto) Suche
Wie wird das Wetter? Bild: Adobe Stock / by-studio

Seit Monaten herrscht am Horn von Afrika Dürre, in den kommenden Wochen werden mit dem Wetterphänomen El Niño schwere Fluten erwartet. In Somalia, wo durch die Trockenheit nur etwa ein Fünftel der üblichen Ernte eingebracht wurde und die Zahl stark unterernährter Kinder bedrohliche Ausmaße annimmt, rechnen Hilfsorganisationen mit dramatischen Auswirkungen. Schon seit Monaten hält die Flucht in die Städte an, weil Familien sich in ihren Dörfern nicht mehr versorgen können. Verschärft wird die Lage durch die Mittelkürzungen für humanitäre Hilfe aus den USA, aber auch von europäischen Regierungen.

"Diese Mittelkürzungen versperren den Zugang zur Gesundheitsversorgung, sie führen zur Schließung von Ernährungsdiensten, sie rücken all die lebenswichtigen Dinge, die Kinder brauchen – Wasser, Bildung, Schutz – immer weiter in die Ferne", sagt James Elder, Sprecher des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, der Deutschen Presse-Agentur. "Und wie immer sind es die Kinder, die den Preis dafür zahlen."

Geschlossene Gesundheitszentren

Sarah Easter von der Hilfsorganisation Care berichtet, dass die Organisation wegen Mittelkürzungen 50 Gesundheitszentren in Somalia schließen und seit Ende Mai viele Projekte mangels Finanzierung einstellen musste. In solchen Zentren wurden unterernährte Kinder behandelt, aber auch Kinder, die an Malaria oder Durchfallerkrankungen leiden.

Das sei kein Einzelfall: "Wenn der Trend bis zum Jahresende so anhält, sind es mehr als 630, die geschlossen werden", sagte sie. "Das ist wirklich eine Katastrophe, vor allem mit Blick auf El Niño." Denn stehende Gewässer bedeuten verunreinigtes Wasser und viele Mücken – Krankheiten wie Cholera greifen in solchen Situationen schnell um sich, auch Malaria ist dann weit verbreitet. Kinder, die ohnehin schon unterernährt und daher geschwächt sind, sind dann besonders gefährdet.

Meteorologen warnen vor sehr starkem El Niño

In Australien, Indonesien und im südlichen Afrika kommt es während El-Niño-Phasen oft zu Trockenheit und Dürren, während an der Westküste Südamerikas, in Ostafrika und den südlichen USA oft sehr viel Regen fällt. Meteorologen erwarten in den kommenden Wochen einen sehr starken El Niño, der bis zum kommenden Februar andauern könnte.

Ähnliche Extremlagen mit Hungerkrise, Dürre und Fluten gab es in Somalia zuletzt vor drei Jahren. Seitdem konnten sich die Menschen dort nicht ausreichend von dem Schaden erholen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) verweist darauf, dass zudem diesmal 88 Prozent weniger Hilfsgelder der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung stehen. Bereits ein Drittel der Bevölkerung von Somalia hat nicht genug zu essen.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Weitere aktuelle News im Ressort "Panorama":

/roj/news.de

Themen:

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.