Lehmen: Schwimmer in Not - worauf es bei der Wasserrettung ankommt
In Hitzephasen lechzen viele Menschen nach Abkühlung. Doch der Sprung in Seen und Flüsse birgt auch Gefahren. Was ist zu tun und was zu lassen, wenn jemand in Not gerät?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Rheinland-Pfalz appelliert, sich bei der Hilfe für in Not geratene Schwimmer nicht selbst in Gefahr zu bringen. "Ich warne eindringlich davor, sich einem Ertrinkenden zu nähern", sagte der Sprecher des DLRG-Landesverbandes Marco Vogt der Deutschen Presse-Agentur. Es bestehe ein großes Risiko, dass dieser den Helfer oder die Helferin im Überlebenskampf unter Wasser drücke.
Erst am Donnerstag hatte es in einem Badesee in Worms einen Notfall gegeben. Ein alkoholisierter Mann wurde nach einem Badeunfall von Ersthelfern wiederbelebt, wie die Polizei mitteilte. Demnach hatte der 35-Jährige Alkohol getrunken und war anschließend im Wasser in Not geraten. Der Rettungsdienst brachte ihn schließlich ins Krankenhaus.
Am wichtigsten sei es, zunächst einen Notruf abzusetzen, um auf einen Notfall aufmerksam zu machen, wenn ein Mensch in einem See oder Fluss in Gefahr geraten sei, betonte Vogt. An manchen Seen oder Flussabschnitten gebe es Notrufsäulen, die genutzt werden könnten. Das habe den Vorteil, dass der Ort des Geschehens auch direkt lokalisiert werden könne.
Sonst sei es bei Notrufen oft schwer, den genauen Standort zu ermitteln, da so mancher Tümpel mitten im Wald liege, was auch die Anfahrt für Rettungskräfte manchmal schwierig gestalte. "Das macht es nicht leichter und es verstreicht eine Menge kostbarer Zeit", sagte Vogt.
Auch der Griff zur Kühltruhe kann helfen
Helfen kann demnach, vom Ufer einen Ast zu reichen oder Gegenstände ins Wasser zu werfen, die Auftrieb haben und oben schwimmen. Nicht überall sei ein Rettungsring greifbar, dann könne beispielsweise eine mitgebrachte Kühltruhe helfen. "Ausleeren und ins Wasser werfen", erklärte Vogt. Daran könne sich ein in Not geratener Schwimmer festhalten.
Ertrinken sei ein leiser Tod, gab Vogt zu bedenken. Es sei nicht so wie in vielen Filmen, dass Menschen laut riefen. Insofern solle man schon aufmerksam werden, wenn ein Mensch im Wasser den Arm hebe oder Bewegungen mache, die nicht typisch nach Schwimmen aussähen. Es dürfe auch nicht unterschätzt werden, wie laut es vor allem an Flüssen sein könne, Rufe könnten deshalb ungehört verschallen.
Oft werden die eigenen Kräfte überschätzt
Und was bringt Schwimmer oder Badende in Not? "Die Menschen überschätzen sich häufig", sagte Vogt. Viele gingen nicht regelmäßig schwimmen - und wenn, seien es vielleicht mal zwei, drei Bahnen in einem sicheren Schwimmbecken ohne Strömung. Wenn sie dann in einem See oder Fluss merkten, dass sie nicht ohne Weiteres zurück ans Ufer gelangen oder Strömungen das Schwimmen erschweren, komme Panik und Angst dazu. "Man will dann schnell da rauskommen und ist noch viel schneller am Ende seiner Kräfte."
Nicht unterschätzt werden dürfe auch, wie groß die Belastung sei, wenn man ohne vorsichtige Abkühlung an einem heißen Tag ins Wasser springe. Das könne selbst einem gesunden Menschen schnell die Luft nehmen, warnte Vogt. Möglich seien dann plötzliche Kreislauf-Probleme bis hin zu Kammerflimmern.
Warnung vor Fahrrinnen
Die meisten Einsätze gebe es an Flüssen und anderen Gewässern, an denen das Schwimmen oder Baden nicht empfehlenswert sei, erklärte Vogt. In Not geraten ihm zufolge eher Männer als Frauen. Am häufigsten seien es Männer zwischen 25 und 40 Jahren.
Besonders gefährlich in Flüssen seien die Fahrrinnen für die Schifffahrt wie etwa im Rhein. Zur Fahrrinne hin falle der Boden plötzlich ab, erklärte Vogt - wenn ein Mensch da hineingerate, könne er von Strömungen schnell mitgerissen werden. "Ein Fluss ist definitiv kein Gewässer zum Abkühlen oder Schwimmen."
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