Tradition zum Anziehen: "Heimat auf der Haut": Tracht des Jahres an Ostersängerinnen
Es ist wie ein Laufsteg der Heimat: Auf dem Deutschen Trachtentag wird jedes Jahr die Auszeichnung "Tracht des Jahres" vergeben. Für einen besonderen Brauch geht sie diesmal an mehrere Sängerinnen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Ostersängerinnen in der Lausitz haben beim Deutschen Trachtentag für ihre traditionelle Kleidung die Auszeichnung "Tracht des Jahres" erhalten. Sie wurden am Samstag in Lübbenau/Spreewald in Brandenburg geehrt. Der Deutsche Trachtenverband zeichnet seit 20 Jahren die Aktivitäten von Vereinen aus, die sich besonders für die Erhaltung und Wiederentdeckung "der bodenständigen und regionaltypischen Trachten" einsetzen.
Das jährliche Treffen ist eine Art Laufsteg traditioneller Gewänder aus ganz Deutschland. Bei dem Fest in Lübbenau im Spreewald wurden unter anderem die Schwälmer Tracht aus Nordhessen, die niedersorbische Festtagstracht aus Brandenburg und Trachten aus Thüringen gezeigt. Die Besucherinnen und Besucher konnten außerdem Musik und traditionelle Volkstänze aus ganz Deutschland erleben. Der Trachtentag sollte am Sonntag mit einem Gottesdienst, Blasmusik und Tänzen zu Ende gehen.
Ostersängerinnen singen Kirchenlieder in der Osternacht
Die Ostersängerinnen, die geehrt wurden, gehören verschiedenen Gruppen in der Lausitz an, die die Tradition des Ostersingens pflegen. Dabei ziehen Mädchen und Frauen in der Nacht zum Ostersonntag - in früheren Zeiten auch öfter - durch die Orte der Sorben oder Wenden und singen Kirchenlieder. Sie fallen durch ihre dunkle Tracht auf. Die Lieder sollen die Hausbewohner schützen.
Der Präsident des Deutschen Trachtenverbands, der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch, sagte am Samstag, Trachten seien Heimat, die auf der Haut getragen werde. Der Deutsche Trachtentag geht an diesem Sonntag zu Ende. Mehr als 200 Delegierte aus allen Landesverbänden wurden erwartet.
Sorge um die Tradition
Der Brauch der Trachten wird immer seltener im Alltag gepflegt. "Heutzutage gibt es fast nur noch Festtagstrachten", sagte der Vorsitzende des Mitteldeutschen Heimat- und Trachtenverbands, Charles Koppehele. Die Gewänder mit Geschichte seien meist nicht so alltagstauglich und bequem.
Den Höhepunkt erlebten bäuerliche Trachten in der Mitte des 19. Jahrhunderts, erklärt seine Ehefrau, Marlies Koppehele, die ebenfalls im Vorstand des Mitteldeutschen Heimat- und Trachtenverbands ist. Sie hat eine Fibel über Trachten geschrieben. Mit der Industrialisierung sei die Verbreitung geringer geworden. Inzwischen sei die Tracht vor allem als Ausdruck der Verbundenheit mit einer Region.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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