Tiere: Seltene Alaotra-Halbmakis leben jetzt im Zoo Neuwied
Erstmals leben Alaotra-Halbmakis im Zoo Neuwied. Die seltenen Lemuren gelten als vom Aussterben bedroht und sind in Deutschland sonst nirgends zu sehen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Der Zoo Neuwied hält erstmals Alaotra-Halbmakis und ist damit nach eigenen Angaben die einzige Einrichtung in Deutschland mit dieser seltenen Primatenart. Die beiden anderthalb Jahre alten Brüder kamen aus dem niederländischen ZooParc Overloon nach Rheinland-Pfalz, wie der Zoo mitteilte.
Die stark bedrohten Tiere leben nun in einem umgebauten Bereich des Menschenaffenhauses und gewöhnen sich dort schrittweise an ihre neue Innen- und Außenanlage. "Mit den Alaotra-Halbmakis zeigen wir eine Tierart, die selbst viele Zoo-Fachleute noch nie live gesehen haben", sagte Zookurator Florian Bonenkamp.
Bedrohte Tierart
Alaotra-Halbmakis gelten laut der Weltnaturschutzunion IUCN als vom Aussterben bedroht und zählen zu den 25 am stärksten gefährdeten Primaten weltweit, wie der Zoo weiter informierte. Die Lemuren kommen ausschließlich am Alaotra-See auf Madagaskar vor. Dort leben sie in Schilf- und Papyrusgebieten rund um den größten See der Insel.
Ihr Lebensraum ist demnach durch Trockenlegung von Sumpfgebieten, Brandrodung und Abholzung stark bedroht. Zudem werden die Tiere gejagt oder als Heimtiere gefangen. Schätzungen zufolge lebten bereits 2013 nur noch rund 2.500 Tiere in freier Wildbahn.
Der Alaotra-Halbmaki gilt als einzige Lemurenart, die direkt über dem Wasser lebt. Zur Fortbewegung nutzen die Tiere biegsame Schilfstängel, über die sie klettern oder laufen. Auch Schwimmen gehört zu ihrem Verhalten.
Europaweit werden laut Zoo knapp 60 Alaotra-Halbmakis in 16 zoologischen Einrichtungen gehalten. Mit den beiden Neuzugängen beteiligt sich der Zoo Neuwied nun am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die bedrohte Art.
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