Großeinsatz: Strahlengift bei Ostereiersuche entdeckt? Befund steht aus
Ein Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium 210" sorgt bei der Ostereiersuche für einen Großeinsatz und beschäftigt nun mehrere Behörden. Was bisher dazu bekannt ist.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Bei der Ostereiersuche haben zwei Männer in Vaihingen an der Enz ein Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium 210" gefunden und damit die Behörden in Alarmstimmung versetzt. Sie entdeckten das kleine Behältnis in einem privaten Vorgarten der im Nordosten von Stuttgart gelegenen Stadt und alarmierten sofort Polizei und Feuerwehr.
Zunächst war unklar, ob es sich tatsächlich um das hochgefährliche Strahlengift handelt. Das Fläschchen soll erst am Dienstag vom Umweltministerium geöffnet und analysiert werden, wie die Stadt mitteilte.
Messungen im Umfeld negativ ausgefallen
Polonium 210 ist ein potenziell tödliches Strahlengift. Die Feuerwehr schätzte nach eigenen Angaben das Fläschchen als echt ein. "Das Behältnis passt zum Stoff", sagte Kreisbrandmeister Andy Dorroch. "Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet." Zudem sei das Fläschchen mit geschätzten 200 Gramm Gewicht relativ schwer - passend, da Polonium 210 ein vergleichsweise schwerer Stoff sei. "So dass wir schon davon ausgehen, dass es sich um den Stoff tatsächlich handelt", sagte Dorroch.
Zunächst seien allerdings alle Messungen im Umfeld des Fläschchens negativ gewesen. Es sei keine Radioaktivität gemessen worden. Die beiden Männer seien nach dem Fund unverletzt.
Fund löste Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei aus
Sie hatten in dem Garten am Ortsrand Ostereier gesucht, als sie das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel fanden. Nach dem Fund wählten sie den Notruf. Weitere Angaben zu den Männern machten die Behörden nicht.
Beim anschließenden Großeinsatz waren nach Angaben der Feuerwehr 138 Einsatzkräfte mit 41 Fahrzeugen vor Ort – darunter ein Strahlenschutzzug, ein Gefahrgutzug sowie eine Fachberaterin für Strahlenschutz, die beruflich im Kernkraftwerk tätig ist, wie der Kreisbrandmeister sagte. Auch ein Experte des Landeskriminalamtes (LKA) war im Einsatz.
Der Bereich um den Fundort wurde den Angaben zufolge abgesperrt. Anwohner mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen. Experten des Landesumweltministeriums brachten das Fläschchen weg. Die Behörde habe entsprechende Räumlichkeiten, um solch gefährliche Stoffe zu lagern, sagte eine Sprecherin des LKA. Wo genau der Stoff gelagert wird, blieb unklar. Nach dem Abtransport wurde das Wohngebiet wieder freigegeben.
Ermittlungen sollen nach Ostern beginnen
Wenn am Dienstag die Flasche geöffnet und analysiert wird, wollen sich auch die Behörden über die weiteren Ermittlungen und Zuständigkeiten austauschen. Sollte in dem Fläschchen tatsächlich Polonium 210 nachgewiesen werden, werde der Stoff dekontaminiert und fachgerecht entsorgt. Es sei möglich, dass das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernehme, sagte die Sprecherin der Behörde. Bereits jetzt ermittelt die Polizei, wie das Fläschchen in den Vorgarten gelangen konnte.
Bürgermeister: Gut, dass wir für alles gerüstet sind
Für die Anwohner habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, berichtete die Stadt. Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth betont, es sei wichtig, bei solchen Alarmen für alles gerüstet zu sein: "Für die Bürgerinnen und Bürger ist es beruhigend zu wissen, dass im Fall der Fälle verlässliche Abläufe für größtmögliche Sicherheit sorgen", sagte der Rathauschef der Deutschen Presse-Agentur. "Natürlich würden wir aber sehr viel lieber mit den Sonnenseiten unseres schönen Städtchens in die Schlagzeilen kommen, als mit einem äußerst seltenen Strahlenschutzeinsatz, der sich hoffentlich als Fehlalarm herausstellen wird."
Putin-Kritiker Litwinenko starb 2006 nach Polonium 210-Anschlag
Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Der Putin-Kritiker und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de