Flugverkehr in Griechenland gestört: Griechischer Luftraum nach Störung über Stunden leergefegt
Kein Flugzeug startet, keines landet – eine massive Telekommunikationsstörung hat den kompletten griechischen Luftraum über mehrere Stunden lahmgelegt. Was führte zum folgenschweren Zusammenbruch der Fluglotsen-Kommunikation?
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
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- Flugverkehr in Griechenland stundenlang lahmgelegt
- Massive Telekommunikationsstörung verursachte Flugabsagen
- Alle griechischen Flughäfen betroffen - Fluglotsen-Kommunikation kommt zum Erliegen
- Nach stundenlanger Störung: Erste Flüge starten und landen wieder
Funkstille im Tower - dieses Horrorszenario erlebten griechische Fluglotsen am 4. Januar, als plötzlich keine Kommunikation mehr untereinander und mit den Piloten möglich war. Alle griechischen Flughäfen waren betroffen, sämtliche Flüge Richtung Griechenland wurden umgeleitet. Erst nach mehreren Stunden konnte der Flugverkehr langsam wieder aufgenommen werden.
Nach Panne: Flugverkehr in Griechenland stabilisiert sich
Am Tag nach der schweren technischen Störung, die über Stunden den gesamten griechischen Luftraum lahmlegte, sind die Flughäfen des Landes wieder weitgehend im Normalbetrieb. Fluggäste müssen dennoch Strapazen auf sich nehmen. Weil am Sonntag (04.01.2026) viele Flüge ausfielen, ist das Passagieraufkommen etwa am Athener Flughafen Eleftherios Venizelos enorm, wie der Nachrichtensender ERTNews berichtete.
Derweil läuft die Suche nach der Ursache des Defekts. Im Fokus steht ein Funkmast nahe Athen, dessen Ausfall dafür gesorgt haben soll, dass die griechischen Fluglotsen im ganzen Land plötzlich weder miteinander noch mit den Piloten kommunizieren konnten. Sämtliche Flüge nach Griechenland und durch den griechischen Luftraum wurden daraufhin umgeleitet. Eine Cyberattacke oder Sabotage wurde bereits ausgeschlossen; es soll sich um einen technischen Defekt handeln.
Der griechische Verkehrsminister Christos Dimas sagte dem Sender ERTNews, es habe zu keiner Zeit Gefahr für die Flugsicherheit bestanden. Die Ursachen würden untersucht und auch die Verantwortlichkeiten geklärt, um ein erneutes Auftreten des Problems zu verhindern. "Ja, es werden Köpfe rollen", sagte er. Zur Kritik des Fluglotsenverbandes, dass die Systeme völlig veraltet sein, erklärte er: "Wir haben zwar ältere Systeme, aber sie entsprechen den europäischen Standards." Man habe jedoch mit der EU-Kommission bereits einen konkreten Aktions- und Modernisierungsplan vereinbart, der bis 2028 umgesetzt werden solle.
Sowohl Passagiere als auch Airlines hätten Anspruch auf Entschädigung für die Flugausfälle und Verspätungen, sagte der Minister weiter. Zum genauen Ablauf solcher Entschädigung äußerte er sich nicht; griechische Verbraucherschützer raten betroffenen Fluggästen, sich an ihre Fluggesellschaften zu wenden.
Telekommunikationsstörung bringt Flugverkehr in Griechenland zum Erliegen
Nach Angaben der griechischen Behörde für zivile Luftfahrt (HCAA) lag das Problem bei den zentralen Funk- und Kommunikationssystemen der Kontrollzentren für den griechischen Luftraum. Das technische Problem, dessen Ausmaß in dieser Form erstmals auftrete, werde weiterhin untersucht, teilte die Behörde mit. Die Auswirkungen waren auf dem Flugverfolgungsdienst Flightradar24 deutlich sichtbar: Der Himmel über Griechenland zeigte sich nahezu leer. Wo normalerweise dutzende Maschinen den Luftraum durchqueren, herrschte stundenlang Stillstand.
Keine Sabotage, keine Cyberattacke - defekter Funkmast führte zu Totalausfall
Sowohl die nationale Behörde für Cybersicherheit als auch der griechische Nachrichtendienst wurden daraufhin aktiv, berichtete der Sender ERTNews. Ersten Erkenntnissen zufolge habe es einen Defekt an einem Funkmast rund 60 Kilometer westlich von Athen gegeben - die Untersuchungen würden jedoch weiter fortgesetzt. Sabotage an dem Funkmast schloss der Nachrichtendienst demnach aus.
Der Verband der Fluglotsen wiederum schloss eine Cyberattacke aus, erhob jedoch schwere Vorwürfe. "Unsere Systeme sind uralt", sagte Verbandschef Panagiotis Psarros dem Sender ERTNews. Darauf habe die Gewerkschaft der Fluglotsen bereits mehrfach hingewiesen und auch Beschwerde auf EU-Ebene eingelegt.
Flüge werden umgeleitet – Auswirkungen auf internationalen Flugverkehr
Die Panne hatte Auswirkungen weit über Griechenland hinaus. Auf Flightradar24, einem Online-Dienst zur Flugverfolgung in Echtzeit, war ein fast leerer griechischer Luftraum zu sehen, während sich in den Lufträumen von Nachbarländern wie der Türkei, Albanien und Bulgarien die Flieger tummelten.
An den griechischen Flughäfen, vor allem den großen Airports von Athen, Thessaloniki und Heraklion auf Kreta, herrschte Chaos. Gerade Athen verzeichnet auch im Winter viele ausländische Besucher, zudem nutzten die Griechen die Feiertage, um Verwandte und Bekannte zu besuchen.
Gestrandete Touristen mussten zurück ins Hotel
Lautsprecherdurchsagen riefen die Menschenmengen immer wieder zur Geduld auf: Alle Gates seien geschlossen, die Fluggäste sollten warten. Auf Rhodos wurden Touristen zurück in ihre Hotels geschickt, berichteten griechische Medien. Sie sollen nun am Montag (05.01.2026) zurück in die Heimat fliegen. Wann der Flugbetrieb sich von dem Totalausfall vollständig erholt, blieb jedoch zunächst unklar. Am späten Sonntagnachmittag konnten am Athener Flughafen Eleftherios Venizelos vorerst nur halb so viele Flüge abgefertigt werden wie normal.
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loc/news.de/dpa/stg
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