04.03.2021, 13.17 Uhr

Leuchtende Tiefsee-Kreaturen in Neuseeland: Biolumineszenz! Meeresbiologen entdecken mysteriöse Leuchthaie

Bei einer Tiefsee-Mission vor der Küste Neuseelands machten Meeresbiologen eine atemberaubende Entdeckung. Etwa 1.000 Meter unter dem Meer begegneten die Wissenschaftler Haien, die im Dunkeln leuchten. Drei biolumineszierende Arten entdeckten sie. 

Auf einer Tiefsee-Mission entdeckten Meeresforscher drei Haiarten, die im Dunkeln leuchten können. Bild: (Symbolbild) willyam/AdobeStock

Bei einer Tiefsee-Mission stießen Meeresbiologen auf drei Hai-Arten, die im Dunkeln leuchten können. Die Wissenschaftler waren zu der Mission aufgebrochen, um Meeresbewohner, die in der "Twilight Zone" des Ozeans leben, zu erforschen.

Meeresbiologen erforschen "Twilight Zone" des Ozeans

Die "Twilight Zone" ("Zwielicht-Zone") beschreibt den Ort etwa 200 bis 1.000 Meter unter der Meeresoberfläche, an die kaum noch Tageslicht gelangt, an der jedoch auch noch keine völlige Dunkelheit herrscht. Wie der "Daily Star" berichtet, stießen die Forscher auf gleich drei Hai-Arten, die die Fähigkeit haben, im Dunkeln zu leuchten.

Drei Hai-Arten mit Biolumineszenz gefunden

Bei den drei Haiarten handelt es sich um den Kitefin-Hai, den Schwarzbauch-Laternenhai und den südlichen Laternenhai. Die Sichtungen bestätigten, dass die Haie Licht emittieren können.

Die Haiarten waren Meeresbiologen bereits bekannt, doch dies war das erste Mal, dass festgestellt wurde, dass sie Licht emittieren und Biolumineszenz aufweisen. Die Haiart Drachenflosse galt bislang als die größte bekannte leuchtende Unterwasser-Kreatur.

Er schwimmt meist etwa 300 Meter unter dem Meeresspiegel und jagt kleinere Haie, Fische und Krebstiere.

Haie vertreiben mit Leuchten Feinde oder suchen nach Nahrung

Der Kitefin-Hai, der bis zu 180 cm groß werden kann, gilt nun als das größte bekannte leuchtende Wirbeltier. Forscher bezeichnen ihn auch als "Riesenleuchthai". Andere Meereslebewesen wie Quallen und Tintenfische können ebenfalls Licht aussenden.

Wissenschaftler erklären, dass die leuchtenden Unterbäuche der Haie diesen helfen, Raubtiere und andere Bedrohungen zu verscheuchen.

Da die sich langsam bewegende Drachenflosse nur wenige oder gar keine Fressfeinde hat, nutzt sie ihre Biolumineszenz, um auf dem beleuchteten Meeresboden besser nach Nahrung zu suchen, oder um sich zu tarnen, wenn sie sich ihrer Beute nähert.

Biolumineszenz in Ozeanen womöglich häufiger als gedacht

In der Studie schreiben die Forscher: "Biolumineszenz wurde oft als spektakuläres, aber ungewöhnliches Ereignis auf See angesehen, doch angesichts der Weite der Tiefsee und des Auftretens von leuchtenden Organismen in dieser Zone ist es jetzt immer offensichtlicher, dass das Erzeugen von Licht in der Tiefe eine wichtige Rolle bei der Strukturierung des größten Ökosystems auf unserem Planeten spielen muss."

Die Forschungsergebnisse von Jerome Mallefet und Laurent Duchatelet von der Universität Louvain sowie von Darren Stevens vom neuseeländischen Nationalen Institut für Wasser- und Atmosphärenforschung wurden in der Fachzeitschrift "Frontiers" in der Kategorie Meereswissenschaft veröffentlicht.

Vermutlich existieren viele weitere biolumineszierende Haie in Ozeanen

Mallefet sagte gegenüber der neuseeländischen Nachrichten-Website "Stuff", dass 57 von 540 bekannten Haiarten biolumineszierendes Licht erzeugen könnten. Bisher hatte jedoch noch niemand Biolumineszenz-Haie in neuseeländischen Gewässern registriert. Er vermutet, dass es möglicherweise noch viel mehr geben könnte.

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sig/bua/news.de

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