Von news.de-Volontär Christopher Rust - Uhr

"Operation Dark Winter": Mit diesen fünf Tipps überleben sie eine globale Katastrophe

Was wir bislang nur aus Filmen kennen, könnte Experten zufolge bald traurige Realität werden: Eine globale Katastrophe. Doch was tun im Fall der Fälle? Es gibt fünf einfache Ratschläge, die den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können.

Im Falle einer globalen Katastrophe gibt es fünf einfahce Ratschläge, die man befolgen sollte, möchte man überleben. Bild: Oleg_Zabielin/Fotolia

Fast 15 Jahre ist es jetzt her, als Tara O'Toole und Thomas Inglesby vom "Johns Hopkins Zentrum für zivile Bioabwehr" am 22. Juni 2001 eine Kriegsspiel-Szenerie organisierten, die es so zuvor nicht gegeben hat. Mit einer großen Anzahl von Teilnehmern versuchten sie, die Auswirkungen eines biologischen Angriffs auf die Vereinigten Staaten von Amerika zu simulieren und zu untersuchen. Der Name des Experiments: "Operation Dark Winter".

Die Chancen für eine globale Katastrophe stehen gut

Das Ergebnis: Die USA waren erschreckend schlecht auf einen derartigen Fall und vor allem auf die Zeit nach der Attacke vorbereitet! In nur zwei Wochen würden enorme menschliche Verluste zu verzeichnen sein, es gäbe einen katastrophalen Zusammenbruch etablierter Einrichtungen und im ganzen Land würden massive Unruhen herrschen. Die Essensversorgung, die Elektrizität und die Infrastruktur für alle Transporte würden kollabieren. Kurz: Amerika würde ins Mittelalter zurück katapultiert werden. Und der Rest der Welt früher oder später auch.

Heutzutage sind wir schon einige Heimsuchungen gewöhnt. Natur- und Wirtschaftskatastrophen sind leider beinah alltäglich, die Gefahr durch atomare Waffen und Terror ist allgegenwärtig. Im Jahr 2008 trafen sich Experten auf einer Konferenz in der ehrwürdigen Oxford University und ermittelten eine 19-prozentige Wahrscheinlichkeit, noch in diesem Jahrhundert eine globale Katastrophe zu erleiden.

Ganz oben auf der Liste der Auslöser stand "superintelligente 'Künstliche Intelligenz'" ("Künstliche Intelligenz" allein ist anscheinend nicht schlau genug) und Waffen der Molekular-Nanotechnologie. Klingt alles verrückt? Das stimmt, doch trotz der unzähligen Vorbehalte, die im gleichen Atemzug von den Experten geäußert wurden, regt es zum Nachdenken an.

Um zu überleben, sollte man einiges beachten

Der Autor Nafeez Ahmed studierte globale Krisen und das Phänomen der Massengewalt. Erst kürzlich beriet er den Spiele-Hersteller "Ubisoft" für deren post-pandemisches Videospiel "The Division". Im Gespräch mit "The Guardian" verriet er ein paar nützliche Tipps, die im Notfall sehr hilfreich sind und den Unterschied zwischen Überleben und Sterben ausmachen können.

Mit diesen Tipps überleben sie die globale Katastrophe

1. Verschanz dich nicht mit Tonnen von Dosenfutter

Laut Ahmed kann es eine ganz natürliche Reaktion sein, zu denken 'Ich versteck mich alleine, bis der Spuk vorbei ist'. "Diese Entscheidung wird dich wahrscheinlich umbringen", so Ahmed. "Du musst mit anderen Menschen kooperieren, wenn du überleben willst. Das mag vielleicht im ersten Moment nicht einleuchten, da in einem Szenario wie diesem erst einmal jeder eine mögliche Gefahr darstellt. Doch gerade deswegen hat man alleine keine Chance. Alleine gegen den Rest der Welt? Unmöglich. Je mehr Menschen sich zusammentun, desto eher kann so etwas wie eine Gesellschaft aufgebaut werden."

2. Zieh aufs Land - aber nicht zu weit

Städte sind super - solange alles funktioniert. Aber wie uns "The Walking Dead" eindrucksvoll bewiesen hat, sind sie der sichere Tod, wenn es keine Ordnung, Elektrizität und Infrastruktur gibt. "Wer in der Stadt bleibt, lebt gefährlicher, ganz klar", so Ahmed. "Verschiedene Versuche des Katastrophenszenarios haben ergeben, dass Städte gefährdend sind, ganz einfach weil es hier zu viele nicht einzuschätzende Variablen gibt, dafür aber sehr viele Menschen, die diesen Variablen ausgeliefert sind. Es wird um alles ein Wettstreit mit jedem geben, das führt ausschließlich zu Gewalt."

Doch natürlich sollte man auch das andere Extrem vermeiden und sich nicht total isolieren (siehe Tipp 1). Perfekt wäre es, sich in einer Kleinstadt, gemeinsam mit mehreren Menschen, die die unterschiedlichsten Fähigkeiten besitzen, eine neue Gemeinschaft aufzubauen.

3. Fließendes Wasser und Ackerland

Im Falle einer globalen Katastrophe müssen wir davon ausgehen, dass auch der letzte Supermarkt geschlossen sein wird. In wenigen Tagen wären die Straßen heillos verstopft und jeder Laden mit Lebensmitteln geplündert. Wir wären also gezwungen, uns selbst zu versorgen. "Im Falle einer Pandemie musst du Zugang zu fließendem Wasser haben" mahnt Ahmed. "Am besten hast du auch noch einen Wassergenerator. Fließt das Wasser schnell genug, hast du somit auch gleich eine Stromquelle." Das Problem ist allerdings, dass wohl die Wenigsten ihre freien Wochenenden damit verbringen, sich diverse Generatoren anzuschaffen - nur für den Fall.

Auch das eigene Essen muss angebaut werden. Das geht laut Ahmed ebenfalls besser in einer größeren Gruppe von Leuten, in der Mann die Arbeit verteilen kann. Auch das ginge nicht in der Stadt.

Wie lange dauert es, bis wieder eine Zivilisation aufgebaut ist?

4. Kommunikationswege

Wenn man eine neue Gesellschaft gründet, hat man höchstwahrscheinlich andere Probleme, als nicht mit der ganzen Welt kommunizieren zu können. Aber es kann durchaus wichtig sein zu wissen, was um einen herum passiert. "Das Problem ist, dass man nicht weiß, welche Kommunikation verfügbar sein wird und auch funktioniert", so Ahmed. Solar- oder windbetriebene Radios sind der Tipp des Fachmanns, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Für die einfache Kommunikation mit der Welt und den Mitgliedern seiner Gruppe rät er zu Walkie-Talkies. Doch die benötigen Elektrizität. Ein Generator könnte die Lösung sein, wenn man genügend Benzin hat. Die Lösung des Experten: Ein wasserbetriebener Generator. Heutzutage gibt es Toiletten mit einer speziellen Nano-Membran, diese würden das Strom- und das sanitäre Problem gleichzeitig lösen.

5. Für lange Zeit autark leben

Ihr habt Wasser, fruchtbaren Boden für euer Essen und sogar einen urinbetriebenen Toiletten-Generator und fragt euch jetzt, wie lange es wohl dauert, bis wieder eine Zivilisation aufgebaut ist, wie wir sie kannten? Oder anders: Wann kann ich mich wieder bei Facebook einloggen?

Nafeez Ahmed: "In einer globalen Katastrophe kann es einige Zeit dauern, bis alles wieder sicher und hergestellt ist. Wir sprechen hier von einem Zeitraum der Jahre dauern kann. Wenn man auf Nummer sicher gehen will, sollte man sich darauf einstellen, dass man bis zu zehn Jahren oder mehr alleine überleben muss, bis sich wieder eine Zivilisation gebildet hat."

10 Jahre? In einer kleinen Gruppe von Selbsternährern - ohne zu wissen, was in der Welt passiert - und ohne Netflix? Nafeez Ahmeds sechster Tipp sollte lauten, genügend Gesellschaftsspiele zu sichern.

FOTOS: Katastrophenfilme Das Ende der Welt ist nah

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ruc/mie/news.de