Historische Künstlerresidenz: Comeback in Los Angeles: Villa Aurora öffnet nach Bränden

Die Villa Aurora in Los Angeles entgeht 2025 nur knapp den Flammen. Jetzt öffnet das deutsche Kulturhaus feierlich seine Türen – und dankt besonders einem Retter.

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Fahrzeuge der Feuerwehr am Einsatzort (Symbolbild). (Foto) Suche
Fahrzeuge der Feuerwehr am Einsatzort (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / MAK

Das deutsche Kulturhaus Villa Aurora in Los Angeles hat am Sonntagnachmittag (Ortszeit) wiedereröffnet. Im Januar 2025 war das einstige Exil-Wohnhaus des Schriftstellers Lion Feuchtwanger und der Aktivistin Marta Feuchtwanger nur knapp den verheerenden Bränden entgangen. Nach der Beseitigung von Rauchschäden und einer umfassenden Sanierung des Gartens feierten Freunde, Nachbarn, Förderer und Partner der historischen Künstlerresidenz das Comeback.

Die Villa im Stadtteil Pacific Palisades kam glimpflich davon: In der Nachbarschaft brannten unzählige Häuser bis auf die Grundmauern ab. "Inoffiziell sagen wir immer, dass Marta Feuchtwanger eine Hand über uns gehalten hat", sagte die Direktorin der Villa Aurora, Claudia Gordon, im Interview. Während des Bel-Air-Feuers in den 60er-Jahren soll Feuchtwanger das Dach der Villa bewässert und so die Bibliothek des Hauses gerettet haben. Feuchtwanger verließ den Hügel laut Gordon "als Allerletzte".

Nun prüfe man weitere Brandschutzmaßnahmen. "Wir sitzen immer noch in einem Waldbrandgebiet. Klimatisch hat sich auch nichts geändert, das wird im Gegenteil alles immer schlimmer", sagte Gordon. Man müsse sich für die Zukunft rüsten.

Großen Applaus erhielt die Feuerwehr von Los Angeles, deren Wache 23 eingeladen war. "Dass das Haus noch steht, kommt uns wie ein Wunder vor", sagte die Direktorin.

Bundesverdienstkreuz für Rettung von Kunstwerken

Gedankt wurde auch Justin Jampol, Gründer und Geschäftsführer des Wende-Museums in Los Angeles. "Er hat es auf eigene Initiative übernommen, nach der Villa zu sehen, als das Gebiet noch unzugänglich war", sagte die Direktorin. Sein Video vom unversehrten Haus habe alle zu Tränen gerührt. Anschließend organisierte Jampol die Rettung von Kunstwerken aus der Villa Aurora und dem Thomas-Mann-Haus. Ein Porträt Marta Feuchtwangers wurde am Sonntag an die Villa zurückgegeben.

"Die Villa Aurora ist einfach etwas ganz Besonderes", sagte Jampol. Das erste Mal seit der Feuer wieder hier zu sein, bedeute ihm viel. Er wird von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt, wie der stellvertretende Generalkonsul Deutschlands in Los Angeles, Danijel Skrelja, verkündete.

Wohnsitz und Treffpunkt für Intellektuelle im Exil

Die 1927 erbaute Villa wurde 1943 Wohnsitz des deutsch-jüdischen Exilschriftstellers Lion Feuchtwanger (1884-1958) und seiner Frau Marta. Sie entwickelte sich zum Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle wie Thomas und Heinrich Mann, Bertolt Brecht und Charlie Chaplin. Seit 1995 förderte die Villa fast 500 Schriftsteller, Komponisten, bildende Künstler und Filmemacher.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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