Von news.de-Redakteurin Franziska Obst - 14.09.2013, 09.00 Uhr

Schmerz-Beichte: 33 Frauen auf dem Weg zum Sadomasochismus

Wer diesem Fetisch nicht frönt, kann Anhänger des Sadomaso schwer verstehen: Die Lust an schmerzhaften Sexspielchen. Rohrstockhiebe, Fesselspiele, Erniedrigung. Doch im stillen Kämmerchen geben sich viele Männer und Frauen dem SM hin. Cornelia Jönsson sprach mit 33 Frauen über deren Weg vom Blümchensex zum schmerzvollen Liebesspiel.

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Anhänger des vermeintlich langweiligen, aber schmerzfreien Blümchensex können über SM-Liebhaber nur den Kopf schütteln. Welcher Mensch lässt sich denn freiwillig Schmerzen zufügen und gerät dabei sogar noch in Ekstase? Doch mehr Männer und Frauen, als man meinen mag, frönen diesem Fetisch. Vielleicht sogar aus Ihrem Bekannten- oder Freundeskreis.

Umso interessanter ist es, dass nun 33 Frauen offen und ehrlich darüber berichten, wie sie zum SM gekommen sind und was genau sie an diesen Sexpraktiken - im wahrsten Sinne des Wortes - fesselt. Dabei berichten sie nicht nur von ihren ersten Wunden, der Überwindung und dem allerersten Kniefall, sondern auch von wahrer Liebe, Grenzerfahrungen und dem gebrochenem Seelenfrieden.

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Lesen Sie exklusiv bei news.de einen Auszug aus Cornelia Jönssons «Lust auf Schmerz»:

«Sie hat Andreas auf einer Weihnachtsfeier kennen gelernt. Er war süß und sie hat ihm offensichtlich auch gefallen, jedenfalls haben sie ziemlich intensiv geflirtet – beziehungsweise, eigentlich haben sie sich gepiesackt, aber es hatte etwas von Flirten. Sie ist mit ihm nach Hause gegangen. Sie stand im Wohnzimmer, er verschwand kurz.

Sie dachte, er holt jetzt eine Flasche Wein, aber er kam mit einem Rohrstock zurück. Er hielt ihr das Ding hin und sagte: ‹Schlag mich damit. Auf den Arsch.› Es drehte sich alles vor ihren Augen in dem Moment. Das mag auch am Alkohol gelegen haben, aber nicht nur. Sie glaubte, es verginge ganz viel Zeit, in der sie nichts sagte. Dann hat sie genuschelt, sie könne das nicht. Aber er blieb hartnäckig. ‹Doch. Das kannst du›, hat er gesagt, ‹das sehe ich dir an.›

Sie hat es tatsächlich getan. Ganz unverantwortlich eigentlich, sie hat wie wild auf den Mann eingeschlagen, kopflos, sie hat nicht über ihre Kraft nachgedacht, sie hat gar nicht gedacht – das passiert ihr heute nicht mehr. Aber es war, als wäre sie ihr ganzes Leben lang in einem Panzer aus vielen steinernen Schichten gefangen gewesen und mit jedem Schlag brach eine Schicht auf. Sie kam plötzlich frei.»

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Facettenreicher Einblick in den Sadomasochismus

Cornelia Jönsson versteht es, dramaturgisch fesselnd, aber dennoch einfach und präzise zu schreiben. Die Art der Portraits, in denen die Frauen ihre persönlichen Erfahrungen preisgeben, variieren. Die einen werden in einem Interview vorgestellt, andere in Kurzerzählungen und wieder andere in einer Reportage. Wer sich für das lustvolle Liebesspiel beziehungsweise Menschen, die diesem verfallen sind, interessiert, wird bei diesem Werk sicher nicht enttäuscht.

Autor: Cornelia Jönsson
Titel: «Lust auf Schmerz. 33 Frauen erzählen, wie sie ihren Sadomasochismus entdeckten.»
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Umfang: 240 Seiten
Preis: 9,90 Euro

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loc/news.de

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